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SARNEN: Einbruch in Bijouterie: Uhrmacher stellt Video online

Er drohte damit, den Täter ins Internet zu stellen. Das hat Uhrmacher Ingbert Hoffmann nun tatsächlich getan.
Adrian Venetz
Das Gesicht des Täters (rot eingekreist) ist im Youtube-Video nur vage zu erkennen. (Bild: Screenshot Youtube/Bearbeitung OZ)

Das Gesicht des Täters (rot eingekreist) ist im Youtube-Video nur vage zu erkennen. (Bild: Screenshot Youtube/Bearbeitung OZ)

Adrian Venetz

adrian.venetz@obwaldnerzeitung.ch

«Bitte helfen Sie uns bei der Suche des Täters. Gesucht wird der Täter im Video!» Seit Dienstag ist das Video mit dieser Beschreibung auf Youtube zu sehen. Der Sarner Uhrmachermeister Ingbert Hoffmann hat damit seine Drohung wahr gemacht und die Bilder der Überwachungskameras publiziert (Ausgabe vom 17. Februar).

Auf dem Video – es dauert 1 Minute und 15 Sekunden – ist das Schaufenster der Bijouterie an der Brünigstrasse aus drei verschiedenen Perspektiven zu sehen. Tatsächlich erscheint am 12. Februar um 23.30 Uhr ein dunkel gekleideter Mann vor dem Schaufenster. Fünfmal schlägt er mit einem Hammer auf die Scheibe aus Panzerglas ein. Sie wird beschädigt, geht aber nicht in die Brüche. Das Gesicht des Mannes ist in dieser Sequenz nicht zu sehen – es wird von einer Fahne verdeckt, die im Schaufenster hängt. Aus einer anderen Perspektive dagegen sieht man den Täter durch die Scheibe blicken. Mit seiner hochgezogenen Jacke und der schwarzen Mütze ist er allerdings nicht besonders gut zu erkennen. Auf dem Youtube-Video hat Hoffmann gleich auch die E-Mail-Adresse und die Direktnummer von Marco Niederberger, Leiter der Verkehrs- und Sicherheitspolizei, veröffentlicht – mit dem Aufruf, sich bei Niederberger zu melden, falls man den Täter kenne. «Ich kann damit leben, aber grundsätzlich ist dies nicht das korrekte Vorgehen», sagt Niederberger. Die Veröffentlichung der Videoaufnahmen sei nicht mit der Polizei abgesprochen. «Wir haben ihm geraten, rechtlich genau abzuklären, ob er das darf.» Grundsätzlich seien solche Einzelaktionen aus Sicht der Polizei «schon etwas problematisch», so Niederberger, auch wenn er ein gewisses Verständnis dafür habe, dass der Uhrmacher ungeduldig auf Ermittlungsergebnisse warte.

«Aus meiner Sicht ist es nicht erlaubt, dieses Überwachungs­video einfach auf Youtube zu stellen», sagt Philipp Studer, Datenschutzbeauftragter der Kantone Schwyz, Obwalden und Nidwalden. «Die Strafverfolgung ist Sache der Polizei und der Staatsanwaltschaft. Ich würde ihm deshalb raten, das Video wieder vom Netz zu nehmen», so Studer. Ob sich der Uhrmacher damit sogar selbst strafbar macht, konnte Philipp Studer gestern auf Anfrage nicht abschliessend beantworten. «Das müsste man rechtlich genau abklären.»

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