SARNEN: Eine Heimatliebe im Postkartenformat

Zwischen zwei- und dreihundert Ansichtskarten hat Bruno Raffa von seinem Heimatort gesammelt. Ihn fasziniert die Veränderung und Vergänglichkeit.

Merken
Drucken
Teilen
Bruno Raffa mit einem kleinen Teil seiner umfangreichen Postkartensammlung mit Sujets von Sarnen. (Bild Corinne Glanzmann)

Bruno Raffa mit einem kleinen Teil seiner umfangreichen Postkartensammlung mit Sujets von Sarnen. (Bild Corinne Glanzmann)

Ansichtskarten sammeln, das hat für Bruno Raffa etwas Philosophisches. «Es fasziniert mich, wie sich etwas verändert, wie wir uns verändern, wie das Leben vorüber geht», sagt er. Vor etwa zehn Jahren hat der gebürtige Sarner mit dem Sammeln angefangen. «Hier mal eine Karte und da mal eine», erzählt Raffa, der gerne auf Flohmärkten nach Schätzen stöbert oder sich auf einschlägigen Plattformen im Internet umsieht.

Sein Gebiet sind Ortsansichten aus Sarnen, denn dort ist er einen Kilometer entfernt von der Grenze zu Wilen aufgewachsen. «Vor unserm Haus lag eine Wiese bis zum See, wir waren viel draussen als Buben», so Bruno Raffa über seine Kindheit, die er als idyllisch bezeichnet. Mit einer Einschränkung: «Der weite Weg zur Schule, das war die erste negative Erfahrung», erinnert er sich.

«Es fasziniert mich, wie sich etwas verändert, wie wir uns verändern, wie das Leben vorüber geht», sagt er. (Bild: Corinne Glanzmann)
12 Bilder
Ansichtskarten sammeln, das hat für Bruno Raffa etwas Philosophisches. (Bild: Corinne Glanzmann)
Sein Gebiet sind Ortsansichten aus Sarnen, denn dort ist er einen Kilometer entfernt von der Grenze zu Wilen aufgewachsen. (Bild: Corinne Glanzmann)
«Vor unserm Haus lag eine Wiese bis zum See, wir waren viel draussen als Buben», so Bruno Raffa über seine Kindheit, die er als idyllisch bezeichnet. (Bild: Corinne Glanzmann)
Der Vater war Maurer, die Mutter arbeitete im nahe gelegenen Bruder-Klausenhof, dem heutigen Kurhaus am Sarnersee, das damals noch Pflegeheim war. (Bild: Corinne Glanzmann)
Raffa wuchs als Kind italienischer Einwanderer mit zwei jüngeren Brüdern auf. (Bild: Corinne Glanzmann)
Zu gern möchte Hobbyfotograf Bruno Raffa, der heute in Knutwil lebt, mit einigen Ansichtskarten nach Sarnen gehen und aus der gleichen Perspektive die Orte fotografieren, die darauf zu sehen sind. (Bild: Corinne Glanzmann)
Irgendwann, wenn er mal pensioniert ist, möchte er seine Sammlung sortieren. (Bild: Corinne Glanzmann)
Auch auf Internetplattformen lassen sich ANsichtskarten finden. (Bild: Corinne Glanzmann)
Bruno Raffa sucht auf Flohmärkten nach Schätzen. (Bild: Corinne Glanzmann)
Vor etwa zehn Jahren hat der gebürtige Sarner mit dem Sammeln angefangen. (Bild: Corinne Glanzmann)
Bruno Raffa hat zwischen 200 und 300 Ansichtskarten. (Bild: Corinne Glanzmann)

«Es fasziniert mich, wie sich etwas verändert, wie wir uns verändern, wie das Leben vorüber geht», sagt er. (Bild: Corinne Glanzmann)

Früher und heute im Vergleich

Raffa wuchs als Kind italienischer Einwanderer mit zwei jüngeren Brüdern auf. Der Vater war Maurer, die Mutter arbeitete im nahe gelegenen Bruder-Klausenhof, dem heutigen Kurhaus am Sarnersee, das damals noch Pflegeheim war. Das Haus, in dem er aufwuchs, gibt es heute noch. Das Zügeln ins Dorf direkt neben die Schule schaffte den Schulweg ab. Die damalige Wiese am Schulhaus ist heute überbaut. Zu gern möchte Hobbyfotograf Bruno Raffa, der heute in Knutwil lebt, mit einigen Ansichtskarten nach Sarnen gehen und aus der gleichen Perspektive die Orte fotografieren, die darauf zu sehen sind. Irgendwann, wenn er mal pensioniert ist, möchte er seine Sammlung sortieren und Sujets von Ansichtskarten auf einer eigenen Seite im Internet veröffentlichen. Einige hat er bereits eingescannt, auf Facebook gestellt und sich entsprechend über Reaktionen gefreut.

In seiner Freizeit ist der stellvertretende Leiter des Steueramts in Sursee bereits anderweitig engagiert. Raffa, der selbst seit 21 Jahren an einer chronischen Darmentzündung leidet, ist Präsident der Schweizerischen Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung (www.smccv.ch). Er steht zu seiner Krankheit und setzt sich öffentlich gegen deren Tabus ein. Bruno Raffa war bereits im Fernsehen bei Aeschbacher und in anderen Medien und redet offen darüber, wie mühsam es ist, ständig eine Toilette finden zu müssen.

Strassen ohne Teer und Autos

«Das Sammeln von Ansichtskarten ist also mein drittes Hobby», sagt er. 200 bis 300 Exemplare finden sich mittlerweile in seiner Sammlung, die ältesten stammen vom Anfang des vergangenen Jahrhunderts, vermutet er.

Wie teuer seine kostbarste Ansichtskarte war? Ja, da müsse er jetzt aufpassen, was er sage, damit seine Frau nicht erschrecke, sagt Raffa augenzwinkernd. «Zwischen 60 und 70 Franken», lässt er heraus. Zu sehen sei darauf der Dorfplatz von Sarnen.

Besonders stolz ist der Sammler auf zwei bis drei Ansichten vom alten Bahnhof. «Damals war im Dorf die Strasse noch nicht geteert, und es gab noch keine Autos. Das war in uralten Zeiten, es ist gewaltig, die Veränderung zu sehen.»

Neues Gebiet: Autobahnraststätten

Gibt es irgendwann eine weitere Sammlung? Bruno Raffa schmunzelt: «Ja, ich habe noch angefangen, Autobahnraststätten zu sammeln.» Auch zu diesem Thema hat er eine persönliche Beziehung: «Wenn wir früher ein- bis zweimal im Jahr nach Italien gefahren sind, haben wir an den Pavesi-Raststätten gehalten, daran kann ich mich noch gut erinnern.»

Marion Wannemacher

Sammlung: Einige seiner Trouvaillen finden Sie unter www.obwaldnerzeitung.ch/bilder