SARNEN: Er singt in den höchsten Tönen

Seit Jahren steht Stefan Wieland schon auf Bühnen. Nun will er seinem Ziel, Opernsänger zu werden, mit einem Liederabend näher- kommen.

Romano Cuonz
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Der Obwaldner Gesangsstudent Stefan Wieland lädt ins Down Down nach Sachseln. (Bild: Romano Cuonz)

Der Obwaldner Gesangsstudent Stefan Wieland lädt ins Down Down nach Sachseln. (Bild: Romano Cuonz)

Der Sänger Stefan Wieland mit seiner Counter-Tenorstimme ist auf Obwaldner Bühnen längst kein Unbekannter mehr. «Seit meiner Gymnasialzeit habe ich schon bei 37 verschiedenen Theaterproduktionen mitgewirkt», bilanziert der heute 26-Jährige. Unvergesslich bleibt sein Auftritt im Kleintheater Obwalden, wo er im Musical «La Cage aux Folles» als Tunte «Zaza» das Publikum Tränen lachen liess. «Nachdem ich die eidgenössische Matura mit dem Schwerpunktfach Musik bestanden hatte, wusste ich, dass ich Opernsänger werden wollte», verrät Wieland.

Auftritt im Down Down

Zurzeit ist er der einzige Obwaldner, der an der Hochschule Luzern bei Peter Brechbühler Gesang im Hauptfach studiert. Ergänzenden Gesangsunterricht erhält Wieland zudem von Countertenor Peter Kennel. Im Zuge seines Bachelorprojektes (Teilabschluss an der Musikhochschule) tritt nun Wieland im Sachsler Down Down auf: mit anspruchsvollen Liedern, Songs und Arien. Der spezielle Titel des Konzerts lautet: «eierlos – ein kastrierter Liederabend». Wieland freut sich: «Bei diesem wichtigen Auftritt darf ich auf die Unterstützung vieler Freunde zählen.» Theatermacher Beppi Baggenstos habe ein wunderbares Bühnenbild entworfen und gemalt, ein semi-professionelles Kammerorchester und weitere Solisten würden seinen Gesang unterstützen.

«In der 4. Klasse begann ich mit Waldhornunterricht und spielte bald in der Jungmusik», erinnert sich Stefan Wieland. Als er dann aber im Gymnasium den Jean Valjean im Musical «Les Misérables» singen durfte, spürte er, dass er doch lieber seiner Stimme als einem Instrument vertraute.

Eine doch eher seltene Berufswahl

Vorerst sah sich Wieland als Tenor. Dann aber stellte er seine ganz grosse Stärke in der verstärkten Kopfstimmentechnik, in der Alt- oder sogar Sopranlage, fest. «Männer, welche in dieser Stimmlage singen, nennt man Countertenöre», erklärt Wieland. Eigentlich sei dies ja eine tragische Geschichte. Die männliche Altstimme sei nämlich früher fast ausschliesslich von Kastraten gesungen worden. Heute schmunzle man darüber. Weil es aber aus der Renaissance, dem Barock und der Romantik eine ganze Anzahl musikalischer Leckerbissen für die höchste männliche Stimme gibt, sind heutzutage Countertenöre wieder so richtig «en vogue». Für den Obwaldner Stefan Wieland steht fest: «Wenn ich das Bachelor- und später das Master-Diplom bestehe, möchte ich an einem Opernhaus im In- oder Ausland als Countertenor Fuss fassen.» Vorerst aber wird man ihn nun noch als Musikstudent mit einer bunten Liedpalette von Dowland, Purcell, Bononcini, Martini, Schumann, Hahn, Händel, Rossini und Johann Strauss Sohn beklatschen können.

Hinweis

«eierlos – ein kastrierter Liederabend» im Kleintheater Obwalden, Sachseln, 17. und 18. Mai, 20.30 Uhr. Reservation: www.theatermacherei.ch