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SARNEN: Ersatz des Wärmeverbunds braucht Zeit

Die Korporation Freiteil will mit dem neuen Wärmeverbund vorwärtsmachen und baut dabei auf den Kanton. Dieser behält sich Alternativen vor.
Der Werkhof an der A 8: Hier könnte der Standort für die Holzenergieanlage des neuen Wärmeverbundes sein. (Bild Christoph Riebli)

Der Werkhof an der A 8: Hier könnte der Standort für die Holzenergieanlage des neuen Wärmeverbundes sein. (Bild Christoph Riebli)

Christoph Riebli

Schon mehrmals war der Ersatz des 20-jährigen Wärmeverbundes in Sarnen, dessen Zentrale im Untergrund des Spitals liegt, Thema im Kantonsrat. Die schlüssigen Antworten blieben bis anhin aus. So etwa, als das Parlament im letzten Herbst beschloss, den Werkhof N 8 vom Bund zu kaufen. Oder auch im explizit darauf abzielenden Vorstoss von Bruno Furrer (CVP, Lungern), dessen Behandlung an der April-Sitzung abtraktandiert, die Beantwortung durch die Regierung verschoben wurde.

Auf der anderen Seite hat die Korporation Freiteil bereits umfangreiche Studien zur Realisierung einer Holzenergieanlage ausarbeiten lassen und den Lead übernommen. Und wie im Jahresbericht des Regionalentwicklungsverbandes Sarneraatal steht, würden mit dem Kanton Gespräche geführt, ob dieser das dafür nötige Land beim Werkhof abzugeben bereit sei.

Waldeigentümerin setzt auf Holz

«Die Gespräche mit dem Kanton laufen tatsächlich», bestätigt der Freiteiler Korporationspräsident Philipp Dillier auf Anfrage, «wir erhoffen uns innert nützlicher Frist einen Vorentscheid.» Denn für die Korporation ist klar, wie der Wärmeverbund organisiert werden könnte: «Angedacht ist eine Betriebsgesellschaft mit Beteiligung von Kanton und Korporation», so Dillier. In den Standort Werkhof soll ein höherer einstelliger Millionenbetrag investiert werden. Absicht der Waldeigentümerin ist es, die aktuellen Energieträger Öl und Gas mit einer Holzenergieanlage zu ersetzen. «Wir wollen die Ressourcen nutzen, die wir im Kanton haben eine gute Sache für die Zukunft.» Von Altholz wie etwa Paletten über Schwemmholz und Wurzelholz könnte alles verwertet werden. Gerade das Schwemmholz müsse heute nach Göschenen gekarrt werden, das Altholz teilweise bis ins Ausland.

Angeschlossen an den Wärmeverbund würden nebst den Immobilien der Korporation auch der bisherige Wärmeverbund mit Gebäuden des Kantons und der Gemeinde und Klöster sowie weitere grosse und auch kleine Wärmebezüger. «Auch die Armasuisse hat schon Interesse angemeldet», verrät Dillier. Innert fünf Jahren hält er die Realisierung der Anlage für realistisch.

Kanton prüft auch Seewerk

Was es jetzt noch braucht, ist ein gemeinsamer Fahrplan mit dem Kanton: «Ein Wärmeverbund baut man nach Bedürfnis und nicht auf Vorrat. Sonst lässt man das warme Wasser umsonst durch die Leitungen», so der Freiteil-Präsident. Der Fahrplan des Kantons scheint tatsächlich anders getaktet zu sein: «Wir lassen noch offen, wie die definitive Ablösung gestaltet wird», erklärt Baudirektor Paul Federer, «wir haben noch Zeit und möchten erst alles sauber abklären.» Erst 2018/2020 müsse eine Lösung auf den Tisch. Die Ablösung sei unumgänglich, die bestehende Anlage von 1995 komme in die Jahre und verursache steigende Reparaturkosten. Es gelte auch abzuwägen, ob der künftige Einsatz von Öl und Gas als Energielieferanten noch sinnvoll sei. Der Kanton prüfe deshalb auch Alternativen zum Projekt der Korporation Freiteil: «Wir haben mit der Holzenergieanlage eine Vorstudie in der Hand, die wir jetzt mit anderen Überlegungen ergänzen möchten.» Konkret kann sich die Regierung folgende Szenarien vorstellen: Entweder die Aufrüstung der bestehenden Wärmezentrale beim Spital, das Projekt der Korporation mit Standort Werkhof oder aber gar ein Seewasserwerk. Ein ähnliches Projekt ist aktuell in Horw in Planung.

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