Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

SARNEN: Erwirkt nun die Gemeinde den Rückbau der Villa Landenberg?

Wie geht es mit der Villa Landenberg weiter? Diese Frage stellt sich auch die Gemeinde, welche die Bauruine als «Schandfleck» empfindet und von der Besitzerin Taten fordert – bis Ende Jahr.
Christoph Riebli
Die Villa Landenberg ist am Zerfallen und einsturzgefährdet. (Bild: Christoph Riebli (Sarnen, 17. Juni 2016))

Die Villa Landenberg ist am Zerfallen und einsturzgefährdet. (Bild: Christoph Riebli (Sarnen, 17. Juni 2016))

Christoph Riebli

christoph.riebli@obwaldnerzeitung.ch

Die Geschichte um die verlotterte Villa Landenberg ist verworren: Seit Jahren steht das denkmalgeschützte Haus aus dem Jahr 1858 schon leer – und so lange dauert auch das Seilziehen zwischen Eignerin und Behörden, was und wie auf dem Landenberg gebaut/saniert werden darf. Inzwischen ist die Villa eine Bauruine, die Fassade zerfällt. und das Innere ist Regen, Schnee und Wind ausgesetzt (wir berichteten).

Ein Abbruchgesuch der Besitzerin hatte die Gemeinde unter Auflagen – archäologischer Art – 2014 bewilligt. Dies nach Ermessen der Denkmalpflege, weshalb die Eigentümerin die Bewilligung angefochten hat. Auf ihren Wunsch hin wurde jedoch auch das von ihr losgetretene Beschwerdeverfahren sistiert – bis heute. Und damit auch die weitere Behandlung durch den Regierungsrat, der das Gebäude vor einem Abriss mit einer Ausnahmebewilligung aus dem Denkmalschutz entlassen müsste.

Bauherrschaft ist gefordert

Wie geht es weiter? «Der letzte Stand ist, dass die Besitzerin das Haus noch immer umnutzen möchte», sagt der zuständige Gemeinderat Marcus Wälti auf Anfrage. Die Bauherrschaft sei entsprechend aufgefordert, ein Projekt einzureichen, erzählt Wälti weiter. Diese Aufforderung sei bereits Ende 2016 ergangen. Viel länger zuwarten möchte man bei der Gemeinde deshalb nicht mehr, der Geduldsfaden scheint zu reissen: «Entweder bekommen wir bis Ende Jahr ein bewilligungsfähiges Gesuch mit juristischen Nachweisen, dass eine Umnutzung möglich ist, oder dann wird zurückgebaut.» Eine entsprechende Verfügung kann sich Wälti als letztes Mittel grundsätzlich vorstellen – im öffentlichen Interesse: «Die Villa Landenberg ist zu einem Schandfleck geworden» und sei darüber hinaus einsturzgefährdet.

Und er fügt an: «Wir sind nicht per se gegen eine Umnutzung, nur sehen wir keinen Handlungsspielraum. Deshalb brauchen wir auch den Nachweis der Bauherrschaft mit Argumenten und Beispielen aus der Rechtsprechung, weshalb so etwas überhaupt möglich sein soll.»

Abwägung zwischen Zone und Bestandesgarantie

Zum Hintergrund: Die Villa Landenberg steht rechtlich gesehen in einer ganz speziellen Bauzone. Gemäss dem kommunalen Bau- und Zonenplan handelt es sich dabei um eine Grünzone. Im Reglement heisst es dazu: «Die Grünzonen dienen der Gliederung des Siedlungsgebietes und der Erhaltung von Freiflächen in Erholungs- und Schutzgebieten und der Wahrung schützenswerter Landschaftsbilder. Sie dienen insbesondere der Freihaltung von Aussichtspunkten, der Umgebung historischer Stätten und Bauten, von Grünanlagen und Grüngürtel im Bereich des Baugebietes (...).» Und: «In den Grünzonen sind Hochbauten, Parkplätze und Lagerplätze nicht gestattet.»

Da es die Villa Landenberg aber schon länger gibt als die entsprechende Grünzone, gilt es auch, die Bestandesgarantie im kantonalen Baugesetz zu berücksichtigen: Grundsätzlich besagt dieses, dass Bauten auch bis fünf Jahre nach deren Abriss wieder erstellt werden dürfen, «sofern keine ungünstigen Verhältnisse entstehen oder bestehen bleiben und keine überwiegenden öffentlichen Interessen entgegenstehen». Eine schwierige Abwägung. Einzige Alternative wäre wiederum eine Umzonung des Landenbergs, was jedoch die Gemeindeversammlung zu verantworten hätte.

«Die Villa Landenberg ist zu einem Schandfleck geworden.» Marcus Wälti, Gemeinderat Sarnen (SVP) (Bild: pd (Neue Obwaldner Zeitung))

«Die Villa Landenberg ist zu einem Schandfleck geworden.» Marcus Wälti, Gemeinderat Sarnen (SVP) (Bild: pd (Neue Obwaldner Zeitung))

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.