Sarnen
Gefährliche A8-Anschlüsse sollen sicherer werden

Die Anschlussknoten zur A8 bei Sarnen bergen viel Gefahrenpotenzial. Im Rahmen eines kommenden Sanierungsprojekts der A8 und der Brünigstrasse soll es bauliche Anpassungen geben, schreibt die Regierung in einer Antwort auf eine Interpellation.

Philipp Unterschütz
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Übersicht der Situation bei den Anschlussknoten A8 in Sarnen.

Übersicht der Situation bei den Anschlussknoten A8 in Sarnen.

Bild: PD

Auf der Autostrasse A8 und vor allem bei den Ausfahrten bei Sarnen herrscht oft grosses Verkehrsaufkommen. Die Situation beim Verlassen der Autostrasse erfordert viel Aufmerksamkeit, um nicht in gefährliche Situationen zu geraten. Insbesondere das Einspuren nach links auf die Kantonsstrasse Richtung Sarnen führt zu kritischen Situationen, vor allem auch, wenn Velofahrer gleichzeitig in diesem Bereich unterwegs sind. Wegen der Strasse mit Gefälle von Kerns her sind Velos oft ziemlich schnell unterwegs. Am Abend in der Stosszeit führt ausserdem der Abzweiger Richtung Kerns oft zu Rückstau auf der Ausfahrt der A8.

«Die Gesamtsituation auf dieser mit einer hohen Verkehrsdichte belegten Kreuzung ist unbefriedigend und besonders für den Veloverkehr gefährlich», stellt Kantonsrat Hanspeter Scheuber (CSP, Kerns) fest. In einer Interpellation hat er die Regierung deshalb Ende November gefragt, wie sie die Situation einstufe, ob es für den Abschnitt eine Unfallstatistik gebe und wie man die Gefahr künftig entschärfen könne.

Sicherheitsanalyse ist bereits in Arbeit

Allzu viel kann die Regierung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Aber sie hat erkannt, «dass bei hohem Verkehrsaufkommen für alle Verkehrsteilnehmenden viele Konfliktströme bestehen, die sehr anspruchsvoll sind und ein entsprechendes Unfallpotenzial aufweisen». Wie die Regierung weiter schreibt, soll die Brünigstrasse in den nächsten Jahren saniert werden. Dafür werden auch die Anschlussknoten Sarnen Süd und Sarnen Nord überprüft, die aber in den Zuständigkeitsbereich des Bundesamts für Strassen (Astra) gehören.

Das Astra habe Interesse an dieser Überprüfung signalisiert, da gleichzeitig ein Erhaltungsprojekt an der Autostrasse zwischen Lopper und Sarnen Süd anstehe, schreibt die Regierung weiter. Die künftige Rolle und Ausgestaltung des Anschlussknotens Sarnen Nord werde ebenfalls im Radroutenkonzept des Kantons zu berücksichtigen sein. «Das Bau- und Raumentwicklungsdepartement und das Astra haben bereits im vergangenen Herbst gemeinsam eine Sicherheitsanalyse in Auftrag gegeben.» In der Analyse sollen auch die Unfallstatistik ausgewertet und Sicherheitsdefizite aufgezeigt werden, die keine direkten Unfallfolgen aufweisen. Auch Verkehrszählungen und Geschwindigkeitsmessungen sollen einfliessen.

Bauliche Massnahmen erst 2025

Für die Regierung ist eine Beurteilung der Gefährlichkeit dieses Strassenabschnitts erst nach Vorliegen der Ergebnisse Ende des ersten Quartals 2021 sinnvoll. Je nach Ergebnis soll dann eine Machbarkeitsstudie im Auftrag des Astra und des Kantons Lösungen aufzeigen. «Eine allfällige bauliche Anpassung der beiden Anschlüsse wäre im Rahmen der Sanierung der A8, Abschnitt Hergiswil bis Sarnen-Süd, im Jahr 2025 zu prüfen», so die Regierung.

Interpellant Hanspeter Scheuber ist zufrieden mit der Antwort der Regierung. «Ich bin froh, dass die gefährliche Situation speziell für den Langsamverkehr erkannt ist und es als wichtig erachtet wird, dass es eine Verbesserung braucht», sagt er auf Anfrage. Er wundere sich eher, dass man das Thema nicht schon früher in Angriff genommen habe. Dass es jetzt noch einige Zeit brauche, bis baulich etwas passiere, sei verständlich. «Grosse Projekte brauchen ihre Zeit.»