SARNEN: Glaubenberg: Warum sind neue Matratzen nötig?

Derzeit werden im Truppenlager verschiedene Anpassungen an der Infrastruktur vorgenommen. Dazu gehört auch eine Umzäunung der Anlage.

Adrian Venetz
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Die Truppenunterkunft auf dem Glaubenberg. (Bild Adrian Venetz)

Die Truppenunterkunft auf dem Glaubenberg. (Bild Adrian Venetz)

Adrian Venetz

Alte Matratzen raus, neue rein – in der Truppenunterkunft auf dem Glaubenberg bereitet man sich derzeit emsig auf die Ankunft der Asylsuchenden vor. Rasch einmal hört man hinter vorgehaltener Hand die Frage: Warum sollen Flüchtlinge auf besseren Matratzen schlafen als Soldaten?

Mit höherem Komfort habe das gar nichts zu tun, sagt Martin Reichlin vom Staatssekretariat für Migration (SEM) auf Anfrage. Der Grund liegt woanders: Damit das Truppenlager als Asylunterkunft genutzt werden kann, müssen andere Brandschutz-Bestimmungen erfüllt werden. Hier gelten nämlich bei einer zivilen Nutzung andere Vorschriften als bei einer militärischen Nutzung. Es dürfen beispielsweise nur feuerfeste Matratzen benutzt werden.

Notausgänge und Beschilderung

«Der Austausch der Matratzen im Truppenlager Glaubenberg erfolgt denn auch in Erfüllung der Brandschutzvorschriften», betont Martin Reichlin. Ganz allgemein gelte es zu bedenken: «In Fällen, in denen das SEM Einrichtungen der Armee vorübergehend zur Unterbringung von Asylsuchenden nutzt – unter ihnen auch Frauen, Familien mit Kindern und unbegleitete Minderjährige –, sind in der Regel gewisse Anpassungen bei der Infrastruktur oder der Einrichtung nötig. Das SEM beschränkt sich dabei auf die notwendigen Massnahmen.» Dazu gehören beispielsweise auch Notausgänge und eine Fluchtwegbeschilderung – dies ebenfalls im Zusammenhang mit Brandschutzauflagen. «Die Infrastruktur der Truppenunterkunft Glaubenberg lässt eine Trennung der Unterkünfte von Männern und Frauen ohne grössere Anpassungen zu», hält das Staatssekretariat für Migration weiter fest.

Areal wird umzäunt

Auch ausserhalb der Unterkünfte werden noch Anpassungen nötig sein. «Die Gebäude des Bundeszentrums werden wie alle Bundesunterkünfte umzäunt», sagt Martin Reichlin. Bundesasylzentren seien für die Öffentlichkeit grundsätzlich nicht zugänglich. «Asylsuchende sowie Besucher müssen sich beim Zu- und Austritt an der Loge des Zentrums an- bzw. abmelden», hält er fest.

Postauto erlaubt

Reichlin bestätigt zudem Informationen unserer Zeitung, wonach das Asylzentrum vermutlich erst eine Woche später als geplant eröffnet – am 9. statt am 2. November. «Das Truppenlager Glaubenberg wird dem SEM durch die Armee ab dem 30. Oktober zur Verfügung gestellt. Sobald die notwendigen Arbeiten abgeschlossen sind, beginnt das SEM mit der Unterbringung von Asylsuchenden. Voraussichtlich wird dies in der Kalenderwoche 46 der Fall sein.»

Schliesslich wird bis zur Eröffnung auch noch eine Art Shuttle-Bus in Betrieb genommen. «Es werden eigene Transportdienste für die Asylsuchenden eingerichtet», schreibt das SEM hierzu. «Es ist den Asylsuchenden jedoch nicht untersagt, auch die Postautoverbindung zu benützen.»

Geplant ist auf dem Glaubenberg die Unterbringung von bis zu 400 Asylsuchenden während rund sechs Monaten. Ab Sommer 2016 läuft dann der «reguläre» dreijährige Betrieb des Bundesasylzentrums mit höchstens 240 Personen (Ausgabe vom 30. September).