Sarnen
Gleiche Chancen für Kinder und Jugendliche – Sarner Netzwerk hat sich bewährt

Die Gemeinde Sarnen initiierte vor acht Jahren das Netzwerk Früherkennung Sarnen und baute es vor drei Jahren weiter aus. Die Zusammenarbeit hat sich bewährt, wie ein Augenschein zeigt. Nun hat Sarnen Kontakt mit dem Kanton geknöpft. Ein erstes Netzwerktreffen ist bereits aufgegleist.

Markus Villiger
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Gabriela Wirth (links), Mütter- und Väterberatung Obwalden, und Gerda Salzmann, Sozialdienst bei der Netzwerkarbeit für die Gemeinde Sarnen.

Gabriela Wirth (links), Mütter- und Väterberatung Obwalden, und Gerda Salzmann, Sozialdienst bei der Netzwerkarbeit für die Gemeinde Sarnen.

Bild: PD

Mit Erfolg führt die Gemeinde Sarnen seit einigen Jahren die beiden Netzwerke Früherkennung und Vorschulalter. Die beiden Leiterinnen Gerda Salzmann und Gabriela Wirth bringen es auf den Punkt: «Das Ziel aller Bemühungen ist die Chancenausgleichung der Kinder und Jugendlichen.» Das Rahmenkonzept zum Netzwerk Früherkennung Sarnen (NFS) wurde vom Gemeinderat Sarnen im August 2013 genehmigt. Dazu Gerda Salzmann (Diplomierte Sozialarbeiterin FH): «Das Netzwerk Früherkennung Sarnen hat sich als wichtiges Instrument im Bereich Früherkennung/Früherfassung etabliert. Der Einbezug der Fachbereiche Schule, Sozialdienst, Schulsozialarbeit, Jugendarbeit hat sich bewährt.»

Dem NFS fehlte jedoch der institutionalisierte Bezug zu Fachpersonen, die mit Kindern im Vorschulalter arbeiten. Der professionelle Bereich im Vorschulalter hatte sich in den letzten Jahren intensiv entwickelt. Es fehlte die interdisziplinierte Gesamtschau über die einzelnen Angebote sowie eine vernetzte Zusammenarbeit zur Früherkennung von Entwicklungen im Vorschulalterbereich.

Erweiterung der Netzwerkarbeit im Vorschulalter

Mit Beschluss der Geschäftsleitung der Gemeinde Sarnen vom November 2017 wurde die Teilnahme der Mütter-Väterberatung als ständiges Mitglied im NFS beschlossen. Sie deckt damit die Adressatengruppe Vorschulalter ab. Im März 2018 wurde das zweite Netzwerk Vorschulalter gegründet. Gabriela Wirth, seit zehn Jahren in der Mütter-Väterberatung in Obwalden tätig, betont:

«Ziel des Netzwerkes Vorschulalter ist die effiziente und die ressourcenorientierte Zusammenarbeit aller Berufsgruppen, die mit Kindern und Familien im Vorschulalter arbeiten.»

Nach Auskunft von Gabriela Wirth werden im NFS Vorschulalter keine Einzelsituationen besprochen. Einerseits aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes der Betroffenen und anderseits, weil die grosse Runde mit rund 30 Teilnehmerinnen kaum effizient eine Situation bearbeiten könnte. Im Netzwerk geht es darum, Kontakte zu anderen Fachpersonen zu knüpfen. Wie die beiden Gesprächspartnerinnen erwähnen, gehe es im NFS nicht um die Klassifizierung von Verhaltensweisen, sondern um das Aufgreifen von Themen und Entwicklungen, um den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen gerecht zu werden und Lösungswege sowie einen Umgang damit zu finden. Das Ziel aller Bemühungen sei die Chancenausgleichung der Kinder und Jugendlichen, unabhängig ihrer Herkunft.

Fachbereiche tauschen sich vermehrt aus

Für Gerda Salzmann ist das Netzwerk Früherkennung Sarnen ein wichtiges Instrument im Bereich der Früherkennung/Früherfassung. Das Netzwerk wird für den Informationsaustausch genutzt und ebnet die Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen auch ausserhalb der Sitzungen. Auch Gabriela Wirth zieht eine positive Bilanz. «Die Zusammenarbeit zwischen den Institutionen im Vorschulalter, wurde intensiviert und verbessert. Es herrscht eine bessere Übersicht zu den einzelnen Angeboten und Projekten der Institutionen.» Kurz:

«Wir sind zufrieden mit dem Verlauf.»

Ziel ist es, die Netzwerkarbeit mit dem Kanton und den anderen Gemeinden weiterzuentwickeln, da sich insbesondere kantonal tätige Institutionen den erweiterten Austausch nebst der Gemeinde Sarnen wünschen. Diesbezüglich hat der Kanton Obwalden inzwischen eine Strategie «Frühe Kindheit» entwickelt. Die Zusammenarbeit des NFS Sarnen mit dem Kanton Obwalden ist im Gang. Am 20. Oktober 2021 findet das erste Kantonale Netzwerktreffen «Frühe Kindheit OW» statt, das von der Kantonalen Fachstelle Gesellschaftsfragen organisiert wird.

Fachübergreifendes Zusammenspiel – am Beispiel eines fiktiven Falls

Es fällt im Kindergarten auf, dass Kinder bereits mit Smartphones hantieren. In der Schulsozialarbeit berichten Kinder häufig über Konflikte untereinander und nächtliche Whatsapp-Nachrichten, verbunden mit zu wenig Schlaf. Dies könnte ein Hinweis für eine negative Entwicklung sein. Der Thematik wird besondere Beachtung geschenkt und mögliche Strategien zum Umgang mit sozialen Medien entwickelt, welche in der Schule mit den Kindern sowie in der Elternarbeit der Mütter- und Väterberatung und der Kitas aufgegriffen werden. (vi)