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SARNEN: Hier tauschen sich Jung und Alt untereinander aus

Bunt und fröhlich geht es am Generationentreff im «Hirschen» zu. Freitags am Vormittag kommen einheimische und zugezogene junge Mütter jeweils mit ihren Kindern sowie Senioren zusammen.
Generationen im Gespräch am Generationentreff. (Bild: Marion Wannemacher (Sarnen, 23. Februar 2018))

Generationen im Gespräch am Generationentreff. (Bild: Marion Wannemacher (Sarnen, 23. Februar 2018))

Im «Hirschen» in Sarnen herrscht Trubel: Im Spielzimmer bläst Kathrin Spichtig aus Sarnen für zwei kleine Mädchen aus Eritrea Luftballons auf. An einem Tisch in der ehemaligen Wirtschaft basteln junge Mütter mit ihren Kindern, und an einer grossen Tafel wird sich zwischen Tee, Kaffee, Gipfeli und Apfelschnitzen munter ausgetauscht.

Da ist der Senior Theo Abächerli aus Giswil, Grosi Lisa Barmettler mit ihrer Enkelin aus Alpnach oder Silvia Tönnies mit ihrem elf Monate alten Arthur aus Deutschland, die mit ihrer jungen Familie nach Stalden gezogen ist. «Ich geniesse, dass hier auch mal andere nach meinem Kind schauen und ich in Ruhe meinen Kaffee trinken kann», erzählt Silvia. Daheim in Aachen hat sie ein Netzwerk von Familie und Freunden, hier kennt sie noch nicht so viele Leute.

Seniorin suchte Kontakte als «Ersatz-Grosi»

Bereits seit Sommer 2016 gibt es den Generationentreff, der von der Obwaldner Fachstelle Gesellschaftsfragen und Pro Senectute getragen wird. Den Anstoss gab eine Anfrage einer Schweizer Seniorin. «Sie war zugezogen und suchte Kontakte als ‹Ersatz-Grosi›. Auf ein Inserat erhielten wir sehr viele Antworten», erzählt Pamina Sigrist, Integrationsdelegierte beim Kanton Obwalden. «Wir waren von der grossen Resonanz überrascht und beschlossen, ein Gefäss zu schaffen, damit sich drei Generationen treffen könnten.» Denn rundum gebe es zwar Treffs für Familien, zum Beispiel von Kirchen, nicht aber generationenübergreifend. Mittlerweile nimmt sie auch privat mit Tochter Ilva am Generationentreff teil. «Man kommt mit Leuten ins Gespräch, die man sonst nicht treffen würde», findet sie.

Der Generationentreff startete im Spritzenhaus Sarnen. Doch dort stiess er rein von den Räumlichkeiten her bald an seine Grenzen. Immerhin kommen im Schnitt rund vierzig Gäste zusammen. Den Senioren sei es dort häufig zu laut gewesen, berichtet Luciano Gagliardi von der Fachstelle Gesellschaftsfragen. Im Hirschen könne man sich in verschiedene Winkel zurückziehen.

«Es gibt einen Haufen schöne Spielsachen»

«Ich komme zum interkulturellen Austausch her», erzählt Kathrin Spichtig. «Man kann sich auch ohne Sprache prima verständigen», findet sie, und ausserdem gebe es «einen Haufen schöne Spielsachen» sagt sie mit Seitenblick auf Sohn Luzian und Tochter Viviane. Fast jede Woche sei sie hier. Auch Lisa Barmettler kommt regelmässig mit ihrer vierjährigen Enkelin hierher. Der «Austausch tut den Kindern gut», lobt sie.

An Grosskindern mangelt es dem Giswiler Theo Abächerli sicher nicht: Er hat sechs Kinder und 16 Grosskinder. Er schätze den Kontakt mit den Kindern einfach. «Hier und da gibt es ein Gespräch oder auch mal nicht», erzählt er. Er interessiere sich auch für das Schicksal der Flüchtlinge am Treff und frage nach. «Ich bin ein kritischer Denker», betont er.

Das Pilotprojekt ist längst mit Erfolg beendet. Aus dem Generationentreff wurde ein reguläres Projekt. «Mit kleinem Aufwand haben wir Grosses bewirkt», lautet die positive Bilanz von Luciano Gagliardi.

Und auch die Helfer machen einen zufriedenen Eindruck: Lieselotte Schleiss etwa ging im vergangenen Sommer in Pension. «Ich habe mein Leben lang als Sozialpädagogin gearbeitet», erzählt sie nun. Seit mehr als einem Jahr komme sie zum Generationentreff und werde immer wieder von Müttern in Erziehungsfragen um Rat gefragt, Kinder suchten ebenfalls ihre Nähe.«Das ist das Beste, was mir passieren konnte», strahlt sie. «Ich habe schnell festgestellt, dass ich nach den Treffen immer so fröhlich bin.»

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@obwaldnerzeitung.ch

Hinweis

Generationentreff, immer freitags im ehemaligen Restaurant Hirschen, ohne Anmeldung, Teilnahme kostenlos. Von 9 bis 12 Uhr.

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