SARNEN: Hip-Hop-Anlass auf dem Landenberg: Gemeinderat Wälti hat «die Schnauze voll»

War der Hip-Hop-Anlass vom vergangenen Wochenende auf dem Landenberg zu laut? Gemeinderat Marcus Wälti meint entschieden Ja. Anwohner aber dankten den Organisatoren fürs Einhalten der Auflagen, Klagen erhielten weder sie noch die Gemeinde.

Markus von Rotz
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Besucher verfolgen ein Konzert am 1. Hiphop-Festival auf dem Landenberg. (Bild: Oliver Mattmann (Sarnen, 29. Juli 2017))

Besucher verfolgen ein Konzert am 1. Hiphop-Festival auf dem Landenberg. (Bild: Oliver Mattmann (Sarnen, 29. Juli 2017))

Markus von Rotz

markus.vonrotz@obwaldnerzeitung.ch

Sarnens Gemeinderat Marcus Wälti (SVP) ist gar nicht erfreut über den jüngsten von «seiner» Gemeinde bewilligten Anlass auf dem Landenberg: «An den sonnigen Wochenenden möchte ich gerne meine Ruhe im Garten geniessen, ein Buch lesen und mich von meiner anstrengenden Tätigkeit erholen.» Dann aber gehe es los mit lauten, Nerven raubenden Basstönen. «Wir lärmgeplagten Bewohner haben die Schnauze voll», schreibt er in einem Online-Kommentar zu unserm Bericht übers Rapattack-Festival.

Mit dem, was da an akustischer Reizüberflutung geboten werde, sei «für viele die Grenze des Unerträglichen erreicht oder gar überschritten». Auswirkungen übermässiger Lärmbelastungen würden oft verniedlicht. «Störungen und Belästigungen durch Lärm können gesundheitliche Auswirkungen haben und zu physischen oder psychischen Schäden führen.» Wie saubere Luft gehöre auch «ein lärmfreier Lebensraum zu einer intakten Umwelt». Wälti ist unter anderem in Sarnen für die öffentliche Ruhe und Ordnung zuständig.

Bewilligung wohl auch nächstes Jahr wieder

Gemeindeschreiber Max Rötheli will die «persönliche Meinung» Wältis auf Anfrage nicht kommentieren. Abgesehen von einer eher allgemeinen Reklamation seien der Gemeindeverwaltung keine Klagen über den Anlass bekannt. Die Vereinigung Pro Landen­berg hat den Boden zur Verfügung gestellt, das Departement Wirtschaft der Gemeinde erteilte die Gastwirtschaftsbewilligung mit Auflagen. Rötheli geht davon aus, dass diese Bewilligung auch ein nächstes Mal erteilt werden kann, wenn es keine wichtigen Gründe dagegen gibt. Allenfalls würden andere oder zusätzliche Auflagen erteilt.

«Wir sind schon auch der Meinung, dass die Nachtruhe nicht überstrapaziert werden soll», sagt Rötheli allgemein zur Bewilligungspraxis. Doch die meisten Anlässe auf dem Landen­berg seien privat, und wenn kein Alkohol verkauft werde, brauche es auch keine Bewilligung der Gemeinde. Ihr sei wichtig, «dass die Anlässe nicht alle am gleichen Ort stattfinden, sondern sich auf Ei, Landenberg, Dorfzentrum, Seefeld oder die Reithalle verteilen». Letztlich aber sei das Lärmempfinden «immer subjektiv».

Auf Wältis Kritik will OK-Präsident Tim Schöpfer nicht konkret eingehen. Er findet generell, es wäre schön, wenn solches Engagement Jugendlicher geschätzt würde. «Dank uns haben viele junge Auswärtige mal Obwalden von einer schönen Seite erlebt, und es gab dank des Anlasses auch einige Logiernächte, wir hatten ja rund 800 Personen am Anlass.»

Dankes-E-Mails für Einhaltung der Auflagen

Schöpfer betont zudem: «Wir haben weder von der Polizei etwas gehört noch direkte Beschwerden erhalten. Im Gegenteil: Wir haben von Anwohnern in der Nähe des Landenbergs Dankes-E-Mails bekommen. Sie haben es sehr geschätzt, dass wir den Zeitplan eingehalten haben, wie es geplant und bewilligt war, dass die Konzerte also wirklich um Mitternacht fertig waren.» Danach habe es weder Musik noch Besucher im Freien gehabt, und das Team habe bereits mit Aufräumen begonnen.

Der OK-Präsident sagt im Namen des dreiköpfigen Vorstands: «Unser Ziel war es, einen kulturellen Beitrag in Obwalden für Junge und Erwachsene zu leisten. Dabei war es uns äusserst wichtig und klar, dass wir alle Auflagen und Vorgaben der Gemeinde und des Kantons einhalten.» Es habe auch keine Zwischenfälle gegeben. «Es war ein sehr friedlicher Anlass.» Aufgrund der Erfahrungen ist für ihn klar: «Wir wollen auf jeden Fall weitermachen.» In einem zweiten Online-Beitrag gibt ein Hans Rohrer dem OK den Tipp, dem betroffenen Sarner Gemeinderat nächstes mal ein VIP-Ticket zu schicken: «Dann wird er ganz handzahm.»

Gemeinderat Marcus Wälti (Bild: PD)

Gemeinderat Marcus Wälti (Bild: PD)