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SARNEN: Hochwasserschutz: Herausforderung für Planer und Baumeister

Auf den Tag genau ein Jahr nach dem fatalen Gewitter mit grossen Schäden am Blattibach hat der Gemeinderat über den Stand der Sanierungsarbeiten orientiert. Trotz schwieriger Bedingungen ist man gut im Zeitplan.
Romano Cuonz
Ein Jahr nach dem Unwetter: Stephan Flury orientiert auf der Baustelle Wybergli über die Vorhaben zur ­Wiederherstellung der Hochwassersicherheit. (Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 24. Juni 2017))

Ein Jahr nach dem Unwetter: Stephan Flury orientiert auf der Baustelle Wybergli über die Vorhaben zur ­Wiederherstellung der Hochwassersicherheit. (Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 24. Juni 2017))

Romano Cuonz

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

«Am 24. Juni vor einem Jahr hat am Blattibach ein Morgengewitter mit Regenmengen von über 100 Litern in 90 Minuten für grosse Schäden gesorgt», sagte Stephan Flury, Bereichsleiter Umwelt der Gemeinde Sarnen, am Samstagmorgen auf der Baustelle Wybergli. Seine Zuhörer: Gegen 100 Sarnerinnen und Sarner, die über eine Schotterstrasse zur Baustelle hochgestiegen waren. Alle wollten vor Ort und aus erster Hand Informationen zum Stand beim Hochwasserschutzprojekt haben. Schliesslich hatten sie im Februar dafür einen Gesamtkredit von 2,55 Millionen – der Anteil der Gemeinde beträgt 892500 Franken – bewilligt.

Wenn Wolken aufziehen, «sind wir wie auf Nadeln»

Noch am Tag, an dem das Unwetter hereinbrach, hatte die Gemeinde Sofortmassnahmen ergriffen. Absolut notwendige Reparaturen erfolgten bis Ende Jahr. Kostenpunkt: 1,08 Millionen mit einem Sarner Anteil von 240'000 Franken. Riesig sei die Herausforderung für Planer und Baumeisterin der nächsten Phase gewesen, so Stephan Flury. Im Bereich Wybergli – zwischen Wiler- und Schwanderstrasse – gab es arg beschädigte Sperren. Ihr Versagerrisiko war zu gross. «Hier mussten wir den Hochwasserschutz unbedingt noch vor der heurigen Gewittersaison gewährleisten», erklärte Flury. Man plante den Bau von drei massiven Eisenbetonsperren, die beste­henden Schutzbauten verstärkte man. Schliesslich wurde die Sohle mittels eines neuen, rauen Bachbetts gesichert. «Dieses Bett soll im Ernstfall die Energie des Wassers stark bremsen, bevor es in den See fliesst.» Weil alle Anwohner grosses Verständnis aufbrachten und Einsprachen ausblieben, ging es mit dem Bau gut voran.

«Wir haben nur einen kleinen Rückstand auf den Zeitplan und können so schon in diesem Sommer mehr Sicherheit garantieren», versprach Christian Preiss von der Schubiger AG. Die Besucher konnten sich gleich selber überzeugen, welch gute und kostengünstige Lösungen Planer und Unternehmer am Blattibach realisieren. Vorerst hatten sie steile Zufahrtswege von der Giglen- und der Schwanderstrasse gebaut. Darauf können 32 Tonnen schwere Lastwagen, wenn auch rückwärts, zu den Baustellen vorrücken. «Frühe Gewitter stellten uns vor Probleme», berichtete Bauführer Ueli Berwert. Darauf habe man das Wasser des Bachs in riesigen Rohren über die Baustelle hinweg geleitet und zur Sicherheit der Siedlungen Dämme errichtet. «Wenn Gewitterwolken aufziehen, sind wir wie auf Nadeln», gab Stephan Flury zu verstehen. In solchen Momenten befänden sich stets verschiedene Fachleute und Kenner des Bachs in Alarmbereitschaft.

Die Forellen sollen zurückkehren

Im Moment bietet die Baustelle kein schönes Bild: Die grossen Bäume gefällt, wo grüne Matten waren, Maschinen und Baugruben, schmutziges Wasser in Röhren. Doch mindestens die Forellen seien zuvor gefangen und in Sicherheit gebracht worden, erklärte Stephan Flury. Später sollen sie in den für sie ökologisch viel attraktiveren Bach zurückkehren. «Für alle Bäume, die jetzt weichen mussten, pflanzen wir später neue», versicherte der Sarner Umweltchef.

Nach Abschluss der aktuellen Phase werde man noch diesen Sommer die Planungen der nächsten Arbeiten in Angriff nehmen, stellte Gemeinderat Peter Seiler in Aussicht. Dabei gehe es darum, das ganze Gerinne – auch oberhalb der Schwanderstrasse – in Ordnung zu bringen. Beim Einfluss in den See möchte man den schnurgeraden, betonierten Kanal durch einen mäandrierenden Bachlauf ersetzen. Dazu aber müsse man sich mit dem betroffenen Landwirt auf einen Landabtausch einigen. «Über den Kredit entscheidet wieder die Gemeindeversammlung», sagte Seiler. Auch Kanton und Bund müssten zustimmen. Es bestehe allerdings berechtigte Hoffnung, dass die Sanierung des Blattibachs in zwei Jahren abgeschlossen sei.

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