SARNEN: Hochwasserschutz ist «gut im Zeitplan»

Eine ausserordentliche Gemeindeversammlung genehmigte für dringenden Hochwasserschutz einstimmig insgesamt 3,6 Millionen Franken. Jetzt kann im Blattibach und Mosgräbli weiter gebaut werden.

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Der Blattibach bedarf Sofortmassnahmen, um Schlimmeres zu verhindern. (Bild: Romano Cuonz)

Der Blattibach bedarf Sofortmassnahmen, um Schlimmeres zu verhindern. (Bild: Romano Cuonz)

«Ich stehe zum ersten Mal als Gemeinderat vor der Bevölkerung und habe gleich Millionenkredite zu vertreten», sagte der für Naturgefahren und Gewässerschutz verantwortliche Peter Seiler zu Beginn der ausserordentlichen Sarner Gemeindeversammlung vom Mittwochabend. Und Gemeindepräsident Paul Küchler betonte: «Die Wiederherstellung des Hochwasserschutzes im Blattibach und im Mosgräbli sind so dringende Geschäfte, dass wir uns keinen Aufschub bis zur ordentlichen Versammlung erlauben konnten.» Beim Blattibach waren nach dem Hochwasser vom 24. Juni 2016 für rund 185000 Franken Sofortmassnahmen ausgeführt worden. ­Diese hatte der Rat im Rahmen des Grundangebots selber beschlossen.

Baustart schon für März geplant

An der gut besuchten Gemeindeversammlung ging es nun um Phase 2: Kernpunkt dabei ist die Erstellung von drei Sperren als Fixpunkte im Gebiet Schwanderstrasse bis Wybergli. Kostenpunkt, samt einem nur kleinen Landerwerb, 2,6 Millionen Franken. Die Einwohner sagten dazu ohne jede Gegenstimme Ja. Noch müssen nun Bund (rund 892500 Franken) und Kanton (765000) ihre Subventionen bewilligen. Der Gemeinde verbleiben dann noch 892000 Franken zu finanzieren. «Dank Ihrer Zustimmung sind wir nun gut im Zeitplan», dankte Peter Seiler den Anwesenden. Baustart soll am 15. März sein, und bis zum Beginn der Gewittersaison Ende Juni möchte man Phase 2 abgeschlossen haben. Unmittelbar danach nehme man die Gesamtsanierung des Blattibachs in Angriff. Diese nochmals sehr kostenintensive dritte Phase umfasse dann die Sanierung der Sperren in der Steilstrecke und die Neugestaltung des Blattibach-Unterlaufs ab Brücke Wilerstrasse bis zum Einfluss in den See.

Das Hochwasserschutzprojekt Mosgräbli (1 Million Franken) bewilligten die Anwesenden ebenfalls ohne Gegenstimme. In der Schwendi will man – nach Sofortmassnahmen in der Höhe von 130000 Franken – in den kommenden Monaten folgende Schritte einleiten: Der Geschiebesammler soll durch die Sicherung der Furt Girhalten wieder funktionstüchtig werden. Im Oberlauf werden punktuell forstliche Massnahmen geplant. Beim Übergang ins Siedlungsgebiet (Datischwand) baut man einen zusätzlichen Geschiebesammler. Das Gerinne durchs Siedlungsgebiet wird mit einem Raubett ausgebaut, und die Dämme werden stellenweise erhöht. Kleine Massnahmen sieht man an der Glaubenbergstrasse vor. Der Gemeinde verbleiben nach Subventionen 315000 Franken. «Wir sind uns bewusst, dass nach diesen dringlichen Massnahmen weitere Sicherungen und Unterhaltsarbeiten an anderen Bächen – namentlich am Schwandbach – auf uns zukommen», räumte Seiler auf Anfrage aus der Versammlung ein.

 

Romano Cuonz

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Die Mobiliar steuert einen Beitrag an das Hochwasserschutzprojekt der Sarner Aa bei. Im Bild: Das geplante Hilfswehr an der Rütistrasse in Sarnen. (Bild: pd)

Die Mobiliar steuert einen Beitrag an das Hochwasserschutzprojekt der Sarner Aa bei. Im Bild: Das geplante Hilfswehr an der Rütistrasse in Sarnen. (Bild: pd)