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SARNEN: Im ehemaligen «Hirschen» wirds bunt

Die Gemeinde stellt der Color-Box vorübergehend den ehemaligen «Hirschen» beim Kino Seefeld zur Verfügung. Auch für die Zeit danach zeichnet sich eine Lösung ab.
Marion Wannemacher
Sie freuen sich über neue Räumlichkeiten für die Color-Box (von links): Gemeinderätin Manuela von Ah, Initiant Adrian Hossli, der designierte Justizdirektor Christoph Amstad und Äbtissin Maria Pia Habermacher. (Bild Romano Cuonz)

Sie freuen sich über neue Räumlichkeiten für die Color-Box (von links): Gemeinderätin Manuela von Ah, Initiant Adrian Hossli, der designierte Justizdirektor Christoph Amstad und Äbtissin Maria Pia Habermacher. (Bild Romano Cuonz)

Marion Wannemacher

Die Odyssee um die Suche für eine Bleibe hat ein Ende: Vorübergehend kommt die Color-Box, wo Flüchtlinge malen können, im ehemaligen Restaurant Hirschen unter, für die Zeit danach deutet sich laut Künstler Adrian Hossli auch bereits eine Lösung an. Die Gemeinde Sarnen hat der Projektgruppe genehmigt, die von ihr erworbene Restauration beim Kino Seefeld bis Herbst mietfrei zu nutzen.

Adrian Hossli ist froh, dass seine mühsame Suche nach einer Unterkunft ein Ende hat. «Von offizieller Seite, vom Kanton und auch von Seiten der Gemeinde Sarnen, blieb lange Zeit die Unterstützung versagt», sagt er. Da die Flüchtlinge mehrmals in der Woche die Möglichkeit haben, vom Asylzentrum auf dem Glaubenberg nach Sarnen zu fahren und sich dort von 10 bis 16 Uhr aufzuhalten, ist das Projekt Color-Box auf Sarnen fixiert. 13 angefragte Objekte waren entweder ungeeignet, oder er erhielt eine Absage.

Ideale Bedingungen

Der Spontanpreis der Obwaldner Kulturförderung half dabei auch nicht weiter. Erst ein festliches Abendessen mit marokkanischen Köchen zum Abschied im Herrenhaus des Frauenklosters Sarnen brachte die Wende. Dort war die Gruppe für zwei Monate untergekommen. Dorthin hatten die Helfer auch Vertreter von Kanton und Gemeinde eingeladen.

Eigentlich hatte die Projektgruppe schon den abschlägigen Bescheid für den «Hirschen» erhalten. «Die Räumlichkeiten sind sehr sanierungsbedürftig. Für eine längerfristige Nutzung hätte die Gemeinde Sarnen in die Räumlichkeiten investieren müssen», erklärt Gemeindeschreiber Max Rötheli auf Anfrage.

Für eine vorübergehende Zeit dagegen könne die Gemeinde der Projektgruppe die ehemaligen Gastroräumlichkeiten zur Verfügung stellen. «Wir finden, das ist eine gute Sache, wenn es schon Freiwillige gibt, die so etwas anbieten, muss man sie unterstützen», ist Rötheli überzeugt. «Es ist vorteilhaft, wenn Asylsuchende eine Freizeitmöglichkeit im Dorf haben. Mit dem ‹Hirschen› hat man ja auch ideale Bedingungen im Rahmen einer beschränkten Nutzung ohne Ansprüche.»

«Wunderbare Atmosphäre»

Die Freiwilligengruppe zeigt sich mit der Lösung mehr als zufrieden. Da sind alle einer Meinung. Mit einer funktionierenden Küche und Bar biete das Haus nicht nur Möglichkeiten für das Projekt Color-Box, sondern auch Potenzial für einen Treffpunkt für Asylsuchende vom Glaubenberg und auch aus dem Dorf. «Wir wollen ihnen zeigen, dass sie erwünscht sind, alle können bei uns vorbeikommen zu Kaffee, Tee und Kuchen», so Hossli.

Er stellt sich weitere Möglichkeiten vor: «Wir haben bereits ein Klavier und Trommeln, zusätzliche Musikinstrumente finden sich bestimmt auch. Das gibt eine wunderbare Atmosphäre. Es gibt auch ein Tischfussballspiel.» Da könne getanzt und gespielt werden. Kurz vor der Einweihung haben fleissige Hände aus der 15-köpfigen Projektgruppe den «Hirschen» auf Hochglanz poliert. Mittlerweile hängen Bilder an den Wänden. Gemalt haben sie die Flüchtlinge. Die Bilder thematisieren, was den Flüchtlingen aus Afghanistan, Eritrea, Ghana, Marokko und der Türkei auf der Seele brennt. Weinende Gesichter, Nationalflaggen mit Blut, Schiffsszenen auf hoher See und der Stacheldrahtzaun des Asylzentrums auf dem Glaubenberg.

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