SARNEN: Im Mittelpunkt steht die Forelle

Obwaldens Fischer befassten sich gleich mehrfach mit der Forelle. Um Fortpflanzung und Aufzucht der See- und Bachforellen oder ums Heimatrecht für Regenbogenforellen ging es.

Romano Cuonz
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Vizepräsident Marco von Glutz (links) und Präsident Jörg Reinhard orientieren über die Forelle. (Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 20. Januar 2017))

Vizepräsident Marco von Glutz (links) und Präsident Jörg Reinhard orientieren über die Forelle. (Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 20. Januar 2017))

Romano Cuonz

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Die Forelle – in all ihren bei uns vorkommenden Arten – ist und bleibt ein Sorgenkind des heute 221 Mitglieder zählenden Fischer­vereins Obwalden. Wohl deshalb liessen sich die Mitglieder im Anschluss an ihre 93. General­versammlung von Bänz Lundsgaard-Hansen von der Fischereiberatungsstelle Fiber in Kastanienbaum über die natürliche Fortpflanzung dieses faszinierenden Edelfischs informieren.

Bach- und Seeforellen brauchen Bäche mit grobem, nicht verklebtem Kiesgrund, um den Laich ablegen zu können. Mit ihren Schwanzflossen graben sie dafür kleine Gruben. Der Laich bleibt über den Winter ein halbes Jahr unter dem Kies, bis die ­kleinen Fische schlüpfen. Mit Hochwasser kommen Forellenpopulationen klar. «Da erträgt es viel mehr, als man allgemein glaubt, ja die Bewegung von Geschiebe ist sogar notwendig», überraschte der Fachmann die Fischer. Gefahr für die Naturverlaichung bestehe dort, wo landwirtschaftliche Ausscheidungen den Kies verklebten oder ein Kraftwerkbetrieb die normale Dynamik und den Kiestransport in Bächen störe. Aber Lundsgaard-Hansen gab sich optimistisch: «Je kleiner die Gewässer, desto besser funktioniert die Fortpflanzung der Bach- und Seeforellen noch.» Kleine Gewässer gelte es durchlässig zu machen.

Lebensraum massiv verbessern

Um das Bachneunauge als Fisch des Jahres, Äschen, Nasen und nicht zuletzt auch Seeforellen geht es dem Fischereiverein beim Kampf gegen das Hoch- wasser­sicherheitsprojekt Sarneraatal. «Unsere Einsprache richtet sich aber ausschliesslich gegen geplante Massnahmen in der Sar­neraa und nicht gegen das Stollenprojekt», beteuerte Fischerpräsident Jörg Reinhard. Bei der Festlegung der Gewässerlinie sei man zu viele Konzessionen zu Gunsten bestehender Nutzung und Bauten eingegangen. Stets zum Nachteil der Fischerei. Die für eine dynamische Gewässerentwicklung zwingend notwendige Aufweitung werde so verunmöglicht. Damit könnten keine neuen Laich- und Jungfischhabitate entstehen. Vor allem verbessere das Projekt die Fischgängigkeit der Sarneraa keineswegs. Wörtlich meinte Reinhard: «Wir wollen hier die einzige und letzte Chance, die Sarneraa für die Zukunft als Fischgewässer und Lebensraum zu verbessern, nutzen.»

Zum Fortbestand gesunder Fischbestände soll der gemeinsame Einsatz von Obwalden und Nidwalden in Sachen Aufzucht von Forellen und Felchen beitragen. Alain Schmutz, Leiter der Abteilung Umwelt beim Kanton Obwalden, gab sich überzeugt, dass die angelaufene Zusammenarbeit der beiden Kantone in der Beckenrieder Fischbrutanstalt zu erfreulichen Resultaten führen werde.

Diskussion um Regenbogenforelle

Nochmals im Mittelpunkt stand die Forelle unter Varia. Genauer gesagt die Regenbogenforelle! Ein Mitglied lancierte einen gehässigen Angriff gegen den in Sarnen anwesenden Präsidenten des Schweizerischen Fischerei-Verbandes, Roberto Zanetti. Dieser SP-Ständerat sei mitschuldig, dass im Parlament eine Motion zur Einbürgerung der Regenbogenforelle abgelehnt worden sei. Der ursprünglich in Kanada heimische Fisch ist bei uns seit 120 Jahren eingeführt. Zanetti gab der Versammlung zu verstehen, dass es sich da um eine politisch höchst heikle und viel diskutierte Angelegenheit handle: «Hier können unverkrampfte, flexible und pragmatische Schritte viel eher zu einer guten Lösung führen.» Eine gesetzliche Regelung bedeute ein Verdikt, das man dann nicht mehr rückgängig machen könnte.