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Aus der Traum: Sarnen ist zu klein fürs Schoggifest

Das erste Schweizer Schokoladenfestival im Hauptort wird abgesagt. Eine überarbeitete Version mit Fokus auf Nachhaltigkeit soll nächstes Jahr stattfinden – in Zürich statt in Sarnen.
Franziska Herger
Im Juni 2018 tönte es noch vielversprechend: An drei Tagen sollte es in Sarnen nach Schokolade riechen. (Bild: Repro: OZ)

Im Juni 2018 tönte es noch vielversprechend: An drei Tagen sollte es in Sarnen nach Schokolade riechen. (Bild: Repro: OZ)

Markthäuschen über Markthäuschen voller Schokolade im Dorfzentrum und sogar eine Werkstatt, in der Besucher selber Schokolade herstellen können: So hätte das erste Schweizer Schoggifestival in Sarnen aussehen sollen. Doch aus dem dreitätigen Anlass, den die Veranstalter ursprünglich für letzten Dezember geplant hatten, wird nun definitiv nichts.

Nachdem der Anlass bereits auf November dieses Jahres verschoben worden war, teilt der Verein Schoggifestival Schweiz nun mit, das Fest werde ganz abgesagt. Man habe nicht genügend Aussteller motivieren können, ein Teil davon zu sein.

«Grosse Produzenten haben Ausstellung nicht nötig»

«Wir bedauern das sehr», sagt Vereinspräsident Emmanuel Hofer, Inhaber der EMHO Management AG in Alpnach. «Trotz positiver Signale von Behörden, Sponsoren und potenziellen Besuchern teilten viele Schokoladenhersteller unsere Begeisterung nicht. Grosse Produzenten haben es nicht so nötig, an einem Schoggifestival auszustellen. Gleichzeitig hatten einige kleinere Produzenten Angst, neben den grossen Schokoladenmarken nicht zur Geltung zu kommen.»

Eine weitere Gruppe von Kleinproduzenten sei zudem sehr auf Nachhaltigkeit, Fairtrade und biologischen Anbau fokussiert, erklärt Emmanuel Hofer. «Sie wollten nicht neben grösseren Herstellern ausstellen, die in ihrer Produktion andere Ziele verfolgen.»

Städter interessieren sich mehr für vegane Schokolade

Die Idee der Nachhaltigkeit jedoch sei schon Bestandteil des ursprünglichen Konzepts gewesen und werde nun von einem Teil des Vorstands weiterverfolgt. Es werde voraussichtlich im nächsten Frühling ein Schoggifestival mit stärkerem Fokus auf Nachhaltigkeit geben – aber in einer grösseren Stadt, wohl in Zürich, statt in Sarnen. «Die urbane Bevölkerung interessiert sich unserer Ansicht nach stärker für Themen wie Fairtrade oder vegane Schokolade und gibt auch gerne mehr Geld dafür aus», erklärt Emmanuel Hofer. «Und wenn sich in Obwalden jemand dafür interessiert, ist es viel wahrscheinlicher, dass er nach Zürich an ein Schoggifestival reist, als umgekehrt.»

Sie finde es schade fürs Dorf, dass der Anlass nicht stattfindet, sagt Marianne von Ah von der Pilatus Drogerie, Co-Präsidentin der Sarner Fachgeschäfte. «Aber es kommen auch wieder andere Anlässe. Es waren viele tolle Ideen da fürs Schoggifestival, doch weil wir noch nicht genau wussten, wie das Endprodukt dann aussähe, haben wir uns nicht zu viel davon versprochen.»

Auch dass Sarnen als zu klein für ein Schoggifestival mit nachhaltigem Fokus eingeschätzt werde, findet Marianne von Ah schade. «Sarnen ist klein, aber fein. Aber es gibt natürlich viele Auswärtige, die gar nicht wissen, wo Sarnen eigentlich ist. Um es bekannter zu machen, wäre das Schoggifestival sicher etwas Gutes gewesen.»

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