SARNEN: Jetzt rücken sie vom neuen Depot aus

Das neue Lokal ist bezogen, mehr Mitglieder und ein eher ruhiges Jahr – die Feuerwehr ist zufrieden mit 2015. Und freut sich über einen Spitzenplatz.

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Feuerwehrkommandant Thomas Schrackmann (links) bringt mit Peter Burach einen Spind (Schrank) in den neuen Trakt. (Bild: Matthias Piazza / Neue OZ)

Feuerwehrkommandant Thomas Schrackmann (links) bringt mit Peter Burach einen Spind (Schrank) in den neuen Trakt. (Bild: Matthias Piazza / Neue OZ)

Es war ein durchwegs positiver Jahresbericht, den der Sarner Feuerwehrkommandant Thomas Schrackmann am Samstag präsentieren durfte (siehe auch Kasten). Ausdrücklich bedankte er sich, dass er auch auf der politischen Ebene immer volle Unterstützung finde, trotz seiner nicht immer einfachen und bescheidenen Wünsche. Auf Nachfrage präzisierte Schrackmann gegenüber unserer Zeitung, dass dies natürlich insbesondere vor dem Hintergrund seines persönlichen Highlights des vergangenen Jahres stehe: «Dass wir jetzt unser neues Lokal in Betrieb nehmen können, ist für mich nach all den Jahren der Projektierung, Planung und des Baus ein Riesenschritt. Wir haben das Optimum herausgeholt. Generell fühlen wir uns von der Gemeinde getragen und von der Bevölkerung geschätzt.»

Neubau des Lokals prägte 2015

Seit gestern Abend rückt die Sarner Feuerwehr also aus dem neuen Lokal in der Ei aus. 2015 war geprägt von diesem Neubau, welcher die Einsatzbedingungen massiv verbessert, nicht zuletzt auch durch die zusätzlichen Fahrzeugeinstellplätze im neuen Erweiterungsanbau. Umgesetzt wurde das neue Lokal im Rahmen des Gesamtprojekts, zu dem auch der Werkhof und die Entsorgungsstelle gehören. Der Kostenanteil für die Feuerwehr belief sich auf rund 2,9 Millionen Franken. Man habe sich zwar angesichts der Finanzen schon nach der Decke strecken müssen, sagt Thomas Schrackmann und kommt in diesem Zusammenhang auf das Thema Ersatzabgabe zu sprechen. «Ich bin der Meinung, dass die Feuerwehr-Ersatzabgabe zu tief ist, vergleicht man sie mit der Leistung, welche die Feuerwehrleute für die Allgemeinheit erbringen.»

Bestand steigt stetig an

Doch trotz der grossen Leistung, die bei der Feuerwehr nötig ist: Nachwuchsprobleme hat man in Sarnen keine. Im Gegenteil, der Bestand steigt seit Jahren kontinuierlich und lag Ende Jahr bei 161 Mitgliedern. Laut Jahresbericht wurden 2015 total 18 neue Feuerwehrleute aufgenommen, davon vier ausgebildete, zugezogene Soldaten und 14 Rekruten.

Kommandant Schrackmann freut sich besonders darüber, dass man mit 20 weiblichen Mitgliedern die höchste Frauenquote im Kanton habe und auch dieses Jahr wieder drei Neuzugänge begrüssen durfte: «Darum sagt man, wir seien die fortschrittlichste Feuerwehr. Frauen sind absolut ebenbürtige Feuerwehrleute. Zwar gibt es gewisse Schwerarbeiten, die aus konstitutionellen Gründen nicht geeignet sind, aber das ist nur eine Frage der Einteilung.»

Jeweils gegen 100 Personen kommen anlässlich der Aushebungen an den Orientierungsabend, es sei ein Leichtes, immer genügend neue Mitglieder zu finden, so Schrackmann weiter.

Wer nicht dabei ist, verpasst etwas

Und wer mal in der Feuerwehr ist, soll auch mit Freude an der Sache bleiben. Proben und Übungen sind ein Schlüssel dazu. «Wir versuchen diese so zu gestalten, dass die Abwesenden immer das Gefühl haben, sie hätten etwas verpasst», erklärt der Kommandant schmunzelnd. Laut Jahresbericht wurden 2015 denn auch die Zielsetzungen grösstenteils erreicht.

Die Feuerwehr befinde sich auf einem sehr hohen Ausbildungsstand. Dementsprechend meisterten die Sarner im Oktober auch eine unangemeldete Übungsinspektion mit Bestnoten. In diesem Zusammenhang sei auch den vielen Arbeitgebern zu danken, die Mitarbeitern, die in der Feuerwehr seien, auch die entsprechende Zeit zur Verfügung stellten, betont Thomas Schrackmann.

Philipp Unterschütz

Auch Fehlalarme gehören dazu

Aus der Jahresstatistik geht zudem hervor, dass die Feuerwehr insgesamt 68 Einsatzmeldungen und 15 Einsätze im Wach- und Verkehrsdienst an Anlässen zu bewältigen hatte. 11-mal mussten die Feuerwehrleute wegen Bränden ausrücken, 19-mal zu Transporteinsätzen. «Es war glücklicherweise ein eher ruhiges Jahr, obwohl wir einige Einsätze mehr hatten als 2014», sagt Thomas Schrackmann. Auffällig ist, dass unter den Einsätzen auch 27 Fehlalarme waren. «Das waren alles Alarme technischer Natur, also von Brandschutzmeldeanlagen. In Sarnen gibt es wegen der wachsenden Industrie- und Bautätigkeit immer mehr solcher Anlagen», erklärt Thomas Schrackmann.

Für die Feuerwehren sei es normal, dass es sich bei den Einsatzzahlen bei bis zu einem Drittel um Fehlalarme handle, bei technischen Anlagen könne so etwas schon mal vorkommen.

Hinweis:

9. April, 10 bis 17 Uhr, Tag der offenen Tür in der Ei, Sarnen, mit Einweihung des neuen Gebäudes und drei neuen Fahrzeugen um 14 Uhr, Feuerwehrdemonstrationen, Festwirtschaft und Kinderprogramm.