SARNEN: Jodlerfest: Gross und trotzdem gemütlich

Das Ereignis wirft seine Schatten voraus: 100 Tage vor dem Zentralschweizerischen Jodlerfest informierte das OK über die Vorbereitung.

Primus Camenzind
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War zum ersten Mal zu hören: der Festjodel «Fyyrä bi dä Tschifeler». (Bild Corinne Glanzmann)

War zum ersten Mal zu hören: der Festjodel «Fyyrä bi dä Tschifeler». (Bild Corinne Glanzmann)

Primus Camenzind

Ein imposanter, säulenförmiger Pylon zierte am vergangenen Mittwochabend den Haupteingang zur Kantonsschule Obwalden. Er trug die Logos der Firmen, welche das Zentralschweizerische Jodlerfest (ZSJF) vom 26. bis 28. Juni 2015 unterstützen. Zudem gaben die drei Sarner Jodlerklubs gemeinsam einen Naturjuitz zum Besten, ein Alphorn-Duo interpretierte gepflegte Melodien, und zwei Fahnenschwinger gaben der Szene ihr optisches Gepräge. Nach diesen genussvollen Minuten bat Regierungsrat Franz Enderli, OK-Präsident des ZSJF, die rund 100 geladenen Sponsoren und Gäste ins Innere des Gebäudes. Er und sein Komitee verkündeten eine erfreuliche Botschaft: Die Vorbereitungen für den Grossanlass im Obwaldner Kantonshauptort sind auf besten Wegen!

3300 Aktive angemeldet

«Einfach, gemütlich und echt» solle es werden, versprach Franz Enderli. «Fyyrä bi dä Tschifeler» ist angesagt. Dies soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass 50 000 bis 60 000 Besucherinnen und Besucher erwartet werden. Inzwischen ist auch die Teilnahme von 3300 Aktiven aktenkundig.

Was es dafür an Infrastruktur und Bauten braucht, zeigte Ressortchef Ernst Vogler: allem voran der öffentliche Verkehr als Zubringer – mit den Extrazügen der Zentralbahn zwischen Luzern und Interlaken oder den Postautolinien vom Entlebuch bis nach Seelisberg, und dazu rund 10 000 Parkplätze im Grossraum Sarnen. «Auf einem Festradius von nur 350 Meter bieten wir fünf Konzertlokale und Aussenplätze für insgesamt 4500 Besucher», gab Vogler zu verstehen. Für das leibliche Wohl und das «Fyyrä bi dä Tschifeler» im «Jodlerdorf» stehen die ortsansässigen Gastrobetriebe, 24 Festwirtschaften, 3 Bars sowie 14 Getränke- und Verpflegungsstände zur Verfügung. «Das Dorf bleibt verkehrsfrei und rollstuhlgängig. Zudem streben wir auf dem Festgelände ständige Sauberkeit an», versicherte der Ressortchef.

Im Namen der drei Trägervereine Jodlerklub Sarnen, Jodlerklub Echo vom Glaubenberg und Obwaldner Trachtenchörli skizzierte Daniel Ettlin kurz das Festprogramm: Im Zentrum stehen die Eröffnung vom Freitag um 16 Uhr; der offizielle Festakt mit Gottesdienst vom Sonntagmorgen, gleichentags der 46 Nummern starke Umzug und natürlich die Wettspielvorträge am Freitagnachmittag und am Samstag.

Keine Defizitgarantie

«Wir rechnen mit einem Gesamtaufwand von 2,5 Millionen Franken», erklärte Finanzchef Beat von Wyl in der Mensa der Kantonsschule. Diese Summe besteht zur Hauptsache aus dem Aufwand für die Festwirtschaft (30%), das Personal (23%), die Bauten und Dienste Dritter (je 14%) sowie das Marketing (10%). Der Verkauf von Festkarten macht nach von Wyls Darstellung lediglich 5 Prozent der Erträge aus.

«Die Festwirtschaft muss 69 Prozent einbringen, während die Sponsoren 17 Prozent sicherstellen», führte er weiter aus. «Wir verfügen über keinerlei Defizitgarantie», gibt er zu verstehen. «Darüber wollen wir gar nicht nachdenken.»

Sollte «unter dem Strich» noch etwas übrig bleiben, werden die Stundenansätze für alle Mitarbeitenden angehoben und allenfalls die Risikoprämien der drei Trägervereine erhöht.