SARNEN: Juko sagt Sparplänen den Kampf an

Die Sparpläne des Kantons treffen den Juko- Pavillon empfindlich. Der Vorstand befürchtet gar das Angebots-Aus – und sammelt erfolgreich Unterschriften.

Matthias Piazza
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Hofft, dass der Kanton seinen Entscheid nochmals überdenkt: Präsident Lukas Ettlin im Juko-Pavillon. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue OZ)

Hofft, dass der Kanton seinen Entscheid nochmals überdenkt: Präsident Lukas Ettlin im Juko-Pavillon. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue OZ)

Matthias Piazza

Das Juko-Team wird politisch. Mit einer Online-Petition will der neunköpfige Vorstand erreichen, dass der Kanton bei der Beratung zum Sparprogramm am 2. Dezember nochmals über die Bücher geht – insbesondere beim Posten Fachstelle Gesellschaftsfragen, wo mit dem Verzicht auf Kinder- und Jugendförderung 43 000 Franken eingespart werden sollen. Das hätte ganz empfindliche Auswirkungen auf den Betrieb des Jugendkulturzentrums in Sarnen.

Einerseits entfiele so der jährliche Kantonsbeitrag von 8000 Franken, den das Juko seit diesem Jahr erhält. Viel schwerwiegender dürfte aber die zweite Konsequenz sein: «Bei einem Verzicht auf die Kinder- und Jugendförderung wird konsequenterweise auch der Jugendkulturraum nicht mehr zu Lasten des Kantons zur Verfügung stehen», schreibt der Regierungsrat in seinem Bericht zum Konsolidierungs- und Aufgabenüberprüfungspaket.

Juko-Pavillon wäre gefährdet

Und weiter: «Der Kanton zieht sich aus der Finanzierung zurück, da die Kinder- und Jugendförderung grundsätzlich zu einer alleinigen Aufgabe der Gemeinde wird.»

«Dies wäre das Aus für den Juko-Pavillon und den Verein», befürchtet Juko-Präsident Lukas Ettlin. «Dass die Aufgabenübertragung auf die Gemeinden nicht funktioniert, wissen wir seit 2010, als die Kostenbeteiligung im Rahmen des Juko-Neubaus bereits einmal diskutiert wurde. Die Gemeinden zeigten sich damals nicht bereit, ein kantonales Jugendkulturzentrum finanziell zu un­ter­stützen, da sie die Jugendförderung für Über-16-Jährige als Aufgabe des Kantons betrachteten», erinnert er sich.

«Der Pavillon auf dem Bänzämätteli, der dem Kanton gehört, käme dann wohl weg.» Dies sei wegen der hohen Nachfrage umso bedauerlicher. Der Juko-Pavillon werde jährlich rund 30 Mal vermietet für Partys, Livekonzerte, Spielabende und weitere Events.

Schon 600 Unterschriften

Doch kampflos will man den vor vier Jahren eröffneten Juko-Pavillon nicht dem Rotstift opfern. Über Facebook lancierte der Vorstand am Samstag eine Petition – mit grossem Erfolg. «Wir haben bereits 600 Unterschriften beisammen, diese erfreulich hohe Resonanz zeigt uns, dass den Leuten der Juko-Pavillon am Herzen liegt.» Am 2. Dezember will die Juko-Leitung den Unterschriftenbogen – ausgedruckt – den Kantonsräten an ihrer Sitzung übergeben. «Wir hoffen sehr und sind zuversichtlich, dass wir mit dieser geballten Ladung an Unterschriften das Parlament umstimmen können. Der Posten macht gerade 0,3 Prozent des gesamten Sparpakets aus. Der angerichtete Schaden wäre um ein Vielfaches höher», gibt Lukas Ettlin zu bedenken.

«Der Juko-Pavillon spielt in der ganzen Jugendarbeit eine tragende Rolle», hält Anton Pfleger fest, der als Leiter des kantonalen Sozialamtes auch die für den Juko-Pavillon zuständige Fachstelle für Gesellschaftsfragen unter sich hat. Zur geplanten Streichung könne er sich nicht äussern, da es sich um einen politischen Entscheid handle. Bei einem Verzicht auf die Anlauf- und Informationsstelle für Kinder und Jugendliche würde auch die Raumverrechnung für den Juko-Pavillon von 30 000 Franken durch den Kanton entfallen. Ob eine Weiterführung des Juko-Betriebes auch ohne Kantonsbeitrag möglich sei, könne er nicht beurteilen, hoffe es aber.