SARNEN: Kantonsrat pfeift die Bürgergemeinde zurück

Der Kantonsrat korrigiert die Bürgergemeinde und lehnt ein Einbürgerungsgesuch ab. Grund: Ein Strafverfahren ist nicht berücksichtigt worden.

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Franz Sigrist, Präsident der Bürgergemeinde Sarnen. (Archivbild Josef Reinhard/Neue OZ)

Franz Sigrist, Präsident der Bürgergemeinde Sarnen. (Archivbild Josef Reinhard/Neue OZ)

Vergangenen Donnerstag hat der Kantonsrat über 37 Einbürgerungsgesuche mit insgesamt 47 Personen entschieden. Sie alle haben vorgängig von ihren Wohngemeinden das Gemeindebürgerrecht zugesichert erhalten. 36 Gesuchstellern wurde auch das Kantonsbürgerrecht erteilt.

Das Gesuch eines 21-jährigen Serben jedoch wurde abgelehnt. Der junge Mann sei verschiedentlich negativ aufgefallen und habe ungenügend mit den Behörden kooperiert. Das Spezielle daran ist, dass der Kantonsrat extrem selten Einbürgerungsgesuche ablehnt. «In den letzten 10 Jahren ist mir kein solcher Fall bekannt», sagt Landschreiber Urs Wallimann.

Alle Dossiers wurden von der Bürgergemeinde geprüft
Als Franz Sigrist von diesem Entscheid hörte, war er anfangs gar nicht erfreut. Sigrist ist Präsident der Sarner Bürgergemeinde, welche das Gesuch des jungen Serben prüfte und es bewilligte. «Wir schauen alle Dossiers sehr gründlich an. Von all den hier Eingebürgerten ist bislang niemand negativ aufgefallen», hält Sigrist fest.

Ausschlaggebend für den Kantonsrat, den Entscheid der Bürgergemeinde zu kippen, war unter anderem ein Strafverfahren aus dem Jahr 2003 gegen den Serben. Die Bürgergemeinde habe davon nichts gewusst und musste von der Justizverwaltung darüber informiert werden.

«Erst dann haben wir erfahren, dass wir auch Einsicht in Gerichtsakten nehmen dürfen», verteidigt sich Sigrist. Der Entscheid des Kantonsrats sei jedoch richtig. Dieser bedeutet laut Justizverwalter André Blank jedoch nicht, dass die Bürgergemeinde die Einbürgerungsgesuche zu wenig prüfe. «So was kann vorkommen», sagt Blank.

Luca Wolf

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Obwaldner Zeitung.