SARNEN: Kunst für den Neubau des Kantonsspitals

Zurzeit wird der neue Bettentrakt des Obwaldner Kantonsspitals gebaut. Die zwei Kunstprojekte «VAS» und «Schutzgeist» werden den Neubau bereichern.

Pd/Rem
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Modellansicht des Kunstprojektes «Schutzgeist». (Bild: PD)

Modellansicht des Kunstprojektes «Schutzgeist». (Bild: PD)

Die zwei Kunstprojekte, die in den nächsten Monaten parallel zum Neubau realisiert werden, ergänzen sich ideal. Während das Projekt «Schutzgeist» mit der Passarelle zwischen altem und neuem Spitaltrakt eine architektonische Schlüsselstelle gestaltet, wendet sich das zweite Kunstprojekt «VAS» einem alltäglichen Vorgang zu: dem Schenken von Blumen beim Krankenbesuch. Das Kunstprojekt «Schutzgeist» von Isabelle Krieg und Ralph Alan Mueller konzentriert sich auf eine Schlüsselstelle im Spital. Es ist die Verbindung zwischen dem alten und dem neuen Trakt. Durch diesen Gang werden die Patientinnen und Patienten geschoben, wenn sie in den Operationssaal müssen. Ein Übergang also, so wie auch jeder Spitalaufenthalt einen Übergang im Leben eines Menschen, der zum Patienten wird, darstellt.

7. November 2013: Zweites Obergeschoss Bettentrakt Sarnen... (Bild: Christoph Riebli / Neue OZ)
24 Bilder
Die Trockenbauer montieren die Feuerschutzplatten zum zweiten Mal. (Bild: Christoph Riebli / Neue OZ)
Das Wasser aus dem oberen Stock durchnässte die Isolation und Wände. (Bild: Christoph Riebli / Neue OZ)
11.04.2013: Blick in das Innere des entstehenden Bettentraktes des Kantonsspitals Obwalden. (Bild: Matthias Piazza / Neue NZ)
Die Kosten konnten bisher eingehalten werden. (Bild: Matthias Piazza / Neue NZ)
Blick auf das WC im «Musterzimmer» (Bild: Matthias Piazza / Neue NZ)
Verbindung zwischen zwei Gebäudeteilen. (Bild: Matthias Piazza / Neue NZ)
Ein grosses Panoramafenster gewährt von den künftigen Patientenzimmern aus einen grandiosen Blick auf die Landschaft. (Bild: Matthias Piazza / Neue NZ)
3400 Kubikmeter Beton wurden schon verbaut, 650 Tonnen Eisen verlegt (Bild: Matthias Piazza / Neue NZ)
Kinder vom Chinderhuis durften mitanpacken. (Bild: Markus von Rotz/Neue OZ)
Helme für (von links) Paul Federer, Stefan Würsch und Architekt Christoph Käch. (Bild: Markus von Rotz/Neue OZ)
Sie gratulieren sich zum Spatenstich: (von rechts) Paul Federer , Architekt Christoph Käch und Stefan Würsch. (Bild: Markus von Rotz/Neue OZ)
Kinder vom Chinderhuis durften mitanpacken - hier mit Gesundheitsdirektor Hans Wallimann. (Bild: Markus von Rotz/Neue OZ)
Gebrüder Christen spielen Alphorn. (Bild: Markus von Rotz/Neue OZ)
Kinder vom Chinderhuis durften mitanpacken. (Bild: Markus von Rotz/Neue OZ)
Architekt Christoph Käch mit Kindern vom Chinderhuis. (Bild: Markus von Rotz/Neue OZ)
Kinder vom Chinderhuis durften mitanpacken. (Bild: Markus von Rotz/Neue OZ)
Kinder vom Chinderhuis durften mitanpacken. (Bild: Markus von Rotz/Neue OZ)
Kinder vom Chinderhuis durften mitanpacken. (Bild: Markus von Rotz/Neue OZ)
Robert König (links) und Michael Abplanalb beim Einpflanzen des symbolischen Baumes. (Bild: Markus von Rotz/Neue OZ)
Robert Königverteilt Bäumchen an Gäste zum Nachhausenehmen. (Bild: Markus von Rotz/Neue OZ)
Die Arbeit ist getan, die Kinder sind weg. (Bild: Markus von Rotz/Neue OZ)
Alles bereit für den Spatenstich. (Bild: Markus von Rotz/Neue OZ)
Paul Federer am Rednerpult . (Bild: Markus von Rotz/Neue OZ)

7. November 2013: Zweites Obergeschoss Bettentrakt Sarnen... (Bild: Christoph Riebli / Neue OZ)

«Schutzgeist» will die Decke der Passarelle gestalten. Die Decke des Ganges wird mit einer lichtdurchlässigen Panoramafotografie behängt und von oben beleuchtet. Das Foto, auf Gewebe gedruckt, zeigt den Blick von unten in die Baumkronen eines Obwaldner Laubwaldes. Die Farbgebung der vertikalen Stützen und Fensterprofile sowie des Bodens sollen den Eindruck einer waldigen Allee verstärken. «Der «Gang durch den Gang» soll für einen kleinen Moment die Angst verscheuchen und zu einem schönen Erlebnis werden», umschreiben Krieg und Mueller.

Hohe Symbolkraft

Das Projekt «VAS» von Markus Bürgi, Beat Stalder und Hubert Baumgartner widmet sich dem Schenken von Blumen. In mehreren ausgeleuchteten und offenen Einzelnischen in den Gängen des neuen Bettentraktswerden einfache Vasen ausgestellt. Für jede Nische ist ein Farbcode vorgesehen. Die rund 100 Vasen sollen aber nicht nur präsentiert, sondern sie sollen vor allem fürs Einstellen der geschenkten Blumensträusse eingesetzt werden. So verändert sich das Kunstwerk dauernd und wird von den Patienten, den Besuchenden, den Pflegenden und dem Hygienepersonal mitgestaltet. «Das Kunstprojekt greift einen Akt in einem Spital von grosser Symbolik auf», würdigt die Jury.

Das Projekt

Die Durchführung des Kunstwettbewerbs im Rahmen des Neubaus beim Kantonsspital wurde dank der grosszügigen Unterstützung der Art Mentor Foundation Lucerne möglich. Die Stiftung mit Sitz in Luzern hat sich grosszügig bereiterklärt, einen namhaften Beitrag für die Realisierung von Kunst und Bau am Kantonsspital einzusetzen. Die Stiftung fördert, wie sie umschreibt, «Projekte im Bereich von Bildender Kunst und Musik, die in einem grösseren Zusammenhang stehen und auf längere Sicht Wirkung entfalten können und die geeignet erscheinen, Früchte zu tragen. Die Art Mentor Foundation Lucerne möchte gleichzeitig das Verständnis für diese Bereiche unterstützen und zu deren Übermittlung beitragen.»

Die Kantonale Kulturförderungskommission hatte in Absprache mit Miriam Lüthold Lindén, der Geschäftsleiterin der Art Mentor Foundation Lucerne, 20 professionelle Künstlerinnen und Künstler aus Obwalden, aber auch aus anderen Kantonen der Zentralschweiz und Regionen der Schweiz zum Kunstwettbewerb eingeladen. 15 Kunstschaffende gaben eine Projektidee ein. Die Jury, präsidiert von Barbara Zürcher, Leiterin des Hauses für Kunst Uri, und zusammengesetzt aus Fachleuten aus Kunst, Architektur und Spital, wählte vier Projekte für eine Weiterbearbeitung aus. Schliesslich empfahl die Jury einstimmig, die Projekte «Schutzgeist» und «VAS» zur Ausführung zu bringen. Der Obwaldner Regierungsrat folgt dieser Empfehlung und entschied, die Gewinnerprojekte zu realisieren.

Die Projektumsetzungen erfolgen in enger Zusammenarbeit mit den Architekten. Die Projekte werden dann im Rahmen der Eröffnung des Bettentrakts, die Ende 2013 stattfinden soll, präsentiert.