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In Sarnen wird WM-Freudentaumel immer wieder erstickt

Grossaufmarsch am Public Viewing des Fussballclubs am Mittwoch Abend. Dieser wird mehr als erwartet zur Zitterpartie. Und endet am Schluss mit enttäuschter Erleichterung über das Unentschieden der Schweiz gegen Costa Rica.
Markus von Rotz
Freude der Erleichterung beim 1:0 der Schweiz in der 30. Minute. (Bilder Izedin Arnautovic (Sarnen, 27. Juni 2018))

Freude der Erleichterung beim 1:0 der Schweiz in der 30. Minute. (Bilder Izedin Arnautovic (Sarnen, 27. Juni 2018))

Der Aufschrei ist kaum hörbar in der ersten Minute, als die Schweizer den ersten Freistoss zugesprochen erhalten. Bei der ersten Torchance Costa Ricas in der fünften Minute ist das «Uiuiui» schon viel lauter. «Aufwachen» liebe Schweizer, ruft der Kommentator aus den Lautsprechern. Kopfschütteln da und dort. Alle Augen sind auf die Grossleinwand gerichtet, zum Glück sind Burger und Pommes schon verspiesen – so können sich alle aufs Spiel konzentrieren. Auch den Töggelikasten in der Ecke, der schon vor der Übertragung keine Beachtung fand, interessiert nun definitiv niemanden mehr.

24 Grad ist es in Sarnen - 2 Grad wärmer als im russischen Stadion. Im Restaurant Eleven des heimischen Fussballclubs, wo sich an die 400 Fussballfans versammelt haben, ist es spürbar wärmer - aber es geht alles andere als hitzig zu und her. Der Saal reich beflaggt. Man sitzt an Festtischen auf einem Rassenteppich. Muntere auf- und abschwellende Kommentare und Zwischenrufe übertünchen die gespannte Ruhe.

Schweiz sorgt für Finger­nägelkau-Atmosphäre

17. Minute, erster Applaus für einen beherzten Angriff der Schweiz. Die Hoffnung steigt. Dann endlich der befreiende Jubel dank erlösendem Tor Blerim Dzemailis in der 30. Minute. Einer schwenkt die deutsche Flagge – aus Freude, dass die Schweiz erstmals besser als die Deutschen an einer WM sein kann? Als sich das Spiel immer mehr dem Ende der ersten Halbzeit nähert, nähern sich die Schweizer immer mehr dem gegnerischen Tor – aber immer wieder sorgen Konter der Gegner für Aufschrei und Kopfschütteln – und jeder Angriff der Schweizer für Fingernägelkau-Atmosphäre. Abpfiff, verhaltener Applaus – die Schweiz führt erstmals an dieser WM nach 45 Minuten. Bier nachtanken, WC-Pause und Handy-check. Einer hatte eine gute erste Halbzeit: Die Würste des Mannes am Grill gingen auch während der Spiels weg wie frische Weggli.

Anpfiff, erste Torchance der Schweiz nach drei Minuten. Chancen wogen hin und her. Die Schweizer machen mehr Druck. Der kritische Zuschauer vis-à-vis meint: «Der Match ist noch nicht gewonnen.» Und bekommt eine Minute später Recht: Gegentor. «Kein Grund zur Sorge, die Schweiz ist noch immer qualifiziert für den Achtelfinal», beruhigt Sascha Ruefer aus dem Lautsprecher.

Für zwei kleine Buben ist nun der Töggelikasten plötzlich interessanter. Dann doch das erlösende 2:1. Der Freudentaumel wird erstickt durch die Furcht vor einem Penalty, der Videobeweis klärt. Und dann bringt doch noch ein Penalty die Schweiz um einen Arbeitssieg. Applaus gibts trotzdem. Kai im Schweizer Dress am Töggelikasten ergeht’s noch böser: Er verliert beide Spiele.

Das Public Viewing im FC-Restaurant Eleven sorgte für einen Grossaufmarsch.

Das Public Viewing im FC-Restaurant Eleven sorgte für einen Grossaufmarsch.

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