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SARNEN: Märchenhaft sympathisches Theater

Wenn ein Glückskind, Waldgeister und Teufelchen auf der Bühne singen und tanzen, sind alle verzaubert. Kleine wie erwachsene Kinder.
Der König (Guido Carlin), das Glückskind (Madlen Arnold), Prinzessin Julia (Caroline Jauch) und die Königin (Petra Lütolf-Schmuckli) begeistern im Märlitheater Obwalden (von links). (Bild Ingo Höhn/PD)

Der König (Guido Carlin), das Glückskind (Madlen Arnold), Prinzessin Julia (Caroline Jauch) und die Königin (Petra Lütolf-Schmuckli) begeistern im Märlitheater Obwalden (von links). (Bild Ingo Höhn/PD)

Romano Cuonz

Die hübsch geflügelte und überaus charmant aufspielende Schutzelfe Lilli (Kerstin Flüeler) beklagt sich bitterlich und doch insgeheim voller Stolz: «14 Jahre habe ich nun kein Auge mehr zugetan, weil ich Tag und Nacht auf diesen Lauszapfen aufpassen muss.» Mit dem Lauszapfen meint sie eine der lebendigsten, witzigsten und vor allem kindertümlichsten Figuren, die in zehn Jahren im Märlitheater Obwalden aufgetreten sind: das Glückskind! Gemimt wird dieser kecke Junge von Madlen Arnold in einer «Hosenrolle». Mit bezauberndem Temperament und musikalischem Urner Dialekt erobert sie die Sympathie kleiner und grosser Zuschauer vom ersten Auftritt an.

Ein Märchen der Gebrüder Grimm

«Der Teufel mit den drei goldenen Haaren», in dem dieses Glückskind die Hauptrolle spielt, gehört zu den für Kinder freundlichsten und eben doch spannenden Märchen der Gebrüder Grimm. Ein wahrer Glücksfall! Vor allem, weil da ein Kind so viel Schönes, Spannendes und Gutes erleben darf, wie es sich jedes Kind für sich und seine Welt wünscht. Die Guten sind herzensgut. Und die Bösen? Ja, die sind – ob Teufel oder Räuber – eher tollpatschig, fies und deshalb selbst von Kindern leicht zu überlisten. Wenn dem Glückskind auch noch eine garstige Räubermutter oder gar des Teufels Grossmutter (Karin Dürr, gutmütig-ulkig) wacker helfen, haben die «Königs» (Petra Lütolf und Guido Carlin, so schwarz wie ihre Kleider) keinen Stich. Apropos Kleider: alles kleine Kunstwerke, entworfen von Silvana Arnold. Dass der glückliche kleine Prinz selbst dem Oberteufel (Christov Rolla) entrinnt und seine geliebte Prinzessin Julia (Caroline Jauch) bekommt, ist schliesslich nur noch die logische Konsequenz aus all seinem vielen Glück.

Begeisternde Inszenierung

Weil Tina Frank Marc Gruppes hochdeutsche Fassung für Obwalden trefflich und witzig in die Mundart übertragen hat und zusammen mit Erich Slamanig stilvoll, aber jeden Augenblick kindgerecht inszeniert und choreografiert, wird die Jubiläumsaufführung zum einzigartigen Geschenk fürs treue Publikum. Aber auch fürs Team, das keine Mühen scheut. Gespielt wird vor einem einfachen und gerade deshalb zauberhaft schönen Bühnenbild von Martina Ehleiter. Wirbelnde Schneeflocken, funkelnde Sterne und so mancher Lichteffekt von Designer Markus Schürmann tragen zu bezaubernden Szenen bei. Wenn – als Tüpfelchen aufs i – noch Christov Rollas Musik dazukommt, ist das wundervolle Geschenk, das sich das Märlitheater Obwalden zum zehnten Geburtstag selber macht, geschnürt. Die acht Musikerinnen und Musiker schlüpfen übrigens immer auch mal in spassige, tänzerisch inszenierte Rollen.

Gesangliche Höhepunkte

Ohne Zweifel: Kinder werden von dieser Aufführung noch lange schwärmen und erzählen. Zu den schönsten Momenten gehören die eigenwillig farbigen Lieder etwa der hübschen Waldfee (Anja Kiser) oder des Fährmanns (Stephan Meier). Fast kugeln vor Lachen werden sich die Kinder, wenn das allerliebst missratene Teufelchen Luzi (Emanuele di Lorio) seinen giftigen Brüdern (Jan Durrer, Claudia Widmer, Marcello Gariglio) eine Nase dreht und mit der Schutzelfe auf und davon fliegt. Aber selbst Erwachsenen wird die Rückkehr in die Märchenwelt grossen Spass bereiten. Den Beweis hierfür lieferte die unermüdliche Produktionsleiterin Doris Mennel gleich an der Premiere, als sie verkündete: «Weil bei diesem zauberhaft gespielten Märchen erwachsene Kinder den kleinen Kindern die Plätze streitig machen, hat sich das Märlitheater Obwalden schon jetzt entschieden, am 20. Dezember noch eine unvorhergesehene Abendaufführung einzuplanen.»

Hinweis

10 Jahre Märlitheater Obwalden: «Der Teufel mit den drei goldenen Haaren» im Theater Altes Gymnasium Sarnen. Regie: Tina Frank und Erich Slamanig. Bis zum 24. Dezember sind 17 weitere Aufführungen geplant. Weitere Infos auf www.maerlitheater.ch

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