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SARNEN: Maturaarbeit: Auf den Spuren des Abwassers

In Sachen ARA blickt Carole Waldvogel aus der 6b der Kantonsschule durch. Sie konzipierte als Maturaarbeit eine Ausstellung zum Thema Abwasser.
Marion Wannemacher
Carole Waldvogel in ihrer Ausstellung. Vor ihr ein Tisch mit Abwasserproben. (Bild: Marion Wannemacher (Sarnen, 13. Dezember 2017))

Carole Waldvogel in ihrer Ausstellung. Vor ihr ein Tisch mit Abwasserproben. (Bild: Marion Wannemacher (Sarnen, 13. Dezember 2017))

Marion Wannemacher

<span class="mail_autor">marion.wannemacher@obwaldnerzeitung.ch</span>

Manche Maturaarbeiten ziehen das Publikum regelrecht an. Im kleinen Ausstellungsraum im Untergeschoss der Kantonsschule drängen sich die Besucher. «Wohin nach dem Spülen?» heisst die Ausstellung von Carole Waldvogel. Gekommen sind auch Sepp Amgarten, Geschäftsführer des Entsorgungszweckverbandes Obwalden, und Alain Schmutz, Leiter der Abteilung Umwelt im Amt für Landwirtschaft und Umwelt Obwalden. Die Maturandin hatte beide als Experten befragt. Mit Interesse betrachten sie, was Carole Waldvogel auf die Beine gestellt hat. «Ich finde die Ausstellung super», lobt Alain Schmutz. «Es ist ein Thema, das häufig in Vergessenheit gerät. Die Inforöhren und Bilder, die PET-Flaschenwand, das ist unkonventionell und ansprechend.» Wichtig finde er auch die Aussage hinter der Ausstellung, dass sich Besucher bewusst werden, wie viel doch in der Abwasserreinigungsanlage (ARA) stecke und man dafür eben auch Gebühren zahlen müsse.

Beeindruckende Besichtigung der ARA

Eigentlich stamme der Hinweis fürs Maturathema vom Vater, erzählt die Schülerin aus Kerns. Cornel Waldvogel ist Präsident des Entsorgungszweckverbandes Obwalden. «Er lud mich zu einer Besichtigung der ARA ein», berichtet Carole den Zuschauern im voll besetzten Präsentationsraum. Zwar hatte sie wohl vom Umbau der ARA in Alpnach gehört. «Vor Ort gewesen bin ich jedoch nie vorher.» Eine Besichtigung vor etwa einem Jahr habe sie vom spannenden Thema überzeugt. «Es war eindrücklich zu sehen, wie die neuen Klärbecken entstehen, wie gross sie im Vergleich zu den alten sind und dass dort eine grosse Wassermenge gereinigt werden kann», schildert sie. Auch dass hinterher das ganze Wasser sauber sei, habe sie beeindruckt.

Ausstellung zeigt auch die Umbaufortschritte

Zuerst habe sie eine Infobroschüre erstellen wollen, dann entschied sie sich aber doch für die Ausstellung. Diese erklärt die Funktion der jetzigen ARA, aber auch das Nereda-System, nach dessen Prinzip die künftige ARA Sarneraatal betrieben wird. Das System stamme aus den Niederlanden und werde schneller und einfacher grössere Wassermengen reinigen, erklärt Carole Waldvogel, mittlerweile selbst bald ARA-Expertin. Die Vorteile lägen beim kleineren Einsatz von Fällmitteln, einer geringeren Störanfälligkeit und einem kompakteren Bauvolumen, wird in der Ausstellung ersichtlich.

Eine ganze Fotowand zeigt die jetzige ARA und die Umbaufortschritte. «Die Bilder hat mir Sepp Amgarten zur Verfügung gestellt», freut sich die 18-Jährige. Spannend sei für sie gewesen, dass sie kürzlich beim Besuch am Tag der offenen Tür genau gesehen habe, was sich seit ihrer Besichtigung alles getan habe.

Für ihre Ausstellung, die am Tag der Präsentation der Maturaarbeiten endete, hat sich Carole Waldvogel überlegt, welche Medien die Informationen am besten rüberbringen. Sie nutzte Plakate, thematisierte verschiedenste Aspekte auf zusammengerollten Papieren ähnlich wie in einer Flaschenpost in Inforöhren. In ihnen gab es verschiedenste Themen zu entdecken wie beispielsweise die No-Gos: Was darf absolut nicht in Spül- oder Waschbecken und ins WC?

PET-Flaschen symbolisieren Reinigungsphasen

Eindrücklich auch die Gläser mit den Stadien der Reinigung des Abwassers von dreckig mit Feststoffen (die Maturandin verzichtete auf Ekelbeispiele) bis klar und durchsichtig. Rund 250 PET-Flaschen sammelte, wusch und fädelte sie auf und befestigte sie in Schrankelementen. Beleuchtet wirken sie wie ein modernes Kunstwerk. Dankbar sei sie ihrer Familie für die Unterstützung dabei gewesen. Denn dieses Ausstellungselement kostete offensichtlich Zeit. «Die Wand soll eine Art Welle symbolisieren, von braun über blau bis durchsichtig, die Farben stehen für die Reinigung des Wassers», erläutert sie den Ausstellungsbesuchern.

Viel positives Feedback gibt es zum Abschied. «Ich bin überrascht, dass so viele Leute gekommen sind», sagt eine erleichterte und zufriedene Carole Waldvogel. Ihr Berufsziel in Zukunft hat sie auch bereits im Auge: «Ich möchte an der ETH in Zürich studieren und Bauingenieurin werden. Mal sehen, ob das etwas wird.»

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