SARNEN: Naturjodel war ein Höhepunkt

Das Jodellied der 22-jährigen Vorjodlerin Luzia Zumstein sorgte für frenetischen Applaus am Jahreskonzert des Jodlerklubs Echo vom Glaubenberg. Erstmals war der Jodlerklub Gast in der Aula Cher in Sarnen.

Richard Greuter
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Das Echo vom Glaubenberg bot ein abwechslungsreiches Konzert. (Bild: Richard Greuter (Sarnen, 30. September 2017))

Das Echo vom Glaubenberg bot ein abwechslungsreiches Konzert. (Bild: Richard Greuter (Sarnen, 30. September 2017))

Richard Greuter

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«Ich chas scho gseh mit Glitzer­oigä, wiä dui iis zfridä hesch aglacht.» Dies ist ein Satz aus der ersten Strophe des Jodelliedes «Glitzeroigä», komponiert von der erst 22-jährigen Luzia Zumstein und uraufgeführt vom Jodlerklub Echo vom Glaubenberg am Jahreskonzert vergangenen Samstag in Sarnen. Der frenetische Applaus des Konzertpublikums sorgte wohl auch bei der jungen Vorjodlerin für «Glitzer­oigä». «Ich habe das Lied zunächst für das Terzett, in dem ich mitwirke, geschrieben», erklärte die Jodlerin. Dann habe sie dem Lied einen Chorsatz für den Jodlerklub Echo vom Glaubenberg verpasst. Ob bald ein weiteres Lied oder gar ein Jutz folgt, wisse sie noch nicht, meinte Zumstein.

«Die Akustik ist der Hammer»

Eröffnet hatten die Gastgeber das stimmungsvolle Konzert mit dem «Familie-Juiz» von Peter Rymann, gefolgt vom Jodellied «Hei uifä». Doch der eigentliche Höhepunkt neben der Uraufführung war der Schlussjutz «Bärgsunntig» von Mario Greber und die Zugabe «Bärgabejuitz» von Trudi Kieser. Diese beiden Naturperlen zeigten, dass die Stärken der Glaubenberger nicht nur beim Lied, sondern vor allem auch beim Naturjodel liegen.

Wegen Umbauarbeiten im Schulhaus Stalden genoss der Jodlerklub Echo vom Glaubenberg erstmals Gastrecht in der Aula Cher in Sarnen. Ein grosszügiger, einladender Saal mit einer breiten Bühne und, was Dirigent Roland Jakober besonders freute: «Die Akustik ist der Hammer.» Laut Jakober finden auch die nächsten Jahreskonzerte in der Aula Cher statt. Nach zehn Jahren gibt Roland Jakober den Dirigentenstab ab, bleibt aber weiterhin als zweiter Tenor im Verein.

Als freudige Überraschung galt der Auftritt der beiden Geschwister Remo und Mirjam Kathriner, die von Klubmitglied Bruno Kathriner begleitet wurden. Die mit Frische und Herzlichkeit vorgetragenen Lieder des Fünftklässlers und der Zweitklässlerin brachten das Publikum nicht nur zum Schmunzeln, sondern sorgten auch für grosszügigen Applaus.

Berner Gemütlichkeit in Jodel und Jutz

Schon die bekannten Toggenburger Trachten – Männer mit braunen Hosen und roten Gilets – der Jodlerinnen und Jodler vom Jodelchörli Hüsliberg aus Ebnat-Kappel waren ein Hingucker. Wie die Gastgeber pflegen auch die Toggenburger Gäste den Naturjodel und interpretierten ihn kraftvoll und mit grossem Können. Mit seinen Vorträgen, sehr oft gesungen mit Oberstimme, das heisst mit der zweiten Stimme höher als der ersten, begeisterte das Jodelchörli Hüsliberg das Publikum, das bereits beim zweiten Auftritt der Toggenburger eine Zugabe forderte.

So wie der Berner und der Obwaldner Dialekt lediglich durch den Brünigpass getrennt sind, unterscheiden sich Jodel und Jutz der beiden Kantone im Wesentlichen durch die unterschied­lichen Dialekte. Im typischen Berner Dialekt verbreitete das Jodlerquartett Alpenrösli aus Heimenschwand nicht nur Berner Gemütlichkeit, sondern auch eine Prise Schlitzohrigkeit, die beim Konzertpublikum sehr gut ankam.