Sarnen
Obwaldner Kantonalbank verzeichnet 18 Millionen Franken Gewinn im ersten Halbjahr

Ein ausserordentliches Börsenhalbjahr und ein gesundes Wachstum bescheren der Obwaldner Kantonalbank gute Zahlen.

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Die Obwaldner Kantonalbank (OKB) hat am Donnerstag ihr Halbjahresergebnis präsentiert. Der Geschäftserfolg falle mit 18,14 Millionen Franken deutlich höher als im Jahr 2020 aus, teilt die Bank mit. Da sich im Jahr 2020 die Covid-19-Krise und der damit einhergehende Börseneinbruch entscheidend auf das letztjährige Halbjahresergebnis der Bank auswirkten, sei ein direkter Vergleich schwierig.

Der Vergleich mit dem ersten Halbjahr 2019 zeige jedoch, dass das erste Semester des Berichtsjahres für die OKB äusserst erfreulich verlaufen ist. «Mit dem Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr sind wir sehr zufrieden. Der Höhenflug der Börse hat sich besonders positiv auf das Ergebnis ausgewirkt. Auch zeigt sich, dass unser Angebot der Spezialberatungen für Pensionierungsplanungen sowie Vorsorgeanalysen und auch die erweiterte Rechtsberatung einem echten Kundenbedürfnis entsprechen», wird CEO Bruno Thürig zitiert.

Der wichtigste Ertragspfeiler der Bank, das Zinsengeschäft, habe sich im ersten Semester 2021 positiv entwickelt. Der Brutto-Erfolg im Zinsengeschäft ist um 2,7 Prozent gestiegen. Das aktive Bewirtschaften der durch die Schweizerische Nationalbank festgelegten Freigrenze für Negativzinsen hat einen grossen Teil dazu beigetragen. Negativzinsen zahlen bei der OKB fast ausschliesslich institutionelle Kunden, nur in ganz seltenen Fällen Privat- und Firmenkunden.

Börse beflügelt Anlagegeschäft

Um 7,8 Prozent gestiegen sind die Erträge aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft. Dieses partizipiert mit 4,3 Millionen Franken am Geschäftserfolg. Weitere 6,68 Millionen Franken Ertrag steuern das Handelsgeschäft und der übrige ordentliche Erfolg zum Geschäftserfolg bei. Im Vergleich mit dem Rekordjahr 2019 bewegt sich der Handelserfolg mit 3,17 Millionen Franken zur Jahreshälfte ebenfalls auf hohem Niveau.

Ähnlich wie im Jahr 2020 ist die Bilanzsumme im ersten Semester 2021 um über 400 Millionen Franken gewachsen. Davon entfallen rund 340 Millionen Franken auf die flüssigen Mittel. Mit einem Volumen von über 3,5 Milliarden Franken ist die OKB die bedeutendste Hypothekarbank in Obwalden. Das Wachstum im Kerngeschäft ist mit rund 76 Millionen Franken respektive 2,2 Prozent praktisch gleich hoch wie in der Vorjahresperiode. Das Eigenkapital per 30. Juni 2021 beträgt 502,79 Millionen Franken. Das entspricht 8,5 Prozent der Bilanzsumme. Ein Wert, der für das gesunde Fundament der Bank stehe, schreibt die Bank.

Aussicht auf das zweite Halbjahr ungewiss

Der bisherige Geschäftsverlauf lasse auf ein sehr gutes Jahresergebnis 2021 schliessen, auch wenn das zweite Semester laut Prognosen der Bank schwächer als das erste ausfallen werde. Einerseits fallen die Dividendenerträge aus Beteiligungspapieren hauptsächlich im ersten Halbjahr an, andererseits zeichnet sich bei der Börsenentwicklung eine «Normalisierung» ab.

Derzeit nicht abzusehen ist, wie sich die Covid-19-Lage in der Schweiz im Herbst entwickeln wird. Die Pandemie ist somit ein grosser Unsicherheitsfaktor, der das Jahresergebnis der OKB massgeblich beeinflussen kann. (nke)