SARNEN: Ökologie ist wichtiger als kahles Ufer

Das teils üppige Ufergehölz entlang der Sarneraa hat keinen Einfluss auf Überschwemmungen. Für die Flusstiere spielt es gar eine existenzielle Rolle.

Philipp Unterschütz
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Der obere Teil der Sarneraa mit stellenweise dichter Ufer­vegetation. (Bild Paul Küchler)

Der obere Teil der Sarneraa mit stellenweise dichter Ufer­vegetation. (Bild Paul Küchler)

Heftiger und anhaltender Regen hat die Gewässer anschwellen lassen. Auch im Sarnersee ist der Pegelstand in der letzten Woche markant gestiegen. Doch behindert das Ufergehölz den Abfluss der Sarneraa? Besteht gar die Gefahr, dass Bäume durch Erosion mitgerissen werden und Stauungen verursachen könnten?

«Es ist zwar korrekt, dass Bäume und Gebüsch am Ufer den Abflussquerschnitt vermindern können», sagt Viktor Schmidiger, Leiter der Abteilung Naturgefahren beim Kanton. «Im Fall der Sarneraa kann man durch Bäumestutzen oder gar -fällen aber kein Hochwasser verhindern.» Der Abflussquerschnitt der Sarneraa sei allgemein viel zu klein. Nicht nur wegen des Landschaftsbildes, sondern vor allem aus ökologischen Gründen sei das Bäumefällen wenig sinnvoll. «Unter den Bäumen befinden sich Laichplätze.» Zum Beispiel seien es in der Nähe der Rütistrasse Nasen, eine vom Aussterben bedrohte Fischart.