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SARNEN: Operettenseligkeit an einem Gewitterabend

An der bereits 8. Ausgabe des Klassik-Open-Airs im Sarner Seefeld Park stand «Operettenseligkeit pur» auf dem Programm. Nicht einmal ein heftiges Gewitter vermochte die Freude des treuen Stammpublikums zu trüben.
Romano Cuonz
Barbara Ciannamea mit Renée Schüttengruber, Wolfgang Gratschmaier und Regula Rosin (von links). (Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 18. August 2017))

Barbara Ciannamea mit Renée Schüttengruber, Wolfgang Gratschmaier und Regula Rosin (von links). (Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 18. August 2017))

Romano Cuonz

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Das Klassik-Open-Air am Sarnersee ist aus einer Idee entstanden, die der bekannte Musiker und Moderator Daniel Moos entworfen und gemeinsam mit namhaften Sponsoren und Behörden aus Sarnen umgesetzt hat. Schönste Musik und Melodien – vor allem aus dem Bereich der leichten Klassik – sollten in der Tourismussaison das kulturelle Angebot der Obwaldner Residenz beleben. Sommerlich frisch und fröhlich und dargeboten von lauter Interpretinnen und Interpreten mit internationalem Renommee.

Die erste Ausgabe unter dem Titel «Die Oper unter den Sternen» fand noch auf dem Landenberg statt. In den letzten Jahren aber wählte Moos den Seefeld Park als Austragungsort.

Das Weisse Rössel am Sarnersee

Über den heurigen Event hat Daniel Moos einen vertraut klingenden, aber im Grunde genommen eben doch neuen Titel gesetzt: «Die lustige Witwe im weissen Rössl». Ja, was um alles in der Welt haben denn Graf Danilo und die Bankierswitwe Hanna bei der Rösslwirtin Josepha Vogelhuber und dem Zahlkellner Leopold zu suchen? Wo gibt es in der Musik von Franz Lehar und Ralph Benatzky Gemeinsamkeiten? Die zweite Frage ist leichter zu beantworten: Beide berühmten Operetten-Komponisten haben in ihren Werken musikalische Evergreens – ja eigentliche Ohrwürmer im besten Sinn – geschaffen. Dass man nun in Sarnen die allerschönsten am selben Abend in einer einzigen – nicht ganz authentischen, aber gerissen zusammengesetzten – Operette zu hören bekam, dies verdankte ein einmal mehr begeistertes Publikum neben dem künstlerischen Leiter Daniel Moos vor allem auch dem Tenore Grande und Regisseur Wolfgang Gratschmaier. Dem gebürtigen Steirer als «Theatermacher vom alten Schlag» gelingt es, die beiden berühmten Operetten – dazu auch noch ein Schuss «Wiener Blut» und ein Stücklein «Pariser Leben», ja selbst «Oh mein Papa» aus dem «Schwarzen Hecht» – mit verbindenden Texten zu einer neuen Revue zusammenzufügen: mit viel Tempo und Witz. Da kann denn halt nicht der «Sigismund», sondern der «Daniel» (Moos) nichts dafür, dass er so schön ist. Und wenn gesungen wird «Da geh ich ins Maxim», ist das Bistro im Seefeld das Ziel. Sogar das überall und immer ans Herz greifende Lied «Vilja, oh Vilja, was tust du mir an?» hat am Wolfgangsee – äh nein, natürlich am Sarnersee – seinen Platz. Neben Pianist Moos und Startenor Gratsch­maier sorgten an diesem Abend die bekannte Schweizer Sopranistin Regula Rosin und das «echte Wiener Madl» Renée Schüttengruber als Sängerinnen und Sänger, die Stradivari-Preisträgerin Barbara Ciannamea (Violine) und Claude Hauri (Cello) für hervorragende musikalische Qualität.

So sehr spielte und sang sich das Sextett in die Herzen des Publikums, dass dieses selbst die ganz und gar nicht operettenhafte Atmosphäre – mit Plastikbehängen gegen das Sommergewitter, statt einer stimmungsvollen Aussicht auf den nächtlichen See – vergass. Bis hin zum Moment, da man nach so viel Operettenseligkeit in die Wirklichkeit zurückkehrte. Mit Regen und Wind.

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