SARNEN: Otto's kämpft mit dubiosen Besuchern

In der Filiale von Otto's haben Diebstähle zugenommen, Mitarbeiter und auch Kunden beschweren sich über «dunkelhäutige» Besucher.

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In der Otto's Filiale in Sarnen kam es vermehrt zu Diebstählen. (Symbolbild Neue OZ)

In der Otto's Filiale in Sarnen kam es vermehrt zu Diebstählen. (Symbolbild Neue OZ)

Vor kurzem wurde ein Strafverfahren wegen eines Ladendiebstahls gegen einen Iraner von der Polizei eingeleitet, weil er in der Otto’s-Filiale in Sarnen ein Jeansgilet gestohlen hat. «Vergangene Woche wurden neun Paar Sportschuhe im Wert von 400 Franken gestohlen», ärgert sich Geschäftsführer Ueli Durrer. «Die Diebe haben die Sicherungsknöpfe mit mitgebrachten Drahtschneidern abgeschnitten. Die Werkzeuge haben sie im Laden zurückgelassen.»

Die Kantonspolizei Obwalden bestätigt die Vorfälle. Während es sich beim Iraner um einen Asylbewerber handelt, der zurzeit der Asylunterkunft Glaubenberg zugeteilt ist, sei die Identität der Schuhdiebe nicht geklärt. Zwar könne man wegen des laufenden Verfahrens keine weiteren Angaben machen, sagt Marco Niederberger, Chef der Sicherheitspolizei. «Aufgrund der guten Signalemente gehen wir aber davon aus, dass kein Bezug zum Bundeszentrum Glaubenberg bestehen dürfte.»

Leichte Zunahme bei Diebstählen

Auch Ueli Durrer ist sich bewusst, dass Diebe nicht einfach vom Glaubenberg kommen müssen. «Fakt ist aber, dass wir seither mehr Probleme haben. Es kommen Gruppen von 6 bis 8 dunkelhäutigen Personen gleichzeitig, die sich dann im Laden aufsplitten und für unser Personal kaum mehr zu überwachen sind. Diebstähle haben zugenommen.» Auch fühlten sich einheimische Kunden verunsichert und hätten gemeldet, dass sie die Filiale künftig meiden würden. Auffällig sei einfach, dass die Gruppen immer zur gleichen Zeit kämen, die zu den Bustransporten vom Glaubenberg passen würden.

Marco Niederberger sagt, dass die Polizei bis Ende Jahr keine Zunahme bei Diebstählen im Sarneraatal verzeichnet habe. «Ab diesem Jahr ist eine örtliche Zunahme spürbar, wovon aber höchstens die Hälfte dieser Zunahme mit dem Glaubenberg zu tun hat.» Man habe die Patrouillen intensiviert.

Auch für andere Diebe ein Ziel

Am Donnerstag hätten drei Männer den Laden regelrecht ausgekundschaftet, einer habe gar fotografiert. «Sie haben bis nach Ladenschluss draussen gewartet und unsere zwei Mitarbeiterinnen, welche die Abrechnung gemacht haben, ungeniert beobachtet», erzählt Ueli Durrer weiter. «Diese hätten dann, auch wenn sie kein Bargeld bei sich hatten, den Laden unter grosser Angst verlassen.» Man habe auch dies der Polizei gemeldet.

Mark Ineichen, CEO der Otto’s AG in Sursee, hat Kenntnis von den Vorfällen. Er sagt, dass der interne Sicherheitsdienst die vermehrten Diebstähle in Sarnen ebenfalls verzeichnet habe. Zudem habe man auch Kenntnis davon, dass es eine professionelle Bande gebe, die sich scheinbar schweizweit auf Otto’s-Filialen spezialisiert habe und am Mittwoch auch in Sarnen aufgetaucht sei. Die Polizei bestätigt dies, beim Eintreffen der Patrouille sei die Bande aber bereits über alle Berge gewesen, weil sie sich offenbar vom Filialchef beobachtet fühlten. «In der Westschweiz ist es schlimmer, da müssen wir permanent Sicherheitsleute in den Läden haben, das kostet uns ein Vermögen», sagt Mark Ineichen. In Köniz und in Oftringen hätte man wegen Bewohnern von Asyleinrichtungen Probleme gehabt. «Es endete in Köniz damit, dass die zuständige Caritas ein Ladenverbot aussprach.»

Lösung Ladenverbot?

In Sarnen werde man die Lage weiter genau beobachten. «Falls es nicht bessert und sich zeigt, dass die Leute vom Glaubenberg kommen, ist es eine Option, dass wir dort vorstellig werden, um ein Ladenverbot zu verlangen», so Mark Ineichen weiter.

Marco Niederberger rät Ladenbesitzern, wachsam zu sein. «Bei verdächtigen Feststellungen ist sofort die Polizei zu benachrichtigen. Neben guten Signalementsangaben zu verdächtigen Personen sind für uns auch Fahrzeugkontrollschilder und Angaben zu Gepäckstücken hilfreich.»

Philipp Unterschütz