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SARNEN: Perspektiven zu Bruder Klaus

300 illustre Gäste und zahllose Einheimische feierten den Landesheiligen Bruder Klaus in einem Staatsakt. Dabei kamen auch viele Erinnerungen an die gute alte Landsgemeinde auf.
Romano Cuonz
Ständerats-Vizepräsidentin Karin Keller und Nationalrat Karl Vogler.

Ständerats-Vizepräsidentin Karin Keller und Nationalrat Karl Vogler.

Romano Cuonz

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Als Obwaldens Landammann Franz Enderli die Gäste zum feierlichen Staatsakt willkommen hiess, brauchte er Worte, mit denen Bruder Klaus jeweils Pilger im Ranft begrüsste: «Gott gebe Euch einen guten, seligen Morgen, Ihr lieben Freunde und Ihr liebes Volk.» Und er sagte auch einmal mehr, warum man Leute aus allen Kantonen und Landesteilen eingeladen hatte. «Bruder Klaus ist viel zu gross, um nur Obwaldner zu sein, er ist zu gross sogar für einen Eidgenossen.»

Dass dann Bundespräsidentin Doris Leuthard – heimatberechtigt in Sarnen – am Sonntag gleich am Anfang ihrer Rede Dorothea ins Zentrum stellte, war kein blosser Zufall. «Bruder Klaus war der rechte Mann zur rechten Zeit am rechten Ort – dieses Leben war ihm möglich, weil auch seine Frau Dorothea Ja zu ihm, zu seiner Überzeugung, seinem Glauben, seinem einsamen Leben sagte. Sie hat ihm Vertrauen geschenkt, weil sie auch Vertrauen in sich selber hatte.»

Bruder Klaus macht Politikern Eindruck

Sehr beeindruckt von der Feier zeigte sich Ständerats-Vizepräsidentin Karin Keller-Sutter aus St. Gallen. Sie meinte: «Wie viele Schweizer bin auch ich eine Anhängerin von Bruder Klaus, und dies seit meiner Kindheit, weil er auch meinen Eltern viel bedeutet hat.» Nationalratspräsident Jürg Stahl aus Zürich begegnete Bruder Klaus erstmals als Major im Militärdienst, den er auch in Obwalden leistete. «Seine grosse Toleranz ist etwas, von dem wir heutigen Politiker uns noch mutig ein Stück abschneiden sollten», meinte er.

Und die Obwaldner Bundesparlamentarier? Nationalrat Karl Vogler pointiert: «Für mich bleibt das Motto des Gedenkjahres auch nach diesem Staatsakt zentral: mehr Demut, mehr Bescheidenheit – ja, weniger ist mehr!» Und Ständerat Erich Ettlin dachte unwillkürlich an die alte Landsgemeinde, als er bemerkte: «In diesem Jahr und bei diesem Staatsakt habe ich Bruder Klaus wieder neu entdeckt, habe viel gelesen und festgestellt, dass er noch viel bedeutender ist, als wir alle es uns vorgestellt haben.»

Mit Ausnahme der Waadt und Appenzell Innerhoden – wo Wahlen und Landsgemeinde stattfanden – gaben sich alle Kantone die Ehre. Ein bisschen für sich beanspruchen durften die Nidwaldner den Bruder Klaus. Landammann Ueli Amstad besann sich: «Dass Bruder Klaus uns ermahnte, aufeinander zu hören, bevor wir aktiv werden, ist auch für uns heutige Politiker, die wir oft unsere Kämpflein ausfechten, wichtig.» Und Landweibel Edy Amstad an seiner Seite – ganz im Ornat – schmunzelte: «Es ist eine grosse Ehre, dass mir eine der ältesten Bruder-Klausen-Statuen im Stanser Rathaus anvertraut ist. Interessanterweise sammelt sich dort auch nach 500 Jahren noch kein Staub an.»

Dass der als grosser und über allen Religionen stehende Staatsmann Niklaus von Flüe auch der Heilige Bruder Klaus ist, bewies der Besuch zahlreicher kirchlicher Würdenträger. Abt Christian Meyer aus Engelberg meinte: «Wir pflegen eine spirituelle Verbindung zu Bruder Klaus, der immer wieder ins Klosterdorf kam. Für mich persönlich steht er dafür, dass man aus der Tiefe, aus der Stille viel Kraft schöpfen kann.» An seiner Seite, Abt Benno Malfèr von Muri Gries, erinnerte an den Bezug der Sarner Benediktiner zum Heiligen: «Unsere Äbte haben ihn immer wieder besucht, deshalb ist auch sein Bussgürtel, den wir dem Museum ausgeliehen haben, in unserem Besitz. Unser Kloster hat auch viel zur Forschung und zur Verehrung von Bruder Klaus beigetragen.» Priorin Daniela Bieri wies stolz darauf hin, dass das Kloster Melchtal dem Heiligen geweiht sei und im Altar noch eine schöne Reliquie von ihm aufbewahre. «Wir möchten ja gerne so zurückgezogen leben wie er, aber es gelingt uns nicht immer.» Äbtissin Pia Habermacher aus dem Sarner Frauenkloster erzählte, sie und ihre Schwestern würden Bruder Klaus täglich im Gebet begegnen. «Zurzeit bitten wir den Heiligen, den ich seit meiner Jugendzeit verehre, dass er das neue Benediktinische Zentrum zu etwas Gutem werden lässt.»

Erinnerungen an Landsgemeinden

Obwaldens Staatsakt wurde bewusst auf den Landsgemeindesonntag angesetzt. Und so kamen denn – überall und immer wieder – auch nostalgische Gefühle auf. Guido Weber, der Alfred Leonz Gassers alten Landsgemeindemarsch dirigierte, schwelgte in Erinnerungen: «Ich musste mit den Tränen kämpfen, als ich wie einst dafür sorgte, dass wir langsam auf den steilen Hügel liefen und so immer genug Luft zum schnellen Spiel bekamen.» Nicht weniger berührt war Helmibläser Glais von Rotz, der selber noch drei Landsgemeinden erlebt hatte. «Bruder Klaus ist mein Nachbar, mein Land grenzt auf der Kernser Seite tatsächlich an den Ranft.» Übrigens: Selbst Bundespräsidentin Doris Leuthard habe sich mit ihnen, den Helmiblä­sern, fotografieren lassen!

Nationalratspräsident Jürg Stahl und Ständerat Erich Ettlin. (Bild: Romano Cuonz (Obwaldner Zeitung))

Nationalratspräsident Jürg Stahl und Ständerat Erich Ettlin. (Bild: Romano Cuonz (Obwaldner Zeitung))

Landammann Ueli Amstad und Landstatthalter Edy Amstad. (Bild: Romano Cuonz (Obwaldner Zeitung))

Landammann Ueli Amstad und Landstatthalter Edy Amstad. (Bild: Romano Cuonz (Obwaldner Zeitung))

Die Äbte Benno Malfèr, Muri-Gries, und Christian Meyer, Engelberg. (Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 30. April 2017))

Die Äbte Benno Malfèr, Muri-Gries, und Christian Meyer, Engelberg. (Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 30. April 2017))

Priorin Daniela Bieri, Melchtal, und Äbtissin Pia Habermacher, Sarnen. (Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 30. April 2017))

Priorin Daniela Bieri, Melchtal, und Äbtissin Pia Habermacher, Sarnen. (Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 30. April 2017))

Helmibläser Niklaus von Rotz und Feldmusik-Dirigent Guido Weber. (Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 30. April 2017))

Helmibläser Niklaus von Rotz und Feldmusik-Dirigent Guido Weber. (Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 30. April 2017))

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