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SARNEN: Polizei übt in Sarnen Ernstfall mit Waffeneinsatz

Im Infocenter der Ausgleichskasse/IV-Stelle Obwalden in Sarnen zückte ein unzufriedener Kunde eine Pistole. Drohungen und ein Schuss erforderten den Polizeieinsatz.
Robert Hess
Polizei übt in Sarnen Ernstfall mit Waffeneinsatz. (Bild: Robert Hess (Sarnen, 27. September 2017))

Polizei übt in Sarnen Ernstfall mit Waffeneinsatz. (Bild: Robert Hess (Sarnen, 27. September 2017))

Robert Hess

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Was an der Sarner Brünigstrasse 144 am Mittwochnachmittag abgelaufen ist, war glücklicherweise «nur» eine Übung. Eine sehr aktuelle allerdings, «denn das Bestreben, unsern Versicherten und Mitgliedern persönliche Beratung zu bieten und einfach erreichbar zu sein, führt immer wieder zu kritischen Situationen», erklärte Cajus Läubli, Direktor der Ausgleichskasse und IV-Stelle.

«Die koordinierte Übung zusammen mit der Kantonspolizei und dem Rettungsdienst Obwalden soll das erarbeitete Sicherheitskonzept in unsern Räumlichkeiten überprüfen», sagte Läubli am Mittwoch vor Gästen anderer Ausgleichskassen und Verwaltungen. Für den normalen Publikumsverkehr waren die Büros an diesem Tag geschlossen.

Massive Drohungen mit Waffeneinsatz

Laut Drehbuch, das zusammen mit der Nottwiler Firma Willimann S+S GmbH, Sicherheitsberatungen und Schulungen, erarbeitet worden war, betraten kurz nach 14 Uhr zwei Figuranten, eine Frau und ein Mann, das Infocenter, um sich beraten zu lassen. Kurze Zeit später erschien ein weiterer sichtlich erregter Mann, der offenbar Probleme wegen einer IV-Rente hatte. Die Figuranten respektive Schauspieler wurden in separaten Besprechungsräumen im Erdgeschoss von drei Sachbearbeitern der AHV/IV betreut, die vorher über ihre Rolle aufgeklärt worden waren. Wenig später erschien eine total aufgeregte junge Frau (dargestellt von Laienschauspielerin Martina Conrad) die ihren aufbrachten Vater (alias Profi-Schauspieler Beat Brunner) davon abhalten wollte, eine Dummheit zu machen. Ihr «Vater» hatte aber plötzlich eine Pistole in der Hand und bedrohte die Anwesenden lärmend und gestikulierend, sodass bei einem Gerangel mit einem Kunden (Figurant Andreas Furrer) ein Schuss losging und den Mann schwer verletzte. In der Folge alarmierte der Reue zeigende Täter den Rettungsdienst per Handy.

Beeindruckt von der Dramatik

Die Schauspieler wirkten so echt und dramatisch, dass Gäste und zur Ausbildung anwesende Mitarbeitende der AHV/IV «total berührt und ergriffen» waren, wie es Jacqueline Furrer formulierte, die zusammen mit Pia Christen zu den Mitarbeiterinnen gehört, welche den Empfang betreuen. «Ich arbeite seit sieben Jahren hier, sagte Pia Christen, «und hatte in dieser Zeit neben vielem Positiven, einige nicht so gute emotionale Erlebnisse. Doch das gehört zur Aufgabe hier.»

Wie es das Sicherheitskonzept vorsieht, haben die Frauen im Infocenter den internen Alarm ausgelöst und sich in den benachbarten Panikraum gerettet, als die Situation eskalierte. Weitere Anwesende im Haus alarmierten nach kurzer Einschätzung der Lage die Kantonspolizei, die sofort ausrückte, das Gebiet in diesem Bereich der Brünigstrasse absperrte und alle Massnahmen in Gang setzte, um die Täterschaft ohne weitere Gefährdung anderer auszuschalten.

«Ist Waffengewalt im Spiel, müssen wir auf alle Eventualitäten vorbereitet sein», meinte später Marco Niederberger, Leiter der Verkehrs- und Sicherheitspolizei. Man wisse nicht zum vornherein, ob es sich wirklich um einen Einzeltäter handle und ob dieser aufgeben wolle. Auch wenn eine Person vor Ort verletzt sei, dürfe der Rettungsdienst erst eingreifen, wenn alle Sicherheitsmassnahmen durch die Polizei getroffen worden seien.

Cajus Läubli, Direktor der Ausgleichskasse, meinte am Tag nach der Übung: «Meine Mitarbeitenden haben sehr gut reagiert, so wie wir das mit unserem Sicherheitskonzept über Jahre geübt haben. Der Aufwand in diesem Bereich hat sich bezahlt gemacht. Ich bin stolz auf meine Mitarbeitenden.»

Die Übung wirkt echt: Ein Kunde liegt getroffen am Boden, weil sich bei einem Gerangel ein Schuss aus der Pistole eines ausrastenden Mannes gelöst hat. (Bild: Robert Hess (Sarnen, 27. September 2017))

Die Übung wirkt echt: Ein Kunde liegt getroffen am Boden, weil sich bei einem Gerangel ein Schuss aus der Pistole eines ausrastenden Mannes gelöst hat. (Bild: Robert Hess (Sarnen, 27. September 2017))

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