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SARNEN: Quartier in zwei Lager gespalten

Die Gemeindeversammlung hatte es trotz weniger Traktanden in sich. Zu reden gaben die Aufhebung einer Quartierplanpflicht und die Landi. Zudem wurde über den Umgang mit Demenzkranken informiert.
Bruno Rohrer, Präsident Alzheimervereinigung. (Bild: PD)

Bruno Rohrer, Präsident Alzheimervereinigung. (Bild: PD)

Marion Wannemacher

Marion Wannemacher@obwaldnerzeitung.ch

Einen stimmungsvollen Einstieg boten sieben Spieler des Posaunenensembles Trombonis der Sarner Musikschule – auch zur Freude von Gemeindepräsident Jürg Berlinger, der in seinem neuen Amt erstmals die Versammlung leitete. Gemeindeweibel Peter Spichtig war schnell bestätigt, die Jahresrechnung speditiv genehmigt. Für heftige Diskussionen sorgte dann aber der Antrag des Gemeinderats zur Zonenplanänderung und Aufhebung der Quartierplanpflicht für die Siedlung Spitalmatte/Aamatt (Ausgabe vom Mittwoch).

Gemeinderat Marcus Wälti erläuterte die Ausgangslage und zeigte anschauliche Beispiele von Häusern, die nach den Quartierplänen von 1973, 1976 und 2005 verwirklichten wurden, und erläuterte das Vorhaben. Mit der bestehenden Ausnützungsziffer bestehe kein Potenzial zur Vergrösserung der Nutzflächen, betonte Wälti. Als «Vertreter einer ganzen Gruppe von Anwohnern» meldete sich Andreas Rohrer zu Wort (siehe Ausgabe vom Dienstag) und verlieh seiner Sorge Ausdruck, dass die Konsequenz des Vorhabens der Gemeinde massive Auswirkungen für die Siedlungsqualität habe. Ein weiterer Anwohner befürchte ebenfalls zu massive Veränderungen. Mit jeder Änderung habe es eine Verschlechterung gegeben, hielt ein dritter Siedlungsbewohner vor.

Befürworter sprechen von Rechtsungleichheit

Aus dem Quartier meldeten sich aber auch Befürworter des Antrags. Da die diversen Quartierpläne verschiedene Auflagen mit sich gebracht hätten, führe das zu Rechtsungleichheit. Ein Redner bezeichnete den Quartierplan als erneuerungsbehindernd. Es gebe kein Argument dafür, einzelne Inhaber zu privilegieren, sagte ein anderer. Als Bewohner und Regierungsrat meldete sich auch Christoph Amstad zu Wort. Er verwies auf das 2014 schweizweit in Kraft getretene Raumplanungsgesetz, das Schonung der Landreserven zum Ziel habe und warb für den Antrag. Mit 100 zu 57 Stimmen wurde dieser angenommen, 19 enthielten sich.
Auf die Anfrage von Fritz Isler zur Zielsetzung des Gemeinderats hinsichtlich der Entwicklung des Marktplatzes orientierte Gemeindepräsident Berlinger darüber, dass nach der Entwicklungsvereinbarung zwischen der Gemeinde Sarnen und der Landi vergangenen November nun ein Programm für einen Architektur- und Investorenwettbewerb erarbeitet werde. Die Stimmberechtigten würden im November an die Urne gebeten, um über einen Planungskredit abzustimmen. Der Fragesteller gab sich mit der Antwort nicht zufrieden. Die Lösung für den Anlieferungsverkehr bezeichnete er als «Wunschdenken», die Aussiedlung der Landi als «Muss». Ausserdem sprach er von einer Kehrtwende des Gemeinderats, da die Landi ursprünglich hätte ins Industriequartier ausgelagert werden sollen.

Zweite «demenzfreundliche Gemeinde» im Kanton

Über die Startveranstaltung zum Projekt «demenzfreundliche Gemeinde» informierte Gemeinderätin Manuela von Ah, zuständig für Soziales und Gesellschaft. Die Alzheimervereinigung Obwalden/Nidwalden habe die Einwohnergemeinde Sarnen angefragt, ob sie bei diesem Projekt mitmachen wolle. «Der Einwohnergemeinderat ist gerne darauf eingestiegen, denn es passt wunderbar in unsere Altersstrategie ‹häuslich vor ambulant und stationär›», begründete sie und wies darauf hin, dass in der Schweiz 110000 Menschen an Demenz erkrankt sind, 150 davon in der Gemeinde Sarnen. Bruno Rohrer, Co-Präsident der Alzheimervereinigung, betonte im Dank an die Gemeinde für die Zusage: «Eine demenzfreundliche Gemeinde ist ein Ort, wo Menschen mit Demenz verstanden, respektiert und unterstützt werden und am gesellschaftlichen Leben teilhaben.» Im Rahmen ihres Studiums an der Hochschule für Soziale Arbeit verfassen dazu Nadine Krüsi und Karin Strübin einen Bericht. Sie haben bereits Gespräche mit Betroffenen, Angehörigen und Fachpersonen der Alzheimervereinigung und der Spitex geführt und die Wohngruppe für Demenz in der Residenz am Schärme besucht. Sie nutzten die Versammlung, um ihr Anliegen zu deponieren, mit weiteren Betroffenen reden zu können. Sarnen ist nach Engelberg die zweite «demenzfreundliche Gemeinde» im Kanton.

Hinweis

Das Projekt «demenzfreundliche Gemeinde» startet mit dem Bericht des Betroffenen Franz Inauen am 21. Juni, 19 Uhr im «Peterhof».

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