SARNEN: Sarnen: Nirgends gibt es mehr Kandidaten pro Sitz

Im Hauptort haben es neue Kandidaten nicht einfach: Alle 15 bisherigen Kantonsräte treten wieder an. Auf jeden Fall ist die CVP in einer guten Ausgangslage.

Markus von Rotz
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Die CVP ist die einzige Partei, die in Sarnen ihre Sitzzahl seit 2002 erhöhen konnte. Aktuell stellt sie 6 von 15 Kantonsräten. Auch wenn der eine Sitz ein Restmandat war, kommt dies nicht von ungefähr. So hat die CVP ihre Parteistärke von 30 (2002) auf 37 Prozent (2010) steigern können. Dazu beigetragen hat 2010 in kleinem Umfang die Listenverbindung mit der Jungen CVP, vor allem aber auch, dass die Partei mit den zwei Listen Dorf und Land antrat. Diesen Effekt versucht die Partei dieses Jahr nochmals zu wiederholen und hat gar drei eigene Listen erstellt: Zur Dorf- und Land-Liste kommt noch eine KMU-Liste. Und auf allen diesen Listen finden sich bisherige Ratsmitglieder.

Situation fast wie 2010

Doch der Aufwand aller Parteien in Sarnen kann sich nicht lohnen. 31 Frauen und 15 Männer treten an, darunter sind auch alle 15 Bisherigen. Die Hürde für neue Kandidaten ist darum ziemlich hoch. Fast so hoch wie 2010: Damals traten 14 Bisherige wieder an und wurden alle gewählt. Abgewählt wurde in Sarnen niemand. Der einzig Neue damals wegen eines Rücktritts war Urs Keiser (CVP).

Doch die Sitze sind begehrt. 46 Kandidaten sind zwar 8 weniger als vor vier Jahren, aber seit 1998 kandidieren nie mehr als 38 Personen im Hauptort. Würde die heutige Delegation ohne Wechsel bestätigt, würden für Sarnen weiterhin 11 Männer und 4 Frauen im Rathaus tagen.

Kaum ein Sitz für die Jugend

Nicht mehr mit dabei ist dieses Jahr die Junge CVP, hingegen treten die Jungsozialisten wieder mit zwei Kandidaten an. Sie haben sich vor vier Jahren gerade einen Fünftel der Parteistärke ihrer Mutterpartei gesichert. Das dürfte auch dieses Jahr nicht zu einem Sitz reichen. Die SP hat 2006 einen von drei Sitzen verloren, ihre Parteistärke lag 2010 noch bei 13 Prozent (2002: 22 Prozent).

Während die CVP 2010 klar die wählerstärkste Partei blieb, legte die SVP vor vier Jahren am deutlichsten zu. Ihre Parteistärke stieg von 19 auf knapp 24 Prozent. Doch seit 2002 stellte sie jedes Jahr 3 Sitze. Zu mehr reichte es nicht. Ob alt Nationalrat Christoph von Rotz hier als Zugpferd nochmals einen Schub auslösen kann, wird sich zeigen. Die SVP hatte 2010 auch kein Restmandat geholt.

CSP-Sitz in Gefahr?

Wackeln könnte am ehesten der zweite Sitz der CSP, den diese 2010 dank einem Restmandat verteidigen konnte. Die Parteistärke der CSP sank damals leicht von 12 auf 11 Prozent. 1998 hatte dieser noch 21 Prozent betragen. Den stärksten Tiefflug erlitt in den vergangenen Jahren allerdings die FDP: 25 Prozent hatte sie noch 1998 (fast gleich viel hat die SVP heute), vor vier Jahren waren es noch knapp 15 Prozent. Seit 2002 hielt sie allerdings konstant zwei Sitze in der Delegation.

Vier wieder dabei

Auffallend ist, dass ausser bei der CVP bei allen grossen Parteien je eine Person, die 2010 bereits erfolglos kandidierte, auch dieses Jahr wieder mit dabei ist.

Sieht man sich die einzelnen Parteilisten geschlechtermässig an, fällt auf ersten Blick die SP auf. 7 von 9 Kandidaten sind Frauen (ohne Juso). Gar keine Frau kandidiert für die FDP. Den kleinsten Frauenanteil stellt im übrigen die SVP (1 von 7), prozentual schliesst allerdings die CVP (3 von 16) nur unwesentlich besser ab.

Zwei Zugpferde fehlen

Mit 2000 Stimmen das klar beste Einzelergebnis machte, wie schon 2006, auch vor vier Jahren Patrick Imfeld (CVP). Er fehlt als Zugpferd seiner Partei. Drei andere mit herausragenden Wahlergebnissen von 2010 sind weiterhin dabei: Jürg Berlinger (CVP), Peter Seiler (SVP) und Boris Camenzind (FDP). Sie alle holten damals über 1700 Stimmen. Der CSP fehlt der damalige Spitzenmann Guido Steudler, der doppelt so viele Stimmen holte wie der Zweitplatzierte seiner Partei.

Die meisten Kandidaten hat die CVP (16) nominiert, gefolgt von SP (9), SVP und CSP (je 7) und der FDP (5) sowie den 2 Juso-Mitgliedern. Wie schon 2010 (Paul Küchler) kandidiert auch dieses Jahr neben dem Gemeindeschreiber Max Rötheli ein Gemeinderatsmitglied (Jürg Berlinger).

Die jüngsten Kandidaten stellt die Juso mit Funda Fis (1993) und Fabio Peter (1992), den ältesten die CSP mit Pfarrer Karl Sulzbach (1944). im Durchschnitt ist die SP-Delegation mit 54 Jahren die älteste, gefolgt von CSP (53), FDP 850), CVP (46) und SVP (45).