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SARNEN: Schlüpfrige Themen sind in Fasnachtszeitung tabu

Zum dritten Mal stellte die Lälli Zunft ihre Fasnachtszeitung an der «Pranger-Rätschätä» im vollen «Muffis» vor. Manch bekannte Persönlichkeit aus der Region bekommt in der 37. Ausgabe gehörig ihr Fett weg. Erlaubt ist aber auch an der Fasnacht nicht alles.
Philipp Unterschütz
Der Buochser Unterhalter Mädi Murer (Mitte) sorgt an der Pranger-Rätschätä mit Schlagerparodien für viel Stimmung. Hier mit Zunftmeister Franz II. und Gattin Ulla. (Bild: Philipp Unterschütz (Sarnen, 19. Januar 2018))

Der Buochser Unterhalter Mädi Murer (Mitte) sorgt an der Pranger-Rätschätä mit Schlagerparodien für viel Stimmung. Hier mit Zunftmeister Franz II. und Gattin Ulla. (Bild: Philipp Unterschütz (Sarnen, 19. Januar 2018))

Philipp Unterschütz

<span class="mail_autor">philipp.unterschuetz@</span>obwaldnerzeitung.ch

«Es gab schon ergiebigere Jahre für uns Fasnachtszeitungsschreiber, sowohl national wie lokal. Immerhin kam kurz vor Redaktionsschluss noch die wilde Wahlkandidatur von Jürg Berlinger -ein dankbares Thema (siehe Box)», erzählt der «Pranger»-Chef und lacht. Namentlich wollen wir ihn hier nicht nennen, könnte ja sein, dass er sonst weniger Informationen erhält.

Dass man Geschichten wie die von Berlinger noch unterbrachte, sei nämlich nur dem Umstand zu verdanken, dass man gute Quellen anzapfen könne, dass in der «Pranger»-Kommission Leute mit guten Verbindungen sässen und man zudem auch Vertraute in den Gemeinden habe, welche ihnen die Geschichten «stecken» würden.

Zwei Zeichner, ein Grafiker und sieben Schreiberlinge haben an der 37. Ausgabe des «Prangers» mit rund 100 Beiträgen gearbeitet. «Es geistert die Zahl von 1000 Mannsstunden herum, die wir investiert hätten. Dabei wird aber auch getrunken und gegessen. Also ist die Zahl wohl zu hoch», gesteht der «Pranger»-Chef.

Und wie ist das nun? Darf man an der Fasnacht alles, oder gibt es Grenzen? «Es gibt definitiv Grenzen. Wir nehmen uns jedes Jahr vor, frecher zu werden, stoppen dann aber doch auf der Ziellinie» erzählt der «Pranger»-Chef. Auch dieses Jahr hätten sie Themen wieder gekippt.

«Unsere Grenze ist bei schlüpfrigen Themen, Geschichten aus dem Eheleben, Ehrverletzendem.» Zudem haben die im «Pranger» Erwähnten auch nicht alle das gleiche Ausmass an Humor. Die Endversion der Zeitung wird darum auch immer dem Zunftpräsidenten vorgelegt, der vor dem Druck sein OK geben muss.

Kulturpreis 2018 für den «Pranger»

Im vollen Muffis Nachtrestaurant in Sarnen herrschte jedenfalls am vergangenen Freitag nach den amüsanten Schlagerparodien des Buochser Komikers Mädi Murer und musikalischer Unterhaltung von «Pianissimo» und dem Ländler-Quartett Ennetmooser-Gruess bereits Hochbetrieb, als dann ein Teil der Sprüche aus dem druckfrischen «Pranger» vorgetragen wurde.

Und glaubt man einem hartnäckigen Gerücht, das seit Jahren kursiert, dürften wohl auch einige im Publikum gewesen sein, die gespannt darauf waren, ob sie genug wichtig seien, um im «Pranger» berücksichtigt zu werden. Doch was für das Publikum so amüsant war, ist Knochenarbeit für die Macher.

«Social Media macht es auch für uns schwieriger. Früher war vieles, was im ‹Pranger› kam, für die Leute neu. Heute haben etliche Geschichten in den sozialen Medien längst die Runde gemacht», erklärt der «Chefredaktor».

Die Auflage der Fasnachtszeitung beträgt 3000 Stück, die verkauft werden sollten. «Der ‹Pranger› ist sicher keine Einnahmequelle für die Zunftkasse, wir sind glücklich, wenn wir jeweils rauskommen.» Überzeugt sind die Lälli-Zünftler dennoch von ihrem Blatt. Sie verliehen Zunftmeister Franz II. deshalb kurzerhand den Obwaldner Kulturpreis 2018 für den «Pranger».

Hinweis
Den «Pranger» gibt es für es für 9 Franken in zahlreichen Ob- und Nidwaldner Fachgeschäften zu kaufen.

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