SARNEN: Schüler gründen eigene Firmen

Wenn Jugendliche Rucksäcke produzieren, mit Bier handeln oder einen Ring zur Selbstverteidigung entwickeln, dann ist IHZ-Wirtschaftswoche.

Alex Piazza
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Peter Henz (rechts) von Perlen Packaging erklärt einer Gruppe Kanti-Schülern spannende Details der Papierproduktion. (Bild: Apimedia)

Peter Henz (rechts) von Perlen Packaging erklärt einer Gruppe Kanti-Schülern spannende Details der Papierproduktion. (Bild: Apimedia)

Alex Piazza

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Als Staatsbürger und Führungskräfte von morgen sollen Gymnasiasten ein klares Verständnis von betriebs- und gesamtwirtschaftlichen Zusammenhängen haben. Dieses erwerben sie im Fach Wirtschaft und Recht sowie praxisnah während der Wirtschaftswoche der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz (IHZ), die vergangene Woche stattfand. Über 400 Gymnasiasten aus der ganzen Zentralschweiz nahmen am Projekt teil. Die 16- bis 19-jährigen Jugendlichen hatten die Aufgabe, ein eigenes Unternehmen zu gründen, auf sicherem Kurs zu halten und zu einem positiven Abschluss zu führen. Und das innerhalb von fünf Tagen. Zu diesem Zweck mussten sie Strategien entwickeln, die Aktivitäten der Konkurrenz beobachten und sich mit der Marktentwicklung auseinandersetzen. Wie viel setzen wir für das Marketing ein? Wie können wir unsere Kosten senken? Müssen wir Leute entlassen?

Führungskräfte als Fachlehrer

Unterrichtet wurden die Schüler nicht von ihren Wirtschaftslehrern, sondern von Führungskräften aus IHZ-Mitgliedfirmen. «So erfahren die Jugendlichen aus erster Hand, worauf es in der Wirtschaft ankommt und mit welchen Problemen Unternehmen zu kämpfen haben», sagt Martin Bossert, Prorektor an der Kantonsschule Obwalden in Sarnen. Einen zusätzlichen Ansporn erhalten die Jugendlichen durch den Konkurrenzkampf zwischen den einzelnen Firmen. «Man hat immer den direkten zahlenmässigen Vergleich und erfährt am Ende, wer klug gewirtschaftet hat», sagt Bossert. Um ihre eigenen Erfahrungen aus der Unternehmensführung zu vertiefen, besuchten die Jugendlichen während der Wirtschaftswoche zusätzlich die Papierfabrik Perlen. Hier erfuhren sie unter anderem, wie Fasern zerkleinert, gemahlen und für die Papierproduktion aufbereitet werden.

Auch die Fachlehrpersonen und die Unternehmen, die Mitarbeitende zur Verfügung stellen, profitieren von der IHZ-Wirtschaftswoche. Ihre Mitarbeitenden werden in einem viertägigen Vorbereitungskurs und später «on the job» in den Bereichen Methodik/Didaktik, Präsentation und Führung geschult. «Sie bekommen eine kostenlose Weiterbildung, die sie nachher ins Unternehmen einbringen können», sagt IHZ-Direktor Felix Howald.