SARNEN: Selbst ist die Frau bei Pannen

Was tun, wenn frau eine Autopanne hat? Natürlich selbst Hand anlegen. Die wichtigsten Handgriffe zur motorisierten Selbsthilfe vermittelte die Garage Blättler.

Marion Wannemacher
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Links: Juniorchef Kilian Blättler zeigt den Frauen, wie man den Ölstand prüft. Rechts: Pascal Bucher führt den richtigen Radwechsel vor. (Bilder Marion Wannemacher)

Links: Juniorchef Kilian Blättler zeigt den Frauen, wie man den Ölstand prüft. Rechts: Pascal Bucher führt den richtigen Radwechsel vor. (Bilder Marion Wannemacher)

Hand aufs Herz, was tut frau, wenn ihr Auto unterwegs einen platten Reifen hat? Den Ehemann anrufen? Anderen Autofahrern hilflose Blicke zuwerfen oder sich nach der nächsten Bushaltestelle umsehen? Das geht auch anders, dachten sich acht Frauen und nahmen teil am Kurs «Auto warten – selbst ist die Frau». Den bot die Raiffeisenbank Obwalden am Montagabend im Rahmen ihres Programms «Reichlich weiblich» in Zusammenarbeit mit der Garage Blättler in Sarnen an.

Männerdomäne Autoservice

Eigentlich müsse sie an ihrem Auto nie etwas selbst machen, gesteht Daniela Gasser aus Giswil auf Nachfragen. «Das macht immer mein Mann.» Wie ihr geht es vielen im Kurs. «Es ist immer noch eine Männerdomäne», findet Sandra Wyrsch aus Alpnach, die bei der Raiffeisenbank Obwalden arbeitet. Arbeitskollegin Marina Leyssing hat sich die Latzhose des Bruders geliehen, der bei Blättler gelernt hat. Ob das hilft? «Ich erhoffe mir heute Abend Tricks und Tipps», sagt sie.

Ein wenig Überwindung braucht es schon, Hand anzulegen. Pascal Bucher vom Kundendienst der Garage steigt mit dem Klassiker ein: «Das Rad muss gewechselt werden.» Bucher zeigt, an welcher Stelle der Wagenheber angesetzt werden muss. Er bockt das Auto hoch. «Will jemand probieren, die Schraube abzulösen?», fragt er in die Runde. Schweigen. Simona Abächerli gibt sich schliesslich einen Ruck. «Zuerst anlösen, schliesslich abdrehen», weist sie Pascal Bucher ermutigend an und lobt sie nach getaner Tat.

Beim Wechsel des grossen Rades unterstützt er dann Daniela Gasser aus Giswil aber doch. Es ist ein 4x4, «es ist ganz schön schwer», findet Daniela Gasser. Immerhin, die Bedingungen in der Garage sind sicher angenehmer als in der Realität am Strassenrand, am Ende noch bei Regen im Dunkeln. Die Reifen des Autos sind schön sauber, und ausserdem gibt es einen Drehmomentschlüssel zum Anziehen der Schrauben.

Mit Spass dabei

Mittlerweile ist das Eis gebrochen, die acht Frauen bekommen richtig Spass an der Sache, immer wieder tönt herzhaftes Lachen durch die Garage. Die eine oder andere traut sich heran ans Lampen-Wechseln, Scheibenwischwasser-Auffüllen, Ölstand-Prüfen und was sonst noch alles zum Service dazugehört. Daniela Gasser hat mittlerweile ihr eigenes Auto, einen VW Touran, vorgeführt. Am Auto nebenan erklärt Kilian Blättler, Junior-Geschäftsführer der Garage, alles Wissenswerte zum Thema Flüssigkeiten.

«Frauen haben einfach Berührungsängste. Sie trauen sich nicht, weil sie denken, ihr Mann weiss es besser», stellt Kilian Blättler fest. «Dabei haben viele Teilnehmerinnen im Kurs gesagt, dass das nicht so schwierig ist und für jeden machbar.» Nützlich sei es sicher, sich mit dem Thema Auto und Pannen zu befassen. «Vielleicht sind sie mal irgendwann froh, dass sie es selbst machen können», lautet Blättlers Fazit.

Hundertprozentig sicher ist sich Ruth Burch aus Alpnach da jedenfalls noch nicht. «Ob mir der Kurs geholfen hat? Das sehe ich dann, wenn ich wirklich eine Panne habe.»