SARNEN: Sepp räumt am Kinderumzug ab

Für die Bergbauernfamilie von der Leiti war es höchste Zeit, am Schmutzigen Donnerstag endlich die Schwander Alpabfahrt zu wagen.

Primus Camenzind
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Mit Glocken und Euter: Die Schwander Alpabfahrt endet im Sarner Kinderumzug.

Mit Glocken und Euter: Die Schwander Alpabfahrt endet im Sarner Kinderumzug.

«Auf der Leiti – über 1000 Meter oberhalb von Stalden gelegen – hatten wir heute Morgen 30 Zentimeter Neuschnee», erklärt uns Silvio Rohrer am Donnerstagnachmittag. Der Bergbauer Sepp habe deshalb ein Machtwort gesprochen und sein Vieh runter ins Tal getrieben. «Ihm war nicht entgangen, dass in Sarnen eine Viehprämierung stattfindet», erklärt Silvio.

Im Klartext: Seit Jahren nehmen Silvio mit Ehefrau Barbara Stocker Rohrer, den Kindern Basil (4) und Carolina (7) sowie Paula Giannini Sidler mit Tochter Morena (9) am Sarner Kinderumzug teil. «Heute ist auch meine Mutter Vreni Rohrer dabei», sagt er – und entschuldigt sich für einen Augenblick, denn schliesslich muss die Schwander Alpabfahrt vor Umzugsbeginn noch bei den Organisatoren angemeldet werden. «Früher, als wir selber noch jung waren, besuchten wir häufig die Fasnachtsbälle», erläutert Silvio die närrische Vergangenheit der Erwachsenen in der Gruppe. «Mit den Kindern stehen vor allem das Basteln am Umzugssujet im Vorfeld und die Teilnahme an der Strassenfasnacht im Zentrum.» Dieses Jahr besucht die «Schwander Alpabfahrt» den Sarner Kinderumzug, am Montag die Luzerner Fasnacht, und am Dienstag ist Bauer Sepp mit Hab und Gut wieder in Sarnen unterwegs.

Kinder legten Veto ein

Bergbauer und Traktorfahrer Sepp (Basil) habe ganz klare Erwartungen, gibt Silvio zu verstehen. «Der will heute mit seinem Vieh – den Kühen Resli, Zita, Nella und Elsi – und den beiden Stall- und Hirtenhunden Bless und Bäri unbedingt die Prämierung gewinnen.» Die Startnummer 11 deutet in der Quersumme mindestens auf Platz 2 hin. «Mit einer Enttäuschung können Sepp und wir allerdings umgehen», betont Silvio.

Bild: Adrian Venetz/Neue OZ
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Mit dem aktuellen Sujet haben es sich die beiden Schwander Familien nicht leicht gemacht. Anfänglich spielte man mit dem Gedanken, als «Gansabhauet Sursee» am Umzug teilzunehmen. «Das war mit unseren Kindern nicht kompatibel», sagt Silvio und erntet damit die Zustimmung von Sohn Basil, der unser Gespräch aufmerksam verfolgt. «Einer Gans den Kopf abhauen, das geht nicht», begründet er sein Veto. Schliesslich einigte sich der Familienrat auf die Schwander Alpabfahrt. Silvio Rohrer: «Klein, aber oho – und ganz dem Motto des Lälli-Zunftmeisters Bäni I. entsprechend.»

Viel Beachtung

Das Schneetreiben ist auch bei Umzugsbeginn um 14 Uhr noch voll im Gang. Die «Schwander» reihen sich in den Korso ein und bewältigen – zu Fuss, im Traktor und sogar auf einem kuhtauglichen Trottinett – unter dem Beifall des Publikums das Geläuf sowie die anschliessenden Viehprämierung auf dem Dorfplatz. Die Quersumme der Startnummer hatte es in sich: Die «Schwander Alpabfahrt» wird von der Jury der organisierenden Lälli-Zunft mit dem zweiten Platz ausgezeichnet. «Wir freuen uns natürlich riesig, dass unser kleines, aber prägnantes und zum Fasnachtsmotto passendes Sujet so viel Beachtung fand», bekräftigt Silvio Rohrer. Sepp und seine Kühe konnten die «Silbermedaille» nicht bis in alle Nacht hinein feiern – melken ist auch im Winter und an der Fasnacht bäuerliche Alltagspflicht.

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