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SARNEN: Sie überwinden gemeinsam die Sprachgrenze

Fünf Oberstufenschüler aus dem Unterwallis drückten diese Woche in Sarnen die Schulbank, um ihr Deutsch aufzubessern. Zuvor waren Sarner Schüler im Wallis zu Gast.
Matthias Piazza
Silas von Wyl aus Sarnen (links) mit seinem Tandempartner Githus Arivalagan aus Saxon VS. (Bild: Matthias Piazza (Sarnen, 31. März 2017))

Silas von Wyl aus Sarnen (links) mit seinem Tandempartner Githus Arivalagan aus Saxon VS. (Bild: Matthias Piazza (Sarnen, 31. März 2017))

Matthias Piazza

matthias.piazza@obwaldnerzeitung.ch

Konzentriert sind die Sarner Schüler einer dritten Oberstufenklasse in ihre Arbeit vertieft. In dieser Deutschstunde müssen sie eine Geschichte als Mindmap darstellen. So weit, so normal, könnte man meinen. Und doch nicht ganz. Diese Woche ist der Schulbetrieb etwas anders als sonst. Zu den einheimischen Schülern gesellen sich fünf Schüler aus dem französischsprachigen Teil des Wallis. Einer davon ist Githus Arivalagan (14), der am Sonntag aus Saxon angereist ist und eine Woche lang bei seinem Sarner Schulkameraden Silas von Wyl (15) lebte und auch mit zur Schule ging.

Es ist ein Gegengeschäft. Eine Woche zuvor war Silas von Wyl im Unterwallis bei Githus als Austauschschüler zu Gast. Beide schwärmen von diesem interkulturellen Austauschprogramm «Vas-y. Komm!», das die Kantone Obwalden und Nidwalden zusammen mit dem Wallis seit 2012 betreiben.

«Ich habe viel profitiert», zieht der 14-jährige Walliser nach einer Woche Bilanz. Die deutsche Sprache sei schwierig. «Ich kann mich jetzt schon durchschlagen. Auch Valentin Fardel (15) aus Sierre ist voll des Lobes über dieses Austauschprogramm. Vor allem beim Verstehen der deutschen Sprache habe er sich spürbar verbessert. Er spricht von einer wichtigen und auch positiven Erfahrung. «Die Gastfamilie war wirklich sehr sympathisch.» Auch schwärmt er von der Obwaldner Landschaft und dem Ausflug nach Luzern. Deutsch zu lernen, findet er sehr wichtig und nützlich, da Sierre sehr nahe an der Sprachgrenze zur Deutschschweiz liege.

«Mit der Zeit ging es immer besser»

Ihre Tandempartner haben den Sprachaustausch vergangene Woche vollzogen. «Ich wollte wissen, wie gut mein Französisch wirklich ist und mich verbessern. Im Französischunterricht war ich im Reden nicht immer der Beste», beschreibt Elia Küchler (15) seine Motivation für die Teilnahme. «Am Anfang hatte ich Mühe, dem Unterricht zu folgen. Die Lehrer sprachen sehr schnell. Mit der Zeit ging es aber immer besser», blickt er auf die Woche in Sierre zurück. Doch die Überwindung, an einem fremden Ort in einer anderen Sprache zur Schule zu gehen, habe sich gelohnt. «Ich kann mehr Sätze bilden und verstehe die Sprache auch besser.» Er würde den Austausch jedem empfehlen. Das sieht auch Silas von Wyl so. «Sprachen kann man immer gut gebrauchen. Und Französisch hilft einem auch beim Erlernen weiterer Fremdsprachen.» Er habe darum nicht zweimal überlegt, eine Woche in Unterwallis zur Schule zu gehen.

Die Teilnehmerzahlen schwanken

Margrit Wirz, die den Sprachaustausch für Ob- und Nidwalden koordiniert, spricht von einer Erfolgsgeschichte dieses für Schüler mit Ausnahme der Reise kostenlosen Angebots. Im vergangenen Schuljahr hätten gesamthaft rund 50 Jugendliche aus Ob- und Nidwalden eine Woche in Unterwallis die Schule besucht. In diesem Schuljahr seien es nur etwa 30. Den schwankenden Zahlen würden verschiedene Faktoren zu Grunde liegen. «Es braucht Mut, allein in die Westschweiz zu gehen. Doch häufig lösen Schüler, die am Austauschprogramm teilnehmen, eine Sogwirkung bei ihren Kameraden aus.» Die Rückmeldungen seien jeweils positiv.

Diese Aussage machte jüngst auch Patrick Meier, Leiter des Amtes für Volksschulen und Sport Nidwalden. Schüler würden von einer äusserst positiven und lehrreichen Erfahrung sprechen. «Es braucht Mut, sich in einer fremden Sprache zu verständigen. Aber der Lerneffekt ist umso grösser. Wir empfehlen allen einen solchen Sprachaustausch.» Im Schuljahr 2015/16 gingen laut der Stiftung für eidgenössische Zusammenarbeit rund 390 Obwaldner Schüler in die Westschweiz, wesentlich mehr als in Nidwalden und Uri.

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