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SARNEN: Sofortmassnahmen gegen Wasserschäden kosten eine Million

Seit dem 24. Juni werden an Sarner Bächen Sofortmassnahmen in Millionenhöhe umgesetzt. Langfristig will man Schutzdefizite beheben.
Romano Cuonz
Für diese stark beschädigte Stelle am Blattibach mussten Sofortmassnahmen ergriffen werden. (Bilder Romano Cuonz)

Für diese stark beschädigte Stelle am Blattibach mussten Sofortmassnahmen ergriffen werden. (Bilder Romano Cuonz)

Romano Cuonz

«Am Morgen des 24. Juni blieb ein Gewitter zirka 90 Minuten statisch über der Schwendi, dabei fielen innerhalb von nur drei Stunden Regenmengen von 80 bis 100 Millimeter», erklärte Stephan Flury, Bereichsleiter Infrastruktur, Raumentwicklung und Umwelt bei der Gemeinde Sarnen. Sein Publikum: die Anwohner der betroffenen Bäche. Zum Vergleich: Beim Unwetter von 2005 fiel eine in etwa ähnliche Regenmenge innerhalb von 24 Stunden. Derartige örtliche «Monstermengen» an Regen seien praktisch nicht zu prognostizieren. Auch hätten die Bäche keine Chance gehabt, solche Wassermengen innerhalb kurzer Zeit abzuführen, erklärte Flury. So seien denn Überschwemmungen und Schäden unvermeidbar gewesen.

Unbürokratische Massnahmen

Erstmals sprach an diesem Informationsanlass auch Gemeinderat Peter Seiler als neuer Vorsteher des Sarner Umweltdepartements zu den Betroffenen. «Bis zum November werden wir für Sofortmassnahmen am Blattibach, Schwandbach, Moosgräbli und sieben weiteren ‹Gräbli» rund 1 Million Franken ausgegeben haben», sagte er. Mit verschiedensten Sofortmassnahmen habe man vor allem Folgeschäden bei allfälligen weiteren Gewittern vorbeugen wollen. Die Abflusskapazität wurde wiederhergestellt, weggerissene Verbauungen mindestens provisorisch repariert. «Wir haben uns nach unseren Möglichkeiten auch bemüht, Betroffene zu unterstützen», sagte Seiler. So sei bei diversen betroffenen Landwirten und Privatpersonen die Grobräumung der Wiesen und Gärten organisiert und bezahlt worden. Asylsuchende hätten bei der Feinräumung mitgeholfen. Auch die Kosten für die Entsorgung von Geschiebe, Holz und Heu seien je nach Situation übernommen worden. Sofortmassnahmen werden zu je 35 Prozent von Bund und Kanton mitfinanziert, die Restkosten trägt die Gemeinde.

Im aktuellen Fall dürften rund 100 000 Franken an nicht subventionierten Kosten zu Lasten der Gemeindekasse gehen. Stellvertretend für die Anwohner dankte der frühere Versicherungsfachmann Alfred Tschanz den Behörden für ihr schnelles Eingreifen und die unbürokratische, effiziente Hilfe.

Weitere Millionen nötig

«Während Kanton und Bund Sofort-massnahmen ohne grosses Prozedere bewilligen, unterstehen längerfristige Wasserbauprojekte einem ordentlichen Bewilligungsverfahren», erörterte die im Kanton für Naturgefahren zuständige Seline Stalder. Und eine solche ganzheitliche längerfristige Planung, die nochmals Millionen kosten werde, sei für die Sarner und Schwander Bäche ohne Zweifel notwendig. Die Planung bereits aufgenommen hat die Gemeinde Sarnen: Bis November 2016 sollen erste Vorprojekte auf dem Tisch liegen. Für den Blattibach (Mittellauf und Unterlauf) wurde die Schubiger AG, Sarnen, beauftragt, für den Schwandbach die K+Z AG, Bern, fürs Moosgräbli und weitere Bäche die Belop GmbH, Sarnen.

Es braucht Landwirtschaftsland

Grössere Massnahmen sind vor allem beim Einfluss des Blattibachs in den See nötig. «Durch die vom Bund erzwun­gene Ausscheidung von sehr breiten Gewässerräumen und die Ökologieauflagen wird leider Landwirtschaftsland verloren gehen», so Seiler. «Die Gemeinde wird alles daransetzen, betroffenen Landwirten Realersatz zu gewähren.» Einfach sei dies jedoch nicht. Ein Sorgenkind ist auch das Moosgräbli. «Sein Gerinne soll so in Stand gestellt und gesichert werden, dass ein 100-jährliches Hochwasser schadlos abgeführt werden kann», führte Stephan Flury aus. Ins Projekt integriert wird der Kantonsstrassendurchlass in Stalden. Bezüglich Zeitplan wagte Flury eine Prognose: «Die Projektierungen Blattibach und Schwandbach sollen 2017 abgeschlossen werden, nach dem Einholen der Kredite und dem Baubewilligungs- und Submissionsverfahren könnte der frühestmögliche Baustart im Winter 2017/18 erfolgen.»

Das Gewitter vom 24. Juni. (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)

Das Gewitter vom 24. Juni. (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)

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