SARNEN: TCS kämpft um Mitglieder

Der landesweite Mitgliederschwund beim TCS macht auch vor Obwalden nicht Halt. Ständerat Erich Ettlin warnte an der Generalversammlung vor administrativem Wahnsinn bei Geschäftsfahrzeugen von Pendlern.

Primus Camenzind
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Ständerat Erich Ettlin orientiert über die Parlamentsarbeit in Bern. (Bild: Primus Camenzind (Sarnen, 3. März 2017))

Ständerat Erich Ettlin orientiert über die Parlamentsarbeit in Bern. (Bild: Primus Camenzind (Sarnen, 3. März 2017))

Primus Camenzind

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Rund 80 Mitglieder fanden sich am vergangenen Freitag im Pfarreisaal Peterhof in Sarnen zur 78. Generalversammlung des mit fast 5000 Mitgliedern grössten Obwaldner Vereins ein. Die traktandierten Geschäfte gingen sachlich und fast sorgenfrei über die Bühne. Die Rechnung per Ende 2016 schloss mit 3000 Franken Gewinn und einem Eigenkapital von 90 000 Franken. «Sehr übersichtliche und solide Zahlen», meinte der scheidende Kassier Hugo Berlinger dazu. Er wird durch die 35-jährige kaufmännische Fachfrau Carla Roth aus Kerns ersetzt.

60 Autos auf 100 Einwohner ist Platz 8 in der Schweiz

In seinem Jahresbericht stellte Präsident Hubert Schumacher fest, dass die Verkehrssicherheit nach wie vor das Kernthema des TCS ist, und «dass wir dazu auch in Obwalden alljährlich wertvolle Beiträge leisten – unter anderem mehrere tausend Franken für Material zur Verkehrserziehung». Für die verschiedenen Formen der Unterstützung ernteten er und der ganze Verein anerkennende Worte von Regierungsrat Christoph Amstad, Vorsteher des Sicherheits- und Justizdepartements. «In Obwalden kommen auf 100 Einwohner 60 Autos. Diese Dichte bringt uns schweizweit auf Platz 8», liess er die TCS-Mitglieder wissen.

Für den einzigen Wermutstropfen des Abends sorgte eine nüchterne Feststellung von Alex Mathis. Der ebenfalls scheidende Geschäftsführer der TCS-Sektion Waldstätte sprach von einem landesweit grossen Mitgliederverlust. «Das ist auf allen Ebenen Tatsache, somit auch in Obwalden», gab er zu bedenken. Mit einer neuen Rollenverteilung unter den 24 Sektionen und der Zentrale in Genf sowie mit dem Plan, die Produkte des TCS noch mitgliederfreundlicher zu gestalten, soll die Talfahrt aufgefangen werden.

Ständerat Erich Ettlin spricht Klartext

Zu Gast im Peterhof war auch Ständerat Erich Ettlin (CVP). In einem kurzweiligen und aufschlussreichen Referat orientierte er über das Geschehen unter der Bundeshauskuppel in der Frühjahrssession. Er ging näher auf die Auswirkungen der Fabi-Vorlage (Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur) ein. Ab dem Steuerjahr 2016 können Pendler bei der direkten Bundessteuer für Fahrtkosten höchstens noch 3000 Franken abziehen. «Bei Geschäftsfahrzeugen entsteht ein administrativer Wahnsinn», gab der Ständerat zu verstehen und machte deutlich, dass er sich in Bern durchaus bemerkbar macht und auch durchsetzen möchte, wenn ihm etwas nicht passt. Eingehend auf das aktuelle politische Gerangel um die Altersvorsorge 2020 ortet Ettlin eine «Schieflage», und er sieht selber «keine perfekte Lösung».

«So geht es nicht weiter», meinte der Referent zum Gesundheitswesen unseres Landes. Das Schweizervolk habe in den nächsten Jahren ein durchschnittliches Kostenwachstum von 4 Prozent zu verkraften, betonte er. Er macht sich mit seinem Vorstoss im Parlament für die «Kostenbremse» stark. «Die prozentuale Kostensteigerung im Gesundheitswesen darf den durchschnittlichen Lohnzuwachs nicht mehr übersteigen», verlangt Ettlin. Er habe übrigens in der laufenden Session bereits vier Vorstösse eingereicht, erklärte der Bundespolitiker. «Es reicht jetzt, Ettlin», dürften sich nach seiner Überzeugung einige Ratskollegen bereits gedacht haben.