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SARNEN: Tempo 30 hängt von Anwohnern ab

Die Gemeinde will pro Jahr zwei Tempo-30-Zonen in Wohngebieten umsetzen. Die Bevölkerung ist aufgerufen, die Initiative zu ergreifen.
Philipp Unterschütz
Symbolbild: Die Gemeinde Sarnen will Tempo-30-Zonen im Siedlungsgebiet einführen. Im Bild eine Tempo-30-Zone in Baar. (Bild: Stefan Kaiser (Neue Zuger Zeitung))

Symbolbild: Die Gemeinde Sarnen will Tempo-30-Zonen im Siedlungsgebiet einführen. Im Bild eine Tempo-30-Zone in Baar. (Bild: Stefan Kaiser (Neue Zuger Zeitung))

Philipp Unterschütz

«Mehr Sicherheit, weniger Lärm, mehr Platz für Spiel und Aufenthalt in Wohnquartieren und eine höhere Wohnqualität; dies alles sind Ziele, die mit der Einführung einer Tempo-30- oder Begegnungszone erreicht werden können.» Dies schreibt Gemeindepräsident Paul Küchler im Vorwort eines umfangreichen Berichts, den der Gemeinderat zum Thema Tempo 30 im Siedlungsgebiet erstellt hat. Die Gemeinde beabsichtigt, mit der Einführung der Niedriggeschwindigkeitszonen den Verkehr auf den Hauptverkehrsachsen zu konzentrieren und die Quartiere möglichst vom Durchgangsverkehr zu befreien.

Man habe die Analyse aufgrund des behördenverbindlichen, kommunalen Verkehrsrichtplans erstellt, sagt die zuständige Gemeinderätin Anna Kathriner auf Anfrage. «Dieser hält fest, dass in allen Wohnquartieren auf Quartiererschliessungs- und Zufahrtsstrassen Tempo-30-Zonen oder gar Begegnungszonen realisiert werden, sofern dies von den betroffenen Anwohnern mehrheitlich gewünscht wird oder ein übergeordnetes Interesse besteht, wie beispielsweise für die Schulwegsicherung.» Am Zug sind nun also die Quartierbewohner, die aufgefordert sind, aktiv zu werden, sich abzusprechen und, falls eine Mehrheit im Quartier zustimmt, den entsprechenden Antrag an die Gemeinde zu stellen. «Es ist ganz wichtig, dass die Bewohner mehrheitlich Tempo 30 wünschen, damit eine entsprechende Zone auch mitgetragen wird. Wir unterstützen die Anliegen, werden von uns aus aber nicht aktiv», erklärt Anna Kathriner.

Die meisten Quartiere sind geeignet

Mit dem vorliegenden Bericht gibt die Gemeinde nun eine entsprechende Hilfestellung und hat auch bereits eine erste Beurteilung der Quartiere gemacht. Pro Gebiet ist ein Übersichtsplan enthalten mit einer Aufzählung der betroffenen Strassen und einem Beschrieb des Quartiers sowie auffallenden Sicherheitsdefiziten.

Aufgrund einer Beurteilung der grundsätzlichen Eignung werden pro Gebiet Vorschläge für mögliche Massnahmen formuliert. Die Massnahmen und Bauprojekte würden in einer weiteren Phase nach Vorliegen der notwendigen Gutachten erarbeitet.

Ein weiterer Bestandteil des vorliegenden Konzeptes ist eine Grobkostenschätzung der zu erwartenden Investitionskosten für die Umsetzung. Die Beurteilung der grundsätzlichen Eignung zeigt, dass die meisten Wohngebiete der Gemeinde Sarnen für Tempo 30 oder Begegnungszonen geeignet wären. «Das ist keine Überraschung. Bereits im Zusammenhang mit dem Verkehrsrichtplan war das absehbar. Die Analyse liefert nun die Bestätigung», stellt Anna Kathriner fest.

Zwei Tempo-30-Zonen pro Jahr

Das Konzept beinhaltet auch eine genaue Auflistung, wie interessierte Bürger vorgehen müssen, um schliesslich einen Antrag stellen zu können. «Unser Ziel ist es, jedes Jahr zwei Tempo-30-Zonen planen oder umsetzen zu können. Zu dieser Einschätzung sind wir aufgrund bisheriger Rückmeldungen und Anfragen aus der Bevölkerung an die Gemeinde gelangt», sagt Gemeinderätin Kathriner.

Zur Information der Bevölkerung, wird im Gemeindeblatt «Info Sarnen», das alle Haushaltungen erhalten, Mitte September ein ausführlicher Artikel publiziert, der die Vorgehensweise ebenfalls aufzeigt. «Da die Gemeinde die schrittweise Einführung von Tempo 30 in Wohnquartieren anstrebt, werden wir periodisch wieder über das Thema informieren», ergänzt Anna Kathriner.

Im Dorfzentrum auf gutem Weg

Nun ist es aber nicht so, dass die Gemeinde den Tempo-30-Ball nur den Bürgern zuspielt. In Gebieten mit speziellen Nutzungen oder Siedlungszentren (wie Sarnen Zentrum, Stalden Dorf, Kägiswil), wo Verkehrsberuhigungen nötig sind, wird die Gemeinde selber aktiv. Diese Gebiete werden separat behandelt und sind deshalb im vorliegenden Bericht nur informativ enthalten.

«Die Schulwegsicherung ist von übergeordnetem Interesse», betont Anna Kathriner. Man sei beispielsweise im Zentrum Sarnen auf gutem Weg. Es hätten Werkstattgespräche mit Vertretern aller Nutzergruppen und Involvierten stattgefunden. «Die Fläche für Tempo 30 ist definiert. Momentan sind wir in der Phase der Vorprüfung. Noch dieses Jahr soll es eine Infoveranstaltung für die Bevölkerung geben.» Sie hoffe, dass die Verfügung durch den Kanton nächstes Jahr erfolge und die Massnahmen umgesetzt werden können.

Noch weiter sei man im Dorf Kägiswil, dort habe die Infoveranstaltung bereits im Juni stattgefunden. «Die Anregungen daraus haben wir mitgenommen. Es folgt als Nächstes ein Mitwirkungsverfahren mit der Bevölkerung von Kägiswil», so Gemeinderätin Anna Kathriner. Auch in Kägiswil sei es das Ziel, die Tempo-30-Zone nächstes Jahr umsetzen zu können.

Hinweis

Der Bericht ist auf der Website der Gemeinde Sarnen aufgeschaltet unter www.sarnen.ch/de/aktuelles/aktuellesinformationen/

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