SARNEN: Top-Stimmung auf der Hüetlialp

An der Hüetli­fasnacht wurde mit Hingabe gefeiert. Die Fasnächtler waren begeistert von den Schwander Guiggern – und einem geheimnisvollen Gast.

Marion Wannemacher
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Elsa Rohrer aus Sachseln begrüsst ... Ja wen wohl? Man munkelt, es sei der höchste Obwaldner.

Elsa Rohrer aus Sachseln begrüsst ... Ja wen wohl? Man munkelt, es sei der höchste Obwaldner.

2013 Meter über dem Meer: Die Hüetlialp lag – zumindest am Freitagabend – mitten in Sarnen. Für einmal wurde das Personalrestaurant umfunktioniert zur Älplerbeiz. Der Verein für Menschen mit einer Behinderung (VBO) und die Stiftung Hüetli hatten zünftig dekoriert mit Edelweissblüten und rot-weiss karierten Vorhängen. «Bruichtum läbä» ist das Motto des Abends.

Bild: Marion Wannemacher / Neue OZ
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Von Höhepunkt zu Höhepunkt

Manch gehöriger Älpler hat sich schon wochenlang auf den Anlass gefreut – wie Anita Rohrer aus Flüeli-Ranft. «Ich komme sicher schon seit zehn Jahren hier an die Hüetlifasnacht», erzählt sie. Umso ausgelassener und fröhlicher tanzen sie und Freundin Victoria Aouadi aus Kerns. DJ Tiger alias René Jakober trifft mit Ländlern, Pop und Rock den Nerv des Publikums. Immer wieder ertönt ein Juchzer. Hier wird die Fasnacht noch mit Hingabe gefeiert. Alles wird zum Höhepunkt: der Auftritt von Zunftmeister Bäni I. alias Bernhard Britschgi von der Lälli-Zunft samt Gattin Marie-Louise und der Einzug der Schwander Guig­ger. Zwischendurch gibts einen improvisierten Trinklerumzug durch den Saal. Die Aussenwohngruppen Jänzipark und Freiteilmattli trinkeln, was das Zeug hält.

Auch sonst gibt es noch manche Überraschung an diesem Abend. Ein Samichlais verteilt Grittibänze. «Du kommst ein bisschen spät», neckt Klaus Joller seine ehemalige Vorstandskollegin vom VBO, Barbara Huber aus Alpnach.

Aber wer ist nur der baumlange Kerl in Vollmaske, der ein gedrucktes Schild mit «eine Stange Bier»-Aufschrift auf die Bar legt? Alpwirt Joller verlangt vorsichtshalber einen Ausweis. Wer weiss, ob der überhaupt schon 16 Jahre alt ist? Statt Ausweis zeigt der ominöse Fremde ein Fischereipatent. Auf Interviewfragen will er sich nicht einlassen, seine Identität schon gar nicht preisgeben. «Ich bin ich», antwortet er beharrlich, und er habe das ganze Jahr Fasnacht.

Beweisen kann es ja keiner, aber gemunkelt wird: Es soll Kantonsratspräsident Walter Wyrsch gewesen sein.