SARNEN: Tourismus fährt voll auf Esoterik ab

Feinstoffliche Energie, kosmische Strahlung: Mit fragwürdiger Esoterik wirbt Obwalden Tourismus für die Region. Ein Experte spricht von «Irreführung».

Ve.
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Der Ranft bei Flüeli: Obwalden Tourismus kann die kosmische Energie von solchen «Kraftorten» genau beziffern. (Bild: Corinne Ganzmann / Neue OZ)

Der Ranft bei Flüeli: Obwalden Tourismus kann die kosmische Energie von solchen «Kraftorten» genau beziffern. (Bild: Corinne Ganzmann / Neue OZ)

Die Rundkirche auf Trübsee hat einen «Energiewert» von 18'000, die Kollegi-Kirche in Sarnen hat 10'500 und die Kapelle in St. Niklausen 15'500. Diese Werte gehen zurück auf den Franzosen Alfred Bovis. Er behauptete, die kosmische Energie von Orten lasse sich messen, und zwar mit Hilfe eines «strahlenfühligen Pendels». Orte mit hohen Boviswerten werden dann zu sogenannten Kraftorten. Unsinn oder wertvolle Infos?

Wer denkt, man finde derlei Theorien nur in Esoterikbüchern, wird von der hiesigen Tourismusorganisation eines Besseren belehrt. Obwalden Tourismus breitet die Theorien von Alfred Bovis nämlich auf der eigenen Homepage aus und liefert zu den verschiedenen Kraftorten im Kanton noch die passenden Werte. Ein völliger Unsinn sei dies, finden Esoterikkritiker. Vor allem hätten solche abstrusen Theorien nichts auf offiziellen Tourismus-Webseiten zu suchen. Obwalden Tourismus sagt, man habe die Angaben von der Vorgängerorganisation übernommen.