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SARNEN: Überflutete Keller verärgern Anwohner

In mehreren Quartieren dringt bei starkem Regen Wasser in die Keller. Eine Empfehlung der Gemeinde führte an einem Infoanlass zu hitzigen Debatten.
Marion Wannemacher
Wasser im Keller sorgt bei Hausbesitzern für Ärger. (Symbolbild Neue LZ)

Wasser im Keller sorgt bei Hausbesitzern für Ärger. (Symbolbild Neue LZ)

Marion Wannemacher

Ruedi Ruckli reichts. Innerhalb von dreissig Jahren ist der Keller seines Einfamilienhauses in Sarnen sechs Mal vollgelaufen. Eine Sitznachbarin, die ebenfalls an der Informationsveranstaltung der Gemeinde zu Rückstaus in der Kanalisation teilnimmt, betont: «Es ist ARA-Wasser.» Auch sie hatte den Keller voll. Zuletzt bei heftigen Niederschlägen am 22. Juli. Weitere Hausbesitzer im selben Gebiet hatten diesen Sommer ähnliche Probleme und machten bei der Gemeinde Eingaben.

Diese lud nun die Anwohner von Foribachweg, Bünten- und Feldstrasse zur besagten Orientierung ein. An die 50 Anlieger wollten sich aus erster Hand informieren lassen. Markus Flory, zuständiger Ingenieur für das Meteorwasserpumpwerk Bleiki, berichtete, dass das Gewitter an jenem 22. Juli während einer knappen Stunde von so ausserordentlicher Intensität gewesen sei, wie man es laut Meteo Schweiz nur etwa alle 100 bis 150 Jahre erwarte.

Peter Burger, verantwortlicher Ingenieur für das Gemeinde-Entwässerungsprojekt, bekräftigte zudem, dass alle fünf Pumpen ihre Aufgabe vollständig erfüllt hätten und die geplante Menge Wasser herausbefördert hätten. Dies habe aber aufgrund des grossen Ereignisses nicht gereicht. Es kam zu einem Rückstau in der Kanalisation.

Erweiterung lässt auf sich warten

Die Verantwortlichen erwähnten, dass in der Folge diverse Varianten studiert worden seien, um des Problems Herr zu werden. Der Einwohnergemeinderat hat inzwischen beschlossen, das Speichervolumen zu vergrössern. Ein neues Becken mit einem Volumen von 400 Kubikmeter soll parallel zum bestehenden Hauptsammelkanal im Meteorpumpwasserwerk gebaut werden. Mit dem Hochwasserschutz der Sarneraa sind Ausgleichsmassnahmen vorgesehen, Amphibienschutz sei ausserdem ein Thema. Die Kosten werden auf rund 1,1 Millionen Franken veranschlagt.

Zur zeitlichen Dimension sagte Gemeinderätin Anna Kathriner, man beginne umgehend mit der Planung, doch gebe es Friktionen mit dem Hochwasserschutz, sodass die Realisierung nur gleichzeitig erfolgen könne – also in sieben Jahren.

Anwohner kritisieren Vorschlag

Trotz der ergriffenen Massnahmen bleibt ein Restrisiko. Deshalb gab Anna Kathriner im Namen des Gemeinderats die Empfehlung ab, auf eigene Initiative Objektschutz zu betreiben. Nur mit beiden Massnahmen sei eine hundertprozentige Sicherheit gewährleistet. Laut den Ingenieuren könne bei jeder Liegenschaft das Abwasser aus dem Obergeschoss abgetrennt und direkt in den Kanal eingeleitet werden. Dasselbe könne auch mit dem geringem Abwasservolumen im Untergeschosses und mit Hilfe einer Pumpe erreicht werden. Pro Objekt gehe man von 12 000 bis 15 000 Franken aus, sagte Markus Flory vor den Anwohnern.

Diese liessen aber kein gutes Haar am Vorschlag. «Die Anlage ist falsch gemacht», beschwerte sich ein Veranstaltungsbesucher. «Wir als Hauseigentümer zahlen an die Kanalisation dazu. Dass wir jetzt noch Objektschutz machen müssen, begreife ich nicht», enervierte er sich. Eine weitere Anwohnerin sagte, es seien mehr Gebäude angeschlossen. Dies zu lösen, sei Aufgabe der Gemeinde.

Kein Muss, sondern Empfehlung

Ingenieur Peter Burger stellte klar, dass laut Gesetz eine Kanalisation nur so dimensioniert sein müsse, dass sie alle fünf Jahre volllaufen könne. Ein anderer Teilnehmer der Informationsveranstaltung fragte nach, ob die Gemeinde nicht den zusätzlichen Objektschutz übernehmen oder zumindest daran zahlen müsse. Peter Burger hielt fest, dass die Gemeinde den Objektschutz nicht verlange, sondern lediglich empfehle.

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