Sarnen
Kanton und Gemeinde wollen sich ein Bild über den Verkehr im Sarner Dorfkern machen

Die Brünigstrasse muss saniert werden – nicht nur wegen des Belags und der Werkleitungen. Dabei soll sie auch besser ins historische Zentrum integriert werden.

Matthias Piazza
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Die Brünigstrasse beim Sarner Dorfplatz.

Die Brünigstrasse beim Sarner Dorfplatz.

Bild: Romano Cuonz (25. September 2020)

Wie viele Autos, Lastwagen, Töffs, Velos und Fussgänger befahren oder begehen das Sarner Dorfzentrum? Das wollen Kanton und Gemeinde herausfinden. Nächste und übernächste Woche zählt die Firma Innolutions AG in ihrem Auftrag den Verkehr in und um das Dorfzentrum, wie der Kanton am Donnerstag in einer Mitteilung schreibt. Dafür werden temporär elektronische Zählstellen auf verschiedenen Strassen eingerichtet, teilweise werden auch Kameras eingesetzt. Die Erhebungen erfolgen anonym. Sarner Siebtklässler zählen die Fahrzeuge an verschiedenen Verkehrsknoten von Hand.

Mit dem Projekt Perspektiven Dorfkern 2030 sucht die Gemeinde nach Massnahmen, um die Abwanderung von Geschäften zu stoppen und das Dorfzentrum der Zukunft aufzuwerten. Dabei spielen Verkehrsregime und Verkehrsmengen auf der Ortsdurchfahrt eine wesentliche Rolle. Ein zentrales Thema des Projekts ist auch die bessere Integration der Brünigstrasse in das historische Zentrum, heisst es weiter. Mit einem Betriebs- und Gestaltungskonzept soll aufgezeigt werden, wie man die anstehenden Investitionen in neue Beläge und Werkleitungen nutzen kann, um die Ortsdurchfahrt siedlungsverträglicher zu gestalten und das Verkehrsregime anzupassen.

Für die Verkehrszählungen in Sarnen wurden Kameras montiert, wie hier an der Kernserstrasse.

Für die Verkehrszählungen in Sarnen wurden Kameras montiert, wie hier an der Kernserstrasse.

Bild: PD (Sarnen, 16. April 2021)

Lärmgrenzwerte überschritten

Damit wollen Kanton und Gemeinden die zahlreichen Defizite beheben. So sei die Brünigstrasse sanierungsbedürftig, sowohl was den Belag als auch was die Werkleitungen betreffe. Bei vielen Gebäuden würden die gesetzlichen Lärmgrenzwerte überschritten. Die kantonale Veloroute auf der schmalen und unübersichtlichen Strasse werde von Velofahrern als unattraktiv und gefährlich wahrgenommen. Der viele Verkehr auf der Brünigstrasse beeinträchtige die Aufenthaltsqualität im Strassenraum und mache das Dorfzentrum weniger attraktiv.