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SARNEN: Vom Juiz bis zu afrikanischen Liedern war alles dabei

Es waren Klänge von bezaubernder Schönheit. Das Obwaldner Trachtenchörli und das Cantus-Vocal-Ensemble Kerns machten gemeinsame Sache. Eine gelungene Premiere.
Der Auftritt der beiden Obwaldner Chöre kam beim Publikum an. (Bild: Kurt Liembd (Sarnen, 2. März 2018))

Der Auftritt der beiden Obwaldner Chöre kam beim Publikum an. (Bild: Kurt Liembd (Sarnen, 2. März 2018))

Was die Konzertbesucher am Freitag und Samstag in der vollbesetzten Kollegi-Kirche Sarnen erlebten, wird ihnen wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Der gemeinsame Auftritt der beiden Obwaldner Chöre war nicht nur eine gelungene Premiere, sondern entpuppte sich als Volltreffer. Es war ein einmaliges Erlebnis, wie sich zwei unterschiedliche a-capella-Chöre mit ideenreichem Gesang ergänzten und musikalisch in Perfektion auftraten. Eigentlich ein Vorzeigebeispiel für innovativen Chorgesang und für musikalische Innovation.

Beide Ensembles gelten in Obwalden schon seit Jahrzehnten als Vorzeige-Chöre. Da ist zum einen das 1983 in Kerns gegründete Cantus Vocal-Ensemble, das seit 35 Jahren unter der Leitung von Elfried von Rotz steht. Das Trachtenchörli hingegen hat eine noch längere Tradition. Es setzt sich aus Mitgliedern aus allen sieben Gemeinden des Kantons zusammen und bildet in dem Sinne eine kantonale Chorgemeinschaft. Seit 2002 steht das «Chörli» unter der Leitung von Beat von Holzen. Obwohl es auf den ersten Blick ein «gewöhnlicher» Jodlerklub ist, klingt er jedoch ganz speziell. Dies auch deshalb, weil der untypisch hohe Frauenanteil dem Chorklang eine eigene Färbung gibt. Nebst den Vorjodlerinnen singen einige Frauen auch in der Tenorstimme, was eine spezielle Charakteristik des Chorklanges ergibt.

Innovation und Tradition zusammen

Unter dem schlichten Konzerttitel «Klang-Variationen» wurde ein abwechslungsreiche und attraktives Programm geboten. Zu hören waren nicht nur Naturjuiz und Jodellieder, sondern auch Gospels, Spirituals und gar Lieder aus Afrika.

Schon der Auftakt mit dem «Seefelder-Juiz» vom einheimischen Komponisten und Dirigenten André von Moos liess aufhorchen. In anmutiger Schönheit bewies sowohl das Trachtenchörli wie auch der Komponist, wie innovativ Jodeln sein kann, ohne dabei die Tradition zu verlassen. Wunderbare Modulationen und ein gepflegter Chorklang zogen das Publikum schon zu Beginn in Bann. Nicht minder wirkte das Jodellied «Waldverspräche» von Hanny Schenker, der «Arni-Juiz» von Trudi Kiser, «Aabästärn» von André von Moos und viele mehr. Das Cantus-Vocal Ensemble andererseits bot einen perfekten Kontrast mit Gospels und Spirituals vom Feinsten.

In Tracht ausländische Lieder aufgeführt

Es würde den Rahmen sprengen, auf all die wunderbaren Vorträge wie etwa den Klassiker «Oh Happy Day», «Steal away» oder den zahlreichen African-Songs einzugehen. Auch «Mamaliye», ein traditioneller Zulu-Song und Loblied auf alle Mütter, wurde präsentiert. Als Höhepunkt des Chorkonzertes sangen die Chöre gemeinsam. Es war eindrücklich, dass man in Obwaldner Tracht klassische Melodien und auch ausländische Lieder glaubwürdig interpretieren kann. So zum Beispiel im Spiritual «Steal Away» von Brian Eno, zu dem Dirigent Beat von Holzen einen eigenen Jodel schrieb. Die Darbietung erwies sich als musikalische Innovation, die ihresgleichen sucht.

Oder im Klassiker «Oh Happy Day», einem Gospel-Song von Edwin Hawkins, zu dem Dirigentin Elfried von Rotz den Text schrieb und gleichzeitig Bild-Projektionen von der Melchsee-Frutt mit Talistock, Rothorn und Glogghuis zu bestaunen waren. Und: Nicht nur die Musikalität war beeindruckend. Die fast 50 Sänger und Jodler gefielen ausserdem durch choreografische Elemente.

Kurt Liembd

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

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