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SARNEN: Von Kindern gebaute Flösse ahoi

Obwaldens Ferienpass bedeutet eine Unmenge Ferienspass. Besonders wenn Kinder mit ihrem selbst gebauten Floss in «Hohe See» stechen.
Romano Cuonz
Floss ahoi! Auf dem selbst gebauten Gefährt ist das Matrosenleben doppelt spannend. (Bilder Romano Cuonz)

Floss ahoi! Auf dem selbst gebauten Gefährt ist das Matrosenleben doppelt spannend. (Bilder Romano Cuonz)

Romano Cuonz

Sind es nun 30 wackere Schiffsbauerinnen und Schiffsbauer – oder doch eher 30 kecke Piraten, die an diesem sonnigen Nachmittag im Sarner Seefeld eintrudeln? Wie auch immer: All diese sechs- bis zwölfjährigen Buben und Mädchen strahlen geradezu vor Zuversicht, Unternehmungsgeist und Abenteuerlust. Alle haben sie sich beim heutigen Obwaldner Ferienpass für einen ganz besonderen Spass – nämlich das «Flossbauen» – entschieden. Es stimmt einfach alles: Die Sonne zeigt sich von ihrer sommerlichsten Seite, der See ist tiefblau, und am Ufer gibt es jede Menge «Holzrugel», dicke, farbige Stricke und Schwimmbojen, die noch aufgeblasen werden müssten.

Erfahrene Leiter, begeisterte Kinder

Ganz Ohr sind die vielen Kinder, wenn die 56-jährige Sportlehrerin Kathrin Fischbacher (als Präsidentin der «Kanuzentrum Vierwaldstättersee GmbH») ihnen erklärt, worauf sie achten müssen. Und: Worauf sie sich freuen dürfen. Es gibt in Sachen Ruderplausch wohl kaum eine erfahrenere Frau als sie. Mit pädagogischem Geschick erteilt sie den Kindern eine Anweisung nach der andern. Nicht weniger als sechs Aufsichtspersonen helfen den Kindern beim Bau. Loben und korrigieren, legen Hand an, wo Kinder nicht mehr weiter wissen. Zuerst wird das Gerüst aus «Trämeln» aufgebaut. Dann müssen die Rundhölzer mit Stricken zusammengeknotet werden. Stopp! Nicht gewöhnliche Knoten sind es, sondern besonders stabile Klemmknoten, die wie Schnecken aussehen.

Die Piraten sind los

Später braucht es noch jede Menge Kraft: Es gilt nämlich, die roten Bojen, die als Schwimmer dienen, aufzublasen. Aufs Gefährt werden auch noch Sitzbretter montiert. Sind dann noch die obligatorischen Schwimmwesten geschnürt und die roten Paddel verteilt, kann der ganz grosse Spass auf «Hoher Sarnersee» losgehen. Unter viel Hurra und Hallo werden die fünf selber erbauten Flösse, eins nach dem andern, gewassert. Und jetzt verwandeln sich die Bootsbauerinnen und Bootsbauer in wilde Piraten. Sie rauben einander Fahnen, planschen, tauchen und schwimmen. Einfach Feuer und Flamme sind sie.

Der schöne See lädt zum Badespass

Selbst Kathrin Fischbacher – meist ruhig und sachlich – kann ihre Freude kaum mehr zurückhalten, als sie die hell begeisterten Kinder sieht. «Wir haben einen schönen See, der sich für Wassersport und Plausch geradezu anbietet», sagt sie. Man engagiere sich nicht, um etwas zu verdienen, sondern um Kindern, die hier zu Hause seien, ein Superangebot zu unterbreiten. Mit dem 19-jährigen David Bucher hilft beim Ferienpass erstmals auch ein Zivildienstleistender mit. «Ich war früher Wölfli-Leiter in Sarnen, und so freute ich mich ausserordentlich, als ich die Möglichkeit erhielt, meinen Zivildienst beim Ferienpass zu leisten», sagt er und freut sich zusammen mit den 30 Kindern.

Zahlreiche positive Rückmeldungen

Otto Leuenberger als Organisator des Obwaldner Ferien(s)passes zieht eine überaus erfreuliche Bilanz. «Immerhin 483 Kinder haben eine bis vier Wochen gebucht und dabei aus 211 Angeboten auswählen können», stellt er fest. Besonders schön sei, dass gegen 100 Mitwirkende aus Vereinen und Institutionen als Anbieter und Teammitglieder freiwillig mitgearbeitet hätten. «Gut war dabei die Mischung zwischen jungen und erfahrenen Leitungspersonen», lobt Leuenberger, und er freut sich, dass der frühere Anmeldestress dank direktem Buchungsportal im Internet ausgeblieben ist. «Die vielen positiven Rückmeldungen von Kindern und vor allem auch von Eltern waren uns allen ein schöner Lohn», sagt Leuenberger. Und zitiert dann einige: «Toll das Programm, das Team.» «Freuen uns schon auf die Ausgabe 2018!» «Unsere Mädels waren erstmals dabei und lieben es!»

Freude am Basteln

Joja Flühmann

Joja Flühmann

Die 10-jährige Joja Flühmann kommt aus Sachseln. Sie strahlt, wenn sie erzählt: «Sachseln ist am See, deshalb kann ich gut schwimmen. Ich bade fürs Leben gerne, deshalb freue ich mich aufs Wassern unseres Flosses. Ich habe aber auch grosse Freude am Werken. Bisher habe ich mit Holz und Karton kleine Sachen gebastelt. Heute wird es ein richtig grosses Floss sein.»

Gegen Langweile

Tim Hügli

Tim Hügli

Tim Hügli (10) weiss genau, warum er am Ferienpass teilnimmt. Er sagt: «Meistens sind Ferien in den ersten beiden Wochen toll. Dann wird es langweilig. Da bietet der Ferienpass eine super Auswahl und viel Abwechslung. Von Knoten verstehe ich schon einiges, weil mein Vater Bergführer ist und wir oft klettern. Ich bin freue mich, wenn unser geknüpftes Floss in See sticht.»


Als Pirat schwimmen

Nico Bedin

Nico Bedin

Nico Bedin aus Sarnen findet den Ferienpass voll cool. Seine Erwartungen formuliert er so: «Wenn ich nichts unternehme, ist mir langweilig. Flossbauen habe ich ausgewählt, damit ich auch einmal auf den See gehen kann. Als Pirat werde ich vom Floss springen und mich abkühlen. Papierflugzeuge habe ich schon gebastelt, nun baue ich ein richtig grosses Floss. Einfach cool!»

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