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SARNEN: Wandern die qualifizierten Gymilehrer aus Obwalden ab?

Obwaldner Gymnasiallehrer sorgen sich um ihre Löhne. Ihr Verein nutzt eine Stellungnahme zum Sparpaket, um auf seine Unzufriedenheit über die Lohnentwicklung aufmerksam zu machen.
Marion Wannemacher
Aussenansicht der Kantonsschule Obwalden in Sarnen. (Bild: Kantonsschule Obwalden)

Aussenansicht der Kantonsschule Obwalden in Sarnen. (Bild: Kantonsschule Obwalden)

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@obwaldnerzeitung.ch

«Der Lohnanstieg stimmt seit mindestens sechs Jahren nicht mit der im System verankerten Gehaltskurve überein. Vor allem jüngere Lehrer müssen grosse Einbussen auf ihren Lebenslohn in Kauf nehmen», sagt Manuel Bhend, Präsident des Vereins Obwaldner Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrer (VOG). Mit einer Stellungnahme zum Sparpaket der Regierung übt der Verein harsche Kritik am Kanton.

In der Anhörung der Finanzstrategie 2027+ habe sich der Verein allgemein zu den Themen Lohnentwicklung und Altersentlastung geäussert, erklärt Bhend. Grundsätzlich sei man aber nicht gegen die Bestrebungen des Kanons, zu sparen und seine finanzielle Situation zu stabilisieren. Zu der Lohnentwicklung der letzten Jahre bei den Gymnasiallehrern sagt der Präsident des VOG: «Weil in das Lohnsystem des Kantons zu wenig Mittel flossen, stieg der Lohn der jüngeren Lehrpersonen nicht so an wie vorgesehen. Das bedeutet, dass jüngere Lehrpersonen – auch von den Volksschulen – gerechnet auf einen Lebenslohn Zehntausende von Franken an Einkommen verlieren», erklärt Bhend.

Die Stimmung unter den Gymnasiallehrern sei nicht besonders gut, berichtet er. Das bestätigt auch Patrick Meile, Rektor der Kantonsschule. Die Lehrpersonen diskutierten über die schlechte Entwicklung ihrer Löhne, so der Rektor.

Im interkantonalen Vergleich lägen die Löhne der Obwaldner Lehrer ohnehin am unteren Ende, gibt Manuel Bhend zu bedenken. Der Blick über den Zaun stellt sich automatisch ein. «Ich möchte nicht, dass qualifizierte Lehrpersonen im besten Alter zu anderen Kantonen abwandern, das wäre sehr schlecht für die Qualität der Schule», sagt der VOG-Präsident. «Wenn dort Stellen wegen Pensionierungen frei werden, überlegen sich das einzelne vielleicht schon. Wir haben zwar keinen unsteten Arbeitsmarkt, aber irgendwann ist das Fass voll», warnt er. Wenn sich die Lohnentwicklung so fortsetze, sei die Angst vor Abwanderung qualifizierter Lehrer sicher berechtigt, bestätigt auch Patrick Meile. Manuel Bhend weiss nach eigenen Angaben sogar konkret von Kollegen, die sich nach Stellen umschauten.

Entlastung für ältere Lehrer in Gefahr

In seiner Stellungnahme zum Sparpaket moniert der VOG noch einen zweiten Punkt: den Abbau der Altersentlastungen. Dabei geht es um eine altersgestaffelte Pensenreduktion, also um weniger Lektionen für ältere Lehrer. Bisher unterrichten 50-Jährige eine, 55-Jährige zwei und 60-Jährige drei Lektionen weniger pro Woche. Künftig würde nur noch bei 50-Jährigen um eine und bei 60-Jährigen um zwei Lektionen reduziert. Ältere Kollegen seien verunsichert, erklärt der Präsident des VOG.

Manuel Bhend betont zusammenfassend: «Grundsätzlich ist es mir wichtig, dass man sich als Lehrer nicht um den Lohn sorgen muss, sondern sich voll und ganz für einen guten Unterricht einsetzen kann.» Er habe die Erwartung, dass der Kanton als verlässlicher öffentlichrechtlicher Arbeitgeber seine Aufgaben wahrnehme und Löhne auszahle, wie sie im System vorgesehen seien, hält Bhend fest. Auf Anfrage unserer Zeitung teilt Bildungsdirektor Franz Enderli mit, er wolle zu den Auswirkungen des Sparpakets an der Kantonsschule keine Stellung nehmen.

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