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SARNEN: Weihnachtsmusik, die unter die Haut geht

Ob swingend oder festlich, das Konzert von Marie Louise Werth macht deutlich, weshalb tolle Musik und Weihnachten unzertrennlich sind.
Marie Louise Werth und das Mountain Christmas Big Band & Brass Ensemble in Sarnen. (Bild: Primus Camenzind (23. Dezember 2017))

Marie Louise Werth und das Mountain Christmas Big Band & Brass Ensemble in Sarnen. (Bild: Primus Camenzind (23. Dezember 2017))

Die festlichen Weihnachtslieder unserer abendländischen Kultur haben wir in den letzten Jahrzehnten durch locker swingende «Christmas Songs» amerikanischer Prägung ergänzt. Dass diese Kombination zu faszinierenden Hörerlebnissen führen kann, zeigte das Konzert vom vergangenen Samstag in der Aula Cher in Sarnen. Die schweizweit bekannte und in Obwalden lebende Sängerin und Pianistin Marie Louise Werth scharte hervorragende Musiker in der Form der Big Band oder des Bläser-Ensembles um sich und begeisterte damit ihr Publikum.

Unmittelbar nach dem nicht enden wollenden Applaus in der ausverkauften Aula erklärte ­Marie Louise Werth unserer Zeitung, ob sie vor heimischem Publikum Lampenfieber verspürte. «Wenn ich zu Hause auftrete, ist es schwieriger für mich», sagte die durch unzählige Konzerte erprobte Sängerin. «Aber das spielt sich lediglich in meinem Kopf so ab!» Auf der Bühne sei dieses Gefühl auf einmal wie weggeblasen. Tatsächlich, was das Publikum von ihr und der Formation Mountain Christmas Big Band & Brass Ensemble zu hören bekam, war musikalisch über jeden Zweifel erhaben. Der Wechsel von swingenden und temperamentvollen US-Christmas-Songs in hervorragenden Arrangements zu besinnlichen und tief gehenden, ­zuweilen blueslastigen Balladen oder majestätischer Blechbläsermusik mit einem Hauch von ­Barock oder Renaissance erzeugte auf der Cher-Bühne eine eindrucksvolle Dramaturgie.

Sängerin mit ausgeprägter Persönlichkeit

Die warme und – je nach Lied – mit einem Hauch von Blues, Soul oder Gospel belegte Stimme von Marie Louise Werth fügte sich ideal in die orchestralen Fassungen des 20-köpfigen Ensembles ein. Wie viel ausgeprägte Persönlichkeit sie in all den Jahren als Künstlerin entwickelt hat, wurde vor allem in den – zum Teil mit ­reduzierter Begleitung vorgetragenen – Balladen deutlich. Als ­Arrangeure taten sich – nebst Grössen aus den USA – vor allem der musikalische Leiter und weitherum bekannte Dirigent Corsin Tuor und der Pianist Bela Balint hervor. Der Tastenmann bestritt übrigens mehr als 380 Konzerte mit dem 2014 verstorbenen Weltstar Udo Jürgens. Stellvertretend für sämtliche auf äusserst hohem Niveau musizierenden Instrumentalisten seien hier auch Vincent Lachat (Posaunist, ebenfalls mit Udo Jürgens auf Tour), Patrick Ottiger (Solotrompeter aus Luzern) und der Obwaldner René Riebli (Lead-Altosax) erwähnt.

Nebst aller künstlerischen Qualität fand der bunte Strauss von weihnächtlichen Melodien über den Rand der Bühne hinaus den Weg zum Publikum im Nu. Allen voran Hits wie «White Christmas» (Irving Berlin), «The Little Drummer Boy», «Santa Claus Is Coming To Town», «Have Yourself A Merry Little X-mas» oder «Joy To The World» (G. F. Händel). Die Sängerin überzeugte ausserdem mit ihrer Eigenkomposition «Einmal im Jahr» oder dem selten zu hörenden Lied «Es werde Licht» von Udo Jürgens. Den Schluss des offiziellen Programms bildete eine von Corsin Tuor geschmackvoll aufbereitete Version von «Stille Nacht» – dem Lied aller Lieder. Das begeisterte Publikum erklatschte sich drei Zugaben – darunter «Viver Senza Tei» aus der Feder von Marie Louis Werth – das Lied in Rätoromanisch, mit dem sie 1989 die Schweiz am European Song Contest in Lausanne vertrat.

Ein vielversprechendes Projekt ausbauen

Auf die Frage, ob es mit ihr und diesem Orchester in Zukunft weitere Weihnachtskonzerte geben wird, antwortete Marie Louise Wert vielversprechend, aber gleichwohl nicht verbindlich. «Das war dieses Jahr ein Start. Corsin Tuor und ich sind dabei, gemeinsam den Swing auch für Weihnachten zu entdecken – deshalb werden wir dieses Projekt ausbauen. Ich entdecke und ich lerne, ich brauche die Herausforderung.»

Primus Camenzind

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

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