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SARNEN: Wellness für die Pappeln

Baumexperte Walter Wipfli kümmert sich derzeit um die Pappeln am Ufer des Sarnersees. «Weit und breit gibt es keine schöneren Exemplare», schwärmt er.
Adrian Venetz
Nur für Schwindelfreie: Baumexperte Walter Wipfli (49) aus Seelisberg sägt alte und dürre Äste aus den ­Pappeln am Sarnersee. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 4. April 2017))

Nur für Schwindelfreie: Baumexperte Walter Wipfli (49) aus Seelisberg sägt alte und dürre Äste aus den ­Pappeln am Sarnersee. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 4. April 2017))

Adrian Venetz

adrian.venetz@obwaldnerzeitung.ch

Den Spaziergängern fallen sie im Alltag kaum mehr auf – sie stehen einfach da. Stellt man sich aber direkt an den Stamm einer Pappel im Seefeld und fährt mit den Händen über den Stamm und die tiefen Furchen der Rinde, merkt man, welches Wunderwerk der Natur hier wächst. Die vier Pappeln – zwei Silberpappeln und zwei Hybridpappeln – zwischen der Minigolfanlage und dem Campingplatz sind etwa 35 Meter hoch, der Umfang ihrer Stämme misst stolze 6 Meter.

«Die Pappeln sind 70 bis 80 Jahre alt», sagt Walter Wipfli aus Seelisberg. Der 49-jährige Baumexperte kümmert sich im Auftrag der Gemeinde Sarnen um die Pflege der hölzernen Riesen. Obwohl Wipfli seit über 20 Jahren in diesem Beruf tätig ist, gerät er ins Schwärmen. «Weit und breit gibt es keine schöneren Exemplare», sagt er über die Pappeln am Ufer des Sarnersees. «Zudem gehören Pappeln zusammen mit Eichen und Weiden zu den ökologisch wertvollsten Bäumen.»

Für das weiche Holz reicht eine Handsäge

Die Baumpflege besteht hauptsächlich darin, dürre und alte Äste abzusägen und damit auch stark belastete Äste zu entlasten. Weil Pappelholz relativ weich ist, geht Wipfli mit einer Handsäge ans Werk – dröhnende Motorsägen braucht es dazu nicht. Aber schwindelfrei sollte man sein. Für die Pflege der Pappeln hat Walter Wipfli eine Hebebühne gemietet. Wie ein Feuerwehrmann fährt er damit in die Höhe und macht sich im Astwerk an die Arbeit. Ein Mitarbeiter der Gemeinde wirft das herunterfallende Holz auf ­einen Haufen – später wird es verfeuert. «Wenn es windet und die Hebebühne etwas schwankt, wird mir schon manchmal mulmig», sagt Wipfli lachend. Üblicherweise hängt er bei der Baumpflege in den Seilen und klettert in die Höhe. «Pappeln eignen sich nicht so gut für die Klettertechnik, deshalb kommt hier eine Hebebühne zum Einsatz.»

Die Arbeit dient der Sicherheit der Spaziergänger am stark frequentierten Seeweg. «Bäume haben die Pflege der Menschen eigentlich gar nicht nötig», betont Wipfli. Genau dies fasziniert ihn an Bäumen. «Sie haben viele eigene Mechanismen zur Wundabwehr und -heilung.» Die oft beworbenen Wundverschlussmittel beim Schnitt von Bäumen kommen bei Wipfli kaum zum Einsatz. «Vieles davon ist Geschäftemacherei. Ein Baum kann viel mehr, als man glaubt.» Eine neue Bekanntschaft sind die Pappeln am Sarnersee für Wipfli übrigens nicht. Bereits vor acht Jahren kümmerte er sich um die Bäume. Die Arbeit dauert etwa zwei Tage.

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