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SARNEN: Wenns aus ist mit dem Autofahren

Rund 20 Senioren haben am Mobilitätskurs von Pro Senectute auch gelernt, den Billettautomaten richtig zu bedienen – keine Selbstverständlichkeit, wenn man sein Leben lang mit dem Auto unterwegs war.
Birgit Scheidegger
Willi Gasser von der Zentralbahn (rechts) erklärt Kursteilnehmer Paul Ziegler (74) die Bedienung des Billettautomaten. (Bild: Birgit Scheidegger (Sarnen, 4. Mai 2017))

Willi Gasser von der Zentralbahn (rechts) erklärt Kursteilnehmer Paul Ziegler (74) die Bedienung des Billettautomaten. (Bild: Birgit Scheidegger (Sarnen, 4. Mai 2017))

Birgit Scheidegger

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Im Alter mobil sein und bleiben ist ein Wunsch von unzähligen Senioren. Doch sich im Angebotsdschungel von Bahn und Bus zurechtzufinden und das richtige Billett am Automaten zu lösen, ist nicht immer ganz einfach. Viele fühlen sich überfordert. Ein Ziel des Mobilitätskurses, der aus einem praktischen und theoretischen Teil besteht, ist unter anderem, dass die älteren Frauen und Männer die Angebote besser kennen lernen. Nur so können sie davon auch profitieren.

Am Kurs von Pro Senectute in Sarnen gaben Experten des öffentlichen Verkehrs sowie Polizist Peter Rohrer Antworten auf Fragen zu Verkehrsmitteln, Sonderangeboten sowie über die Sicherheit als Fussgänger auf den Strassen.

Anhand einer kleinen Geschichte über den 66-jährigen Hans und seine 15 Jahre alte Enkelin Anna, die einen Ausflug von Kerns nach Bern zum Bärengraben planten, wurde aufgezeigt, dass es gerade für Senioren sinnvoll ist, den öffentlichen Verkehr dem Auto vorzuziehen. Das «Aber», nämlich die vermeintlich höheren Kosten des ÖV, stimmen dabei nicht, wie eine einfache Rechnung aufzeigte: «Würden Hans und Anna mit dem Auto von Kerns nach Bern fahren, kämen sie auf Kosten von rund 200 Franken», erklärte Andrea de Meuron, von Rundum mobil GmbH. «Mit Bus und Bahn kommen die beiden auf einen Gesamtpreis von 114 Franken, da Anna noch mit einer Kindertageskarte fahren kann.»

Stefan Schmid von Postauto Zentralschweiz zeigte den Kursteilnehmern die verschiedenen regionalen Angebote anhand des Tarifverbundes Passepartout auf, während Willi Gasser, Vertreter der Zentralbahn, darauf hinwies, dass die Planung eines Ausfluges ein wichtiger Teil ist, um die bestmöglichen Angebote zu nutzen. «Löst man sein Ticket am Automaten, zeigt dieser automatisch die günstigste Variante auf.»

Doch nicht nur das Fahren mit Bus und Bahn muss gelernt sein, sondern auch das richtige Verhalten auf der Strasse, wie Polizist Peter Rohrer den Teilnehmern aufzeigte. «Immer einen Sicherheitshalt vor dem Überqueren der Strasse einlegen und nicht denken, ich habe ja sowieso Vortritt», legte Rohrer den Senioren ans Herz. Er erklärte, dass die ältere Generation an den Fussgängerstreifen mehr Unfälle verursache als Kinder. «Lieber einmal mehr warten als auf sein Recht pochen.»

Keine Angst mehr vor Billettautomaten

Im praktischen Teil ging es einerseits um Verkehrsprävention sowie auch um Sicherheit vor Taschendiebstahl und um sicheren Geldbezug am Bank- oder Postautomaten, andererseits um die Sicherheit im Bus. Eindrücklich war dabei ein Notstopp mit 20 Stundenkilometern und die möglichen Auswirkungen. Das Hauptaugenmerk beim praktischen Teil lag allerdings bei den meisten bei der Bedienung der Billettautomaten: «Ich hatte bisher ein Generalabonnement und muss jetzt lernen, den Automaten zu bedienen», unterstrich Monika Imfeld-Keller aus Sarnen. Das sei der Hauptgrund für den Besuch des Mobilitätskurses. «Ich habe Bedenken, dass ich eventuell nicht weiss, wie der Automat funktioniert oder welche Angebote es gibt.» Auch Eleonara Röthlin aus Kerns besuchte den Kurs, um bei der Bedienung des Automaten sicherer zu werden.

«Ich habe noch nie ein Billett am Automaten gelöst, weil ich bisher immer noch mit dem Auto unterwegs bin», erklärte der 74-jährige Paul Ziegler. «Doch plötzlich kann ich vielleicht nicht mehr Auto fahren und stehe vor dem Problem, ein Bahnticket zu lösen. Deshalb ist es besser, man weiss vorher Bescheid.» Auf die Frage, ob der Kurs hilfreich war, antworteten die meisten der rund 20 Teilnehmer mit einem klaren Ja. «Wir kommen dann beim nächsten Kurs wieder», lachte eine Seniorin.

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